Abdichter/in EFZ
Abdichterinnen und Abdichter sorgen dafür, dass Gebäude dauerhaft vor Wasser, Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen geschützt sind. Sie dichten Flachdächer, Terrassen, Keller, Kanäle und andere Bauwerke ab und tragen damit wesentlich zur Langlebigkeit von Gebäuden bei.
Der Beruf spielt eine wichtige Rolle im modernen Bauwesen. Eine fachgerecht ausgeführte Abdichtung schützt nicht nur vor Wasserschäden, sondern trägt auch zur Energieeffizienz eines Gebäudes bei.
Was macht man in diesem Beruf?
Bevor die eigentlichen Arbeiten beginnen, prüfen Abdichterinnen und Abdichter den Untergrund und analysieren die Anforderungen des Bauwerks. Sie lesen Pläne, nehmen Masse und berechnen die benötigten Materialien.
Danach bereiten sie die Baustelle vor, organisieren Werkzeuge und Maschinen und sorgen dafür, dass alle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Oft arbeiten sie auf Gerüsten oder Flachdächern und müssen ihre Arbeitsschritte sorgfältig planen.
Für die Abdichtung verwenden sie verschiedene Materialien wie Bitumenbahnen, Kunststoffabdichtungen oder Gussasphalt. Diese werden zugeschnitten, verlegt, verschweisst und miteinander verbunden. Dabei achten die Berufsleute darauf, dass keine undichten Stellen entstehen und dass sich die Materialien auch bei Temperaturveränderungen korrekt ausdehnen können.
Je nach Auftrag verlegen sie zusätzlich Bodenplatten, bringen Schutzschichten aus Kies an oder bereiten die Montage von Solaranlagen vor.
Neben Neubauten gehört auch die Sanierung bestehender Gebäude zum Beruf. Abdichterinnen und Abdichter suchen nach undichten Stellen, entfernen beschädigte Materialien und reparieren oder ersetzen die Abdichtungssysteme fachgerecht.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Der Arbeitsalltag findet grösstenteils im Freien auf Baustellen statt. Abdichterinnen und Abdichter arbeiten häufig auf Flachdächern, Terrassen oder Gerüsten und sind Wind, Sonne, Regen und wechselnden Temperaturen ausgesetzt.
Die Arbeit erfolgt meist im Team. Dabei arbeiten die Berufsleute eng mit anderen Fachpersonen aus der Gebäudehüllenbranche und dem Bauwesen zusammen.
Viele Tätigkeiten sind körperlich anspruchsvoll. Materialien müssen transportiert, verlegt und verarbeitet werden. Gleichzeitig ist präzises Arbeiten wichtig, denn schon kleine Fehler können später zu Feuchtigkeitsschäden führen.
Im Sommer ist die Auftragslage oft besonders hoch, da viele Abdichtungsarbeiten bei trockener Witterung ausgeführt werden. Schutzkleidung wie Helm, Handschuhe, Sicherheitsschuhe und Schutzbrille gehören zum Berufsalltag.
Was solltest du mitbringen?
- Du arbeitest gerne praktisch und bist handwerklich geschickt.
- Du hast kein Problem damit, in der Höhe zu arbeiten.
- Du interessierst dich für Bauprojekte und technische Zusammenhänge.
- Du kannst Pläne lesen und räumlich denken.
- Du bist körperlich belastbar.
- Du arbeitest sorgfältig und verantwortungsbewusst.
- Du arbeitest gerne im Team.
- Du bist gerne draussen und hast nichts gegen wechselnde Wetterbedingungen.
Hilfreich sind insbesondere gute Leistungen in Mathematik, Geometrie und Technischem Gestalten.
Ausbildung
Dauer
3 Jahre
Lehrbetrieb
Die praktische Ausbildung findet in einem Betrieb der Gebäudehüllenbranche oder in einem spezialisierten Abdichtungsunternehmen statt.
Berufsfachschule
Der schulische Unterricht erfolgt in Form von Blockkursen an den Berufsfachschulen in Uzwil, Les Paccots oder Lugano-Trevano. Dabei lernen die Lernenden unter anderem das Organisieren von Arbeiten an der Gebäudehülle, die Planung von Abdichtungsarbeiten, das Verlegen von Abdichtungssystemen sowie deren Wartung und Reparatur.
Überbetriebliche Kurse
Während der dreijährigen Lehre besuchen die Lernenden insgesamt 36 Kurstage. Dort werden wichtige praktische Grundlagen vermittelt und trainiert.
Berufsmaturität
Bei sehr guten schulischen Leistungen kann zusätzlich die Berufsmaturität absolviert werden.
Abschluss
Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Abdichter/in.
Lohn während der Lehre
1. Lehrjahr: CHF 1000
2. Lehrjahr: CHF 1200
3. Lehrjahr: CHF 1400
Der Lehrlingslohn hängt vom Betrieb, Kanton und den aktuellen Branchenempfehlungen ab. Für genaue Angaben sollten die aktuellen Lohnempfehlungen geprüft werden.
Berufsverhältnisse und Zukunftsaussichten
Abdichterinnen und Abdichter arbeiten vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen der Gebäudehüllenbranche. Ihre Fachkenntnisse werden sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen benötigt.
Da Gebäude dauerhaft vor Feuchtigkeit geschützt werden müssen und energetische Anforderungen zunehmend wichtiger werden, bleibt die fachgerechte Abdichtung ein wichtiger Bereich im Bauwesen.
Mit zunehmender Berufserfahrung können die Berufsleute mehr Verantwortung übernehmen, Teams führen oder Baustellen koordinieren.
Weiterbildung und Karriere
Nach der Lehre stehen verschiedene Weiterbildungen offen. Fachkurse ermöglichen eine Vertiefung des Wissens über Abdichtungssysteme, Gebäudehüllen oder neue Materialien.
Besonders interessant ist die Möglichkeit einer verkürzten Zusatzlehre. Abdichterinnen und Abdichter können in vielen Fällen eine weitere Ausbildung als Dachdecker/in, Spengler/in, Gerüstbauer/in, Solarinstallateur/in oder Fachperson Sonnenschutz und Storentechnik absolvieren.
Mit einer Berufsprüfung können sich Berufsleute beispielsweise zu Bauführerinnen und Bauführern Gebäudehülle, Energieberaterinnen und Energieberatern Gebäude oder Projektleiterinnen und Projektleitern Solarmontage weiterentwickeln.
Wer grössere Führungsverantwortung übernehmen möchte, kann eine höhere Fachprüfung absolvieren und sich beispielsweise zum dipl. Gebäudehüllen-Meister oder zur dipl. Gebäudehüllen-Meisterin weiterbilden.
Auch Ausbildungen an Höheren Fachschulen in den Bereichen Bauführung oder Bauplanung stehen offen. Mit den entsprechenden Voraussetzungen ist später zudem ein Studium an einer Fachhochschule, beispielsweise im Bereich Bauingenieurwesen, möglich.
Kurz gesagt
Als Abdichter/in EFZ schützt du Gebäude vor Wasser, Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen. Du arbeitest auf Dächern, Terrassen und anderen Bauwerken, verlegst moderne Abdichtungssysteme und sorgst dafür, dass Gebäude langfristig dicht bleiben. Der Beruf eignet sich für Jugendliche, die gerne draussen arbeiten, handwerklich geschickt sind und keine Höhenangst haben.
