Das Vorstellungsgespräch

Was auf dich zukommt und wie du mit Nervosität und Fragen umgehen kannst.
Veröffentlicht am 21.02.2020 von Lehrstellencheck.ch
Das Vorstellungsgespräch
Was auf dich zukommt und wie du mit Nervosität und Fragen umgehen kannst.

Vorstellungsgespräch laufen nicht immer identisch ab, deshalb können wir dir hier keinen Standard-Leitfaden liefern. Aber es gibt gewisse Fragen, welchen du immer mal wieder begegnen wirst. Zu diesen wie auch allgemein zum Interview können wir dir einige Tipps geben.

Sinn und Zweck des Vorstellungsgesprächs

Einerseits will dein Gesprächspartner rausfinden, wer du bist und ob du wirklich für die Lehrstelle «brennst» und in das Unternehmen passt. Andererseits sollst aber auch du für dich nach dem Gespräch entscheiden können, ob es das richtige Unternehmen und die richtige Ausbildung für dich ist oder du dir das doch irgendwie komplett anders vorgestellt hast. 

Letztendlich bist du einer von vielen Bewerbern für diese Ausbildungsstelle. Hinterlasse also auf jeden Fall einen bestmöglichen Eindruck auf deinen Gesprächspartner.

Kurz vor dem Vorstellungsgespräch

Wie bereits unter Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch erwähnt: Stell vor dem Gespräch unbedingt dein Smartphone aus oder zumindest auf lautlos. Es macht keinen guten Eindruck, wenn das Gespräch durch Klingeln oder Vibrieren gestört wird.

Das Ding mit der Nervosität

Es ist durchaus normal, dass man bei einem Vorstellungsgespräch nervös ist. Also mach Dir deswegen keinen Kopf. Sollte Deine Nervösität sehr gross sein, kannst Du dies auch zu Beginn des Gespräches freundlich erwähnen. Offenheit und Ehrlichkeit kommt immer besser an und dein Interviewpartner wird dafür Verständnis haben.
Du solltest auf jeden Fall klar und deutlich und nicht zu schnell sprechen. Halte zudem Augenkontakt zu deinem Gesprächspartner. In die Landschaft schauen, wenn man zuhört oder selbst spricht sieht doof aus und kann als Desinteresse interpretiert werden.

Zuhören und Fragen an den potentiellen Arbeitgeber

Aktives Zuhören ist enorm wichtig. Auch wenn du dich im Vorfeld via Internet umfassend mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast, wird dein Interviewpartner dir das Unternehmen meist noch persönlich vorstellen und einiges erzählen, was du aus deinen Recherchen schon weisst. 
Jetzt heisst es wachbleiben und keine Anzeichen von Müdigkeit zeigen. Nutze die Möglichkeit und notierte dir Stichworte zu Fragen oder stelle diese direkt im Gespräch. Halte dich hier aber unbedingt an die Gesprächsregeln, welche dein «vis a vis» vorgibt. Die einen schätzen einen aktiven Dialog, andere möchten im Rahmen der Informationsvermittlung nicht unterbrochen werden und beantworten Fragen gerne nach der Präsentation.

Deine Vorstellung

Meist wirst du aufgefordert, dich und deinen bisherigen Werdegang kurz vorzustellen. Letztendich sind das die Informationen welche du bereits im Bewerbungsschreiben und Lebenslauf festgehalten hast und nun entsprechend mündlich zusammenfassen kannst. Einerseits wird hier geprüft inwieweit deine Ausführungen sich mit deinen Unterlagen decken, andererseits kann dein Gesprächspartner zu einzelnen Punkten dann vertiefende Fragen haben.

Zu den schulischen Leistungen

Bei Fragen zu deinen schulischen Leistungen kannst du deine Stärken in den Fächern in den Vordergrund stellen, welche für die Ausbildung relevant sind.

Warum dieser Beruf und dieses Unternehmen

Warum du gerade diese Ausbildung und in diesem Unternehmen machen willst ist meist eine der weiteren Fragen. Hier geht’s darum festzustellen ob du dich wirklich mit dem Beruf und dem Unternehmen auseinandergesetzt hast und dich damit identifizierst. Zeig auf was dir an diesem Beruf wirklich gefällt und warum dies mit deinen Stärken und Fähigkeiten harmoniert. Hinsichtlich Unternehmen sind es vielleicht die Produkte, welche dich faszinieren, der gute Ruf als Lehrbetrieb und Arbeitgeber etc. Die Firmengrösse kann ebenso ein relevanter Faktor sein. vielleicht schätzt du eher ein kleines übersichtliches Unternehmen oder ein Grossunternehmen. 
Hier geht’s dann auch direkt in die Thematik deines Wissens über die Firma. Dazu hast du dich ja bereits bei der Bewerbung wie auch der Vorbereitung auf das Interview entsprechend online wie auch über mögliche Bekannte welche im Unternehmen arbeiten oder einer bereits absovierten Schnupperlehre in diesem Unternehmen informiert. Berücksichtige dabei dass es nicht nur um das Unternehmen selbst geht sondern du auch über die Branche Bescheid wissen solltest.

Wie soll es nach der Lehre weitergehen

Fragen nach deinen beruflichen Plänen nach der Lehre kannst du offen beantworten. Sei dies entsprechend fachliche Weiterbildungen oder Sprachaufenthalte etc. Idealerweise sollte dies aber auf der Lehre aufbauen und eine sinnvolle Erweiterung des Fachwissens sein und nicht komplett davon «abdriften». Falls du das aktuell noch nicht genau weisst, kannst du auch dahingehend verweisen, dass für dich jetzt erstmal ein guter Lehrabschluss im Vordergrund steht.

Stärken und Schwächen

Ein alter Klassiker, welcher aber immer noch kommt - und dich vermutlich auch die nächsten 50 Jahre bei beruflichen Vorstellungsgesprächen immer wieder begleiten wird - ist die Frage nach deinen Stärken und Schwächen. Zähl diese nicht einfach nur auf, sondern bringe direkt ein Beispiel wie diese zum tragen kommen, sei dies im Sport oder einem anderen Hobby etc. Überlege dir auch deine Schwächen sehr gut, denn diese sollten letztendlich für die Ausbildung eher nicht von Bedeutung sein.

Deine Arbeitsweise

Vielfach kommen auch Fragen zu deiner Arbeitsweise wie Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Gruppenverhalten, Arbeiten unter Druck etc. Diese stehen natürlich auch in einem Zusammenhang mit der beruflichen Ausbildung. Deine Antworten sollten also in dieser Richtung irgendwie passen und wenn immer möglich begründe diese auch anhand von Beispielen (Ausübung einer Teamsportart etc.)

Niemals (wirklich absolut niemals!) Schuldzuweisungen an Dritte

Denke immer daran, dass du alleine für deine Leistungen in Schule und Beruf verantwortlich bist. Sollten also Fragen hinsichtlich einer schlechten Note kommen ist es ein absolutes «no go» wenn du dafür andere (Lehrer etc.) verantwortlich machst. Damit handelst du dir im Vorstellungsgespräch direkt einige Minuspunkte ein. Hier solltest du vielmehr Einsicht zeigen, warum du diese Leistung «vergeigt» hast. Ausreisser können passieren. Wichtig ist, dass man daraus lernt und dies zukünftig nicht mehr passiert.

Und zum Schluss

Normalerweise informiert dich dein Gesprächspartner über das weitere Vorgehen. Sollte dies nicht passieren, liegt der Ball bei dir um dich danach zu erkunden.

 

Bild: davscokno/Pixabay