Automatikmonteur/in EFZ
Automatikmonteurinnen und Automatikmonteure bauen, verdrahten, prüfen und reparieren elektrische Steuerungen und Geräte. Sie sorgen dafür, dass Maschinen, Anlagen oder Geräte richtig funktionieren. Dafür lesen sie Pläne, wählen passende Kabel aus, verdrahten Bauteile, messen Spannungen und suchen nach Fehlern, wenn etwas nicht läuft.
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne praktisch und genau arbeitest, dich für Technik interessierst und Geduld hast, wenn ein Fehler nicht sofort sichtbar ist. Du arbeitest mit Kabeln, Bauteilen, Messgeräten, Werkzeugen und technischen Plänen. Dabei brauchst du ruhige Hände, Konzentration und ein gutes Verständnis dafür, wie elektrische Systeme aufgebaut sind.
Was machst du in diesem Beruf?
Ein wichtiger Teil deiner Arbeit ist die Montage und Verkabelung. Du liest Baupläne für Geräte und Schaltkreise und erkennst daraus, welche Bauteile wohin gehören. Danach wählst du passende Kabel aus, verbindest die Bauteile miteinander und setzt sie in Gehäuse oder Schalttafeln ein.
Du baust zum Beispiel elektrische Schalttafeln zusammen oder montierst Steuerelemente in einen Schaltkreis. Dabei musst du gesetzliche Normen einhalten. Das bedeutet: Du arbeitest nicht irgendwie nach Gefühl, sondern nach klaren technischen Vorgaben. Sicherheit und Genauigkeit sind in diesem Beruf sehr wichtig.
Wenn ein Gerät fertig montiert ist, nimmst du es in Betrieb. Du prüfst mit Messgeräten, ob die Bauteile funktionieren, misst Spannungen und kontrollierst alle Funktionen. Wenn etwas nicht stimmt, suchst du die Störung und behebst sie. Danach dokumentierst du die Inbetriebnahme oder erstellst einen Prüfungsbericht.
Auch Reparatur und Unterhalt gehören zum Beruf. Du überprüfst Geräte und Verbindungskabel, tauschst defekte Bauteile aus, reparierst kaputte Verkabelungen und testest danach, ob alles wieder funktioniert. Je nach Betrieb arbeitest du in der Werkstatt oder direkt bei der Kundschaft vor Ort.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Automatikmonteurinnen und Automatikmonteure arbeiten meistens in Montagehallen oder Produktionsstätten von Industriebetrieben. Dort werden elektrische Anlagen, Steuerungen oder Geräte montiert, geprüft und repariert. In vielen Betrieben arbeitest du an einem Arbeitsplatz mit Werkzeugen, Bauteilen, Kabeln, Plänen und Messgeräten.
Der Beruf ist praktisch, aber auch sehr genau. Du arbeitest viel mit den Händen und musst sauber verdrahten, Bauteile korrekt einsetzen und Fehler sorgfältig suchen. Es geht nicht nur darum, etwas zusammenzubauen, sondern auch darum zu verstehen, warum ein Gerät funktioniert oder warum es eben nicht funktioniert.
Du arbeitest meistens in kleinen Teams. Dabei hast du mit anderen Fachpersonen zu tun, zum Beispiel mit Automatikerinnen, Elektronikern, Informatikerinnen oder Polymechanikern. Absprachen sind wichtig, weil deine Arbeit oft Teil eines grösseren technischen Systems ist.
Je nach Betrieb kann dein Alltag stärker auf Montage, Prüfung, Reparatur oder Wartung ausgerichtet sein. Manche Aufgaben können sich wiederholen, andere erfordern mehr Fehlersuche und technisches Denken. Besonders bei Störungen brauchst du Geduld, weil die Ursache nicht immer sofort sichtbar ist.
Was solltest du mitbringen?
- Du solltest technisches Verständnis mitbringen und dich dafür interessieren, wie Geräte, Steuerungen und elektrische Systeme funktionieren.
- Du brauchst handwerkliches Geschick, weil du Bauteile montierst, Kabel verlegst und genau arbeiten musst.
- Geschickte Hände sind wichtig, besonders beim Verdrahten und beim Arbeiten mit kleineren Bauteilen.
- Du solltest dir Dinge räumlich vorstellen können, damit du Pläne und Schaltkreise besser verstehst.
- Geduld und Ausdauer helfen dir, wenn du Störungen suchst oder eine Arbeit sehr genau ausgeführt werden muss.
- Du solltest zuverlässig sein, weil Fehler bei elektrischen Steuerungen später zu Problemen führen können.
- Du solltest gerne im Team arbeiten, aber auch selbstständig Aufgaben übernehmen können.
- Du darfst keine Farbsehschwäche haben, weil Farben bei Kabeln und elektrischen Verbindungen wichtig sein können.
In der Schule helfen dir vor allem Fächer wie Mathematik, Geometrie, Werken, technisches Zeichnen oder naturwissenschaftlich-technische Themen. Du musst bereit sein, Pläne zu lesen, Messwerte zu verstehen und technische Zusammenhänge Schritt für Schritt zu lernen.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre. Du arbeitest in einem Betrieb der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Dort lernst du den praktischen Berufsalltag kennen und übst, wie man Geräte, Bauteile und Steuerungen montiert, verdrahtet, misst und prüft.
An der Berufsfachschule bist du 1 Tag pro Woche. Dort lernst du die theoretischen Grundlagen, die du im Betrieb brauchst. Dazu gehören das manuelle Bearbeiten und Prüfen von Werkstücken, das Montieren und Verdrahten von Apparaten und Bauelementen sowie das Messen und Prüfen von Steuerungen und Bauelementen.
Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese Kurse dauern insgesamt 28 bis 44 Tage während 3 Jahren.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen. Das kann später wichtig sein, wenn du dich weiterbilden oder an einer Fachhochschule studieren möchtest.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Automatikmonteur/in EFZ.
Lohn
Der Lehrlingslohn hängt vom Beruf, Betrieb, Kanton und teilweise vom Berufsverband ab. Für genaue Zahlen solltest du die aktuellen Lohnempfehlungen prüfen.
Lohn während der Lehre:
1. Lehrjahr: CHF 570-615
2. Lehrjahr: CHF 750-815
3. Lehrjahr: CHF 985-1065
Einstiegslohn nach der Lehre: 4800-5500
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du zuerst Berufserfahrung sammeln und dich in einem Bereich vertiefen, zum Beispiel in der Montage elektrischer Anlagen, in der Wartung und Reparatur von Geräten oder im Schaltanlagenbau.
Eine wichtige Möglichkeit ist eine verkürzte Zusatzlehre als Automatiker/in EFZ. Das kann sinnvoll sein, wenn du dein technisches Wissen erweitern und später anspruchsvollere Aufgaben übernehmen möchtest.
Mit Kursen von Berufsfachschulen, höheren Fachschulen oder Fachverbänden kannst du dein Wissen gezielt ausbauen. So kannst du dich zum Beispiel besser auf neue technische Entwicklungen, bestimmte Anlagen oder spezielle Arbeitsbereiche vorbereiten.
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich weiter spezialisieren. Möglich sind zum Beispiel Abschlüsse als Automatikfachmann/-frau, Projekt- und Werkstattleiter/in im Schaltanlagenbau oder Produktionsfachmann/-frau. Solche Weiterbildungen können dir helfen, mehr Verantwortung im Betrieb zu übernehmen.
Mit einer höheren Fachprüfung sind auch Führungsfunktionen möglich, zum Beispiel als Meister/in Schaltanlagen und Automatik oder als Produktionsleiter/in Industrie. Auch Bildungsgänge an einer Höheren Fachschule sind möglich, etwa in Systemtechnik, Elektrotechnik, Maschinenbau oder Informatik.
Mit passender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kann auch ein Studium an einer Fachhochschule infrage kommen, zum Beispiel in Elektrotechnik, Maschinentechnik oder Mechatronik und Systemtechnik.
Wo kannst du später arbeiten?
Automatikmonteurinnen und Automatikmonteure finden Arbeit in automatisierten Industriebetrieben, in der Montage elektrischer Anlagen oder in der Wartung und Reparatur von Geräten. Je nach Betrieb kann der Schwerpunkt stärker auf Produktion, Montage, Prüfung, Reparatur oder Unterhalt liegen.
Mit Erfahrung und Weiterbildung kannst du später auch Leitungsfunktionen übernehmen, zum Beispiel als Teamleiter, Werkstattleiterin oder Montageleiter. Dafür brauchst du nicht nur technisches Können, sondern auch Organisation, Verantwortung und die Fähigkeit, mit anderen gut zusammenzuarbeiten.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du Technik interessant findest, gerne praktisch arbeitest und Freude daran hast, elektrische Geräte und Steuerungen Schritt für Schritt aufzubauen und zu prüfen. Du solltest genau arbeiten können und nicht sofort aufgeben, wenn ein Fehler schwer zu finden ist.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du ungern mit kleinen Bauteilen, Kabeln, Plänen und Messgeräten arbeitest oder wenn dir sehr genaues Arbeiten schnell zu mühsam wird. Auch wer lieber draussen arbeitet oder möglichst wenig technische Regeln beachten möchte, wird sich in diesem Beruf wahrscheinlich weniger wohlfühlen.
Wenn du aber gerne verstehen willst, wie Maschinen und elektrische Steuerungen funktionieren, und wenn du sorgfältig mit deinen Händen arbeiten kannst, ist Automatikmonteur/in EFZ eine solide technische Berufswahl mit guten Entwicklungsmöglichkeiten.
