Architekturmodellbauer/in EFZ
Architekturmodellbauerinnen und Architekturmodellbauer erstellen dreidimensionale Modelle von Gebäuden, Quartieren, Innenräumen, Parkanlagen oder Designprodukten. Ihre Modelle helfen Architektinnen, Ingenieuren, Behörden oder Bauherrschaften dabei, Projekte besser zu verstehen und zu präsentieren.
Der Beruf verbindet handwerkliches Können, technisches Verständnis und gestalterisches Talent. Aus Materialien wie Holz, Karton, Kork, Kunststoff oder Metall entstehen detailgetreue Modelle im kleinen Massstab.
Was macht man in diesem Beruf?
Am Anfang eines Projekts studieren Architekturmodellbauerinnen und Architekturmodellbauer Pläne, Skizzen und technische Unterlagen. Auf dieser Grundlage erstellen sie Werkpläne und entscheiden, wie das Modell aufgebaut werden soll.
Anschliessend wählen sie die passenden Materialien aus und planen die einzelnen Arbeitsschritte. Dabei schätzen sie den Zeitaufwand ab und berechnen die Kosten für die Herstellung des Modells.
Für den Bau der Modelle bearbeiten sie verschiedene Materialien mit Handwerkzeugen oder Maschinen. Sie schneiden, sägen, schleifen, fräsen und formen die einzelnen Bauteile und setzen diese präzise zusammen.
Nachdem das Grundmodell fertig ist, folgt die Detailarbeit. Die Modelle werden gespachtelt, bemalt oder mit speziellen Oberflächen versehen. Oft entstehen auch Bäume, Büsche, Möbel, Fahrzeuge oder Figuren, die das Modell realistischer wirken lassen.
Zum Schluss wird kontrolliert, ob alle Masse stimmen und das fertige Modell den Vorgaben des Auftrags entspricht.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Architekturmodellbauerinnen und Architekturmodellbauer arbeiten hauptsächlich in Ateliers oder Werkstätten. Dort verbringen sie viel Zeit an Werkbänken, Maschinen oder Computerarbeitsplätzen.
Viele Arbeiten erfordern hohe Konzentration und grosse Genauigkeit. Oft arbeiten die Berufsleute über mehrere Tage oder Wochen an einem einzigen Modell und müssen auch kleinste Details sorgfältig umsetzen.
Je nach Betrieb arbeiten sie alleine oder in kleinen Teams. Dabei stehen sie regelmässig mit Architektinnen, Ingenieuren oder Auftraggebern in Kontakt, um Projekte zu besprechen und Änderungen umzusetzen.
Die Arbeitszeiten sind meist regelmässig. Wenn wichtige Präsentationen oder Abgabetermine näher rücken, können jedoch zusätzliche Arbeitsstunden nötig werden.
Der Beruf ist weniger körperlich anstrengend als viele andere handwerkliche Berufe, verlangt dafür viel Geduld, Ausdauer und Präzision.
Was solltest du mitbringen?
- Du arbeitest gerne sorgfältig und genau.
- Du hast handwerkliches Geschick und eine gute Feinmotorik.
- Du kannst dir Gebäude und Räume räumlich vorstellen.
- Du zeichnest und gestaltest gerne.
- Du hast ein Gespür für Formen, Proportionen und Farben.
- Du arbeitest konzentriert und verlierst auch bei Detailarbeit nicht die Geduld.
- Du möchtest kreative und technische Aufgaben miteinander verbinden.
Hilfreich sind gute Leistungen in Geometrie, Technischem Gestalten, Bildnerischem Gestalten und Mathematik.
Ausbildung
Dauer
4 Jahre
Lehrbetrieb
Die praktische Ausbildung erfolgt in einem Architekturmodellbaubetrieb.
Berufsfachschule
Der Unterricht findet an einem Tag pro Woche statt. Dabei lernen die Lernenden unter anderem, Aufträge zu planen, Arbeiten zu organisieren sowie Architekturmodelle zu entwerfen und zu gestalten.
Überbetriebliche Kurse
Während der vierjährigen Lehre besuchen die Lernenden insgesamt 29 Kurstage. Dort werden wichtige berufliche Grundlagen vermittelt und praktisch vertieft.
Berufsmaturität
Bei sehr guten schulischen Leistungen kann zusätzlich die Berufsmaturität absolviert werden.
Abschluss
Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Architekturmodellbauer/in.
Lohn während der Lehre
1. Lehrjahr: CHF 600
2. Lehrjahr: CHF 750
3. Lehrjahr: CHF 950
4. Lehrjahr: CHF 1100
Der Lehrlingslohn hängt vom Betrieb, Kanton und den aktuellen Branchenempfehlungen ab. Für genaue Angaben sollten die aktuellen Lohnempfehlungen geprüft werden.
Berufsverhältnisse und Zukunftsaussichten
Architekturmodellbauerinnen und Architekturmodellbauer arbeiten vor allem in spezialisierten Modellbauateliers. Ihre Modelle werden von Architekturbüros, Ingenieurbüros, Behörden, Unternehmen oder Bauherrschaften genutzt.
Der Arbeitsmarkt ist vergleichsweise klein. Architekturmodellbaubetriebe sind oft stark von der Auftragslage im Bauwesen abhängig, und das Angebot an Lehrstellen ist begrenzt.
Wer über gute handwerkliche Fähigkeiten, Kreativität und technisches Verständnis verfügt, kann sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren und wertvolle Erfahrung in einem sehr besonderen Berufsfeld sammeln.
Weiterbildung und Karriere
Nach der Lehre können Architekturmodellbauerinnen und Architekturmodellbauer verschiedene Fachkurse besuchen, um ihre Kenntnisse im Modellbau, in Gestaltungstechniken oder im Umgang mit modernen Fertigungstechnologien zu erweitern.
Mit einer Berufsprüfung ist beispielsweise eine Weiterbildung zur Einrichtungsplanerin oder zum Einrichtungsplaner oder zur Bereichsleiterin beziehungsweise zum Bereichsleiter Raumausstattung möglich.
Wer noch mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann eine höhere Fachprüfung absolvieren und sich beispielsweise zur Raumausstattermeisterin oder zum Raumausstattermeister weiterbilden.
Auch Ausbildungen an Höheren Fachschulen stehen offen, etwa in den Bereichen Bauplanung oder Produktdesign.
Mit den entsprechenden Voraussetzungen ist später ein Studium an einer Fachhochschule möglich, beispielsweise in Architektur oder Produkt- und Industriedesign.
Kurz gesagt
Als Architekturmodellbauer/in EFZ verwandelst du Baupläne und Entwürfe in detailgetreue dreidimensionale Modelle. Du arbeitest mit verschiedenen Materialien, Werkzeugen und Maschinen und verbindest handwerkliche Präzision mit kreativem Gestalten. Der Beruf eignet sich für Jugendliche, die gerne exakt arbeiten, räumlich denken können und Freude an Architektur, Design und Modellbau haben.
