Automobil-Mechatroniker/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Automobil-Mechatroniker/in EFZ

        Automobil-Mechatronikerinnen und Automobil-Mechatroniker kontrollieren, warten, diagnostizieren und reparieren Fahrzeuge. Sie arbeiten an Benzin-, Diesel-, Gas-, Elektro- und Hybridfahrzeugen und kümmern sich um mechanische, elektrische und elektronische Systeme. Je nach Fachrichtung arbeiten sie an Personenwagen oder Nutzfahrzeugen.

        Der Beruf passt zu dir, wenn du Autos nicht nur interessant findest, sondern wirklich verstehen willst, wie sie technisch funktionieren. Du arbeitest mit Werkzeugen, Spezialgeräten, Diagnosegeräten und Computern. Dabei suchst du Fehler, wertest Messwerte aus, ersetzt defekte Teile und sorgst dafür, dass Fahrzeuge sicher und zuverlässig unterwegs sind.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Ein wichtiger Teil deiner Arbeit ist die Wartung von Fahrzeugen. Du kontrollierst Motor, Öl-, Kühl- und Bremssysteme und ersetzt oder ergänzt Flüssigkeiten. Du prüfst Räder, Radaufhängung, Stossdämpfer, Lenkung, Getriebe und Antriebssysteme. Bei Nutzfahrzeugen kontrollierst du zusätzlich zum Beispiel Sattelkupplungen, Aufbauten oder pneumatische Systeme.

        Moderne Fahrzeuge bestehen aus viel mehr als Motor und Rädern. Deshalb arbeitest du auch an elektrischen und elektronischen Systemen. Du prüfst bei Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Beispiel Batterie, Elektromotor, Kabel und Ladegerät. Auch Anlasser, Zündung, Klimaanlage, Beleuchtung, Signalanlage, Starterbatterie, Airbags, Sitzheizung, elektrische Fensterheber, Navigations- und Multimediasysteme gehören zu deinem Arbeitsbereich.

        Besonders wichtig ist die Fehlersuche. Wenn ein Fahrzeug eine Störung hat, musst du systematisch herausfinden, woran es liegt. Du liest Fehlermeldungen aus, prüfst Messwerte, testest Bauteile und entscheidest, welche Reparatur nötig ist. Dabei arbeitest du an Fahrerassistenzsystemen, Verbrennungs-, Hybrid- und Elektroantrieben sowie an Bremsen, Fahrwerk, Kühlung, Lüftung oder elektronischen Komponenten.

        Du reparierst oder ersetzt defekte und abgenutzte Teile. Das können Teile des Bremssystems, der Federung, der Lenkung, des Antriebsstrangs, der Abgasreinigung oder der elektrischen Systeme sein. Nach der Reparatur prüfst du, ob das System wieder korrekt funktioniert. Abfälle entsorgst du umweltgerecht.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Automobil-Mechatronikerinnen und Automobil-Mechatroniker arbeiten in Garagen für Personenwagen oder Nutzfahrzeuge. In kleineren Werkstätten übernehmen sie oft viele verschiedene Aufgaben. In grossen Werkstätten spezialisieren sie sich häufiger auf bestimmte Bereiche, zum Beispiel Diagnose, Elektro- und Hybridtechnik, Nutzfahrzeuge oder bestimmte Fahrzeugmarken.

        Der Alltag ist eine Mischung aus praktischer Arbeit und technischem Denken. Du stehst viel in der Werkstatt, arbeitest mit Werkzeugen und Fahrzeugteilen, nutzt aber auch Diagnosegeräte und Computer. Gerade bei modernen Fahrzeugen musst du elektronische Systeme verstehen und Messwerte richtig einordnen können.

        Die Arbeit kann körperlich sein. Du hebst Teile, arbeitest an Fahrzeugen, bist Werkstattlärm ausgesetzt und brauchst je nach Aufgabe Schutzausrüstung, zum Beispiel Gehörschutz oder isolierende Handschuhe. Gleichzeitig musst du konzentriert und sauber arbeiten, weil Fehler an Fahrzeugen sicherheitsrelevant sein können.

        Du arbeitest im Team. In grösseren Betrieben kann es auch sein, dass du andere Mitarbeitende beaufsichtigst, zum Beispiel Automobil-Assistentinnen und -Assistenten. Regelmässige Testfahrten gehören ebenfalls zum Beruf. Manchmal bist du auch bei Pannenhilfen ausserhalb der Werkstatt im Einsatz. Beim Pannendienst kann Arbeit nachts oder am Wochenende vorkommen.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest technisches Verständnis mitbringen und verstehen wollen, wie mechanische, elektrische und elektronische Systeme zusammenarbeiten.
        • Handwerkliches Geschick ist wichtig, weil du Teile aus- und einbaust, Systeme reparierst und mit Werkzeugen genau arbeiten musst.
        • Analytische Fähigkeiten helfen dir bei der Fehlersuche, wenn eine Störung nicht sofort sichtbar ist.
        • Du solltest systematisch arbeiten können, damit du Fehler Schritt für Schritt eingrenzt und keine wichtigen Kontrollen vergisst.
        • Du musst bereit sein, dich an neue Technologien anzupassen, weil sich Fahrzeuge laufend weiterentwickeln.
        • Hohe Lärmtoleranz und körperliche Widerstandsfähigkeit sind wichtig, weil du in der Werkstatt arbeitest und die Arbeit körperlich sein kann.
        • Kontaktfreudigkeit hilft dir, wenn du mit Kundschaft, Teammitgliedern oder anderen Fachpersonen zu tun hast.

        In der Schule helfen dir vor allem Mathematik, Naturwissenschaften, technisches Verständnis und praktische Fächer. Du solltest bereit sein, technische Zusammenhänge zu lernen, Messwerte zu verstehen und auch bei schwierigen Fehlern dranzubleiben.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 4 Jahre. Du machst die Ausbildung in einem Garagenbetrieb für Personenwagen oder Nutzfahrzeuge.

        Es gibt zwei Fachrichtungen:

        • Personenwagen
        • Nutzfahrzeuge

        An der Berufsfachschule bist du 1 bis 2 Tage pro Woche. Dort lernst du die theoretischen Grundlagen, die du im Betrieb brauchst. Dazu gehören das Prüfen und Warten von Fahrzeugen, das Austauschen von Verschleissteilen, das Unterstützen von betrieblichen Abläufen, das Überprüfen und Reparieren von Systemen sowie das Diagnostizieren mechatronischer Systeme.

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese Kurse dauern insgesamt 68 Tage während 4 Jahren.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen. Das kann später wichtig sein, wenn du dich weiterbilden oder an einer Fachhochschule studieren möchtest.

        Die Fahrprüfung ist Teil der Ausbildung. Die Lehrbetriebe übernehmen die Kosten für 15 praktische Fahrlektionen.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Zusätzlich wird ein Eignungstest des AGVS verlangt.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Automobil-Mechatroniker/in EFZ mit Angabe der Fachrichtung.

        Lohn

        Der Lehrlingslohn hängt vom Beruf, Betrieb, Kanton und teilweise vom Berufsverband ab. Für genaue Zahlen solltest du die aktuellen Lohnempfehlungen prüfen.

        Lohn während der Lehre:

        1. Lehrjahr: CHF 700 

        2. Lehrjahr: CHF 850

        3. Lehrjahr: CHF 1050

        4. Lehrjahr: CHF 1300

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4400-5000

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du in einer Garage, bei einem Autohändler, in einem Autozentrum oder in einem Betrieb mit eigenem Fahrzeugpark Berufserfahrung sammeln. Du kannst dich auf bestimmte Marken, Fahrzeugtypen oder technische Bereiche spezialisieren, zum Beispiel Elektro- und Hybridtechnik, Diagnose, Nutzfahrzeuge oder Pannendienst.

        Kurse des Auto Gewerbe Verbandes Schweiz helfen dir, fachlich aktuell zu bleiben. Das ist in diesem Beruf besonders wichtig, weil neue Antriebssysteme, Assistenzsysteme und Diagnoseverfahren laufend dazukommen.

        Eine spezifische Weiterbildung ist zum Beispiel das Diplom als Verkehrsexperte oder Verkehrsexpertin der Vereinigung der Strassenverkehrsämter. Damit kannst du dich in Richtung Fahrzeugprüfung und technische Beurteilung weiterentwickeln.

        Mit einer Berufsprüfung kannst du dich weiter spezialisieren, zum Beispiel als Automobil-Werkstattkoordinator/in, Automobildiagnostiker/in, Automobil-Serviceberater/in, Automobil-Verkaufsberater/in, Strassenhelfer/in oder Fahrzeugrestaurator/in. Je nach Richtung arbeitest du später stärker in Diagnose, Werkstattorganisation, Beratung, Verkauf, Pannendienst oder Restaurierung.

        Mit einer höheren Fachprüfung ist zum Beispiel eine Entwicklung zum dipl. Betriebswirt oder zur dipl. Betriebswirtin im Automobilgewerbe möglich. Mit passender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kommt auch ein Studium an einer Fachhochschule infrage, zum Beispiel in Automobil- und Fahrzeugtechnik.

        Mit Erfahrung und Weiterbildung kannst du Führungspositionen übernehmen, etwa als Werkstattleiter/in, als Sachverständige/r bei einer Versicherung oder als Verkehrsexpertin oder Verkehrsexperte beim Strassenverkehrsamt. Auch eine eigene Werkstatt ist mit entsprechender Erfahrung und Vorbereitung möglich.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Automobil-Mechatronikerinnen und Automobil-Mechatroniker arbeiten in Garagenbetrieben, bei Autohändlern, in Filialen von Autoherstellern oder in Autozentren, die Fahrzeuge reparieren und warten. Auch Transport- oder Umzugsunternehmen, grosse Firmen oder öffentliche Verwaltungen mit eigenem Fahrzeugpark kommen als Arbeitgeber infrage.

        Du kannst für eine oder mehrere Automarken arbeiten oder dich auf bestimmte Fahrzeugtypen spezialisieren. Die Berufsaussichten gelten als gut, besonders weil Fahrzeuge technisch immer komplexer werden und gut ausgebildete Fachpersonen gebraucht werden.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du Fahrzeuge wirklich verstehen willst und gerne praktisch sowie analytisch arbeitest. Du solltest Freude daran haben, Fehler zu suchen, Systeme zu prüfen und technische Probleme Schritt für Schritt zu lösen.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du körperliche Arbeit vermeiden möchtest, Werkstattlärm schlecht erträgst oder keine Lust hast, dich laufend mit neuer Technik auseinanderzusetzen. Auch wer ungeduldig ist oder ungenau arbeitet, wird es schwer haben, weil Diagnose und Sicherheit in diesem Beruf sehr wichtig sind.

        Wenn du aber gerne an Fahrzeugen arbeitest, moderne Technik spannend findest und Verantwortung übernehmen möchtest, ist Automobil-Mechatroniker/in EFZ ein anspruchsvoller und vielseitiger Einstieg in die Fahrzeugbranche.