Baumaschinenmechaniker/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Baumaschinenmechaniker/in EFZ

        Baumaschinenmechanikerinnen und Baumaschinenmechaniker warten, reparieren und verändern grosse Fahrzeuge, Maschinen und Geräte. Dazu gehören zum Beispiel Bagger, Kräne, Bulldozer, Strassenwalzen, Betonmischer und Kippwagen. Diese Maschinen werden auf Baustellen, im Tiefbau, im Transportwesen oder zum Heben schwerer Materialien eingesetzt.

        Der Beruf passt zu dir, wenn du grosse Maschinen interessant findest, gerne technische Probleme löst und praktisch mit Werkzeugen und Metall arbeitest. Du brauchst dabei nicht nur Kraft und handwerkliches Geschick, sondern auch Geduld und logisches Denken. Eine Störung ist nicht immer sofort sichtbar und muss oft Schritt für Schritt gesucht werden.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Wenn eine Baumaschine nicht mehr richtig funktioniert, suchst du zuerst nach der Ursache. Dafür sprichst du mit der Person, die die Maschine benutzt hat. Sie beschreibt dir zum Beispiel ungewöhnliche Geräusche, Rauch oder eine bestimmte Fehlfunktion.

        Danach untersuchst du die Maschine genauer. Du verwendest Messgeräte, kontrollierst einzelne Systeme und grenzt den Fehler systematisch ein. Sobald du weisst, was defekt ist, erstellst du eine Liste der Teile, die repariert, ersetzt oder bestellt werden müssen.

        Ein wichtiger Teil deiner Arbeit sind regelmässige Wartungen. Dabei prüfst du Maschinen und Fahrzeuge, bevor grössere Schäden entstehen. Besonders im Winter werden häufig Wartungsarbeiten durchgeführt, weil viele Maschinen dann weniger stark im Einsatz sind.

        Für Reparaturen baust du ganze Systeme oder einzelne Teile aus. Defekte Komponenten reparierst oder ersetzt du und setzt danach alles wieder korrekt zusammen. Anschliessend prüfst du, ob die Maschine wieder sicher und zuverlässig funktioniert.

        Du bearbeitest auch Teile aus Stahl, Gusseisen, Aluminium oder Kunststoff. Je nach Aufgabe sägst, schneidest, bohrst, drehst, biegst oder schweisst du das Material. Manche Arbeiten erledigst du von Hand, bei anderen setzt du Maschinen ein.

        Baumaschinen enthalten verschiedene technische Systeme. Deshalb prüfst und reparierst du auch elektrische, hydraulische und pneumatische Komponenten nach den Vorgaben der Hersteller. Bei allen Arbeiten musst du die gesetzlichen Vorschriften beachten.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Du arbeitest meistens in einer Reparaturwerkstatt oder Garage für Baumaschinen. Dort stehen dir Werkzeuge, Hebevorrichtungen, Bearbeitungsmaschinen und Messgeräte zur Verfügung. Je nach Auftrag arbeitest du an sehr unterschiedlichen Fahrzeugen und Geräten.

        Nicht jede defekte Maschine kann in die Werkstatt gebracht werden. Deshalb fährst du auch auf Baustellen und reparierst Maschinen direkt vor Ort. Dort musst du oft selbstständig entscheiden, wie du eine Störung am sinnvollsten untersuchst und behebst.

        Du arbeitest allein oder in kleinen Teams. Bei grösseren Reparaturen oder schweren Bauteilen ist eine gute Zusammenarbeit besonders wichtig. Gleichzeitig gibt es viele Aufgaben, für die du selbst verantwortlich bist.

        Die Arbeit ist körperlich und kann laut sein. Du stehst viel, bewegst Werkzeuge und Bauteile und arbeitest teilweise in gebückter oder ungewohnter Haltung. In Werkstätten und auf Baustellen musst du mit Maschinenlärm umgehen können.

        Die Arbeitszeiten sind meistens regelmässig. Je nach Betrieb, Auftrag und Dringlichkeit kann es aber vorkommen, dass eine Maschine möglichst schnell wieder einsatzbereit sein muss.

        Kundschaft beraten und Maschinen anpassen

        Zu deinem Beruf gehört auch der Kontakt mit Kundinnen und Kunden. Du beantwortest technische Fragen und berätst sie beim Kauf oder beim richtigen Einsatz von Baumaschinen.

        Neue Maschinen passt du teilweise an die Bedürfnisse der Kundschaft an. Dabei kann es darum gehen, bestimmte Bauteile, Geräte oder Systeme so einzurichten, dass die Maschine für ihren vorgesehenen Einsatz geeignet ist.

        Du solltest technische Probleme deshalb nicht nur lösen, sondern sie auch verständlich erklären können.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest gerne mit grossen Maschinen, Werkzeugen und technischen Systemen arbeiten.
        • Manuelles Geschick ist wichtig, weil du Bauteile ausbaust, reparierst und wieder genau einsetzt.
        • Du brauchst technisches Verständnis, um mechanische, elektrische, hydraulische und pneumatische Systeme zu prüfen.
        • Eine systematische Arbeitsweise hilft dir, Störungen Schritt für Schritt zu suchen und die Ursache einzugrenzen.
        • Du solltest selbstständig arbeiten können, besonders bei Reparaturen auf Baustellen.
        • Körperliche Widerstandsfähigkeit ist wichtig, weil die Arbeit anstrengend sein und in unbequemen Positionen stattfinden kann.
        • Du solltest Lärm gut aushalten können, da Werkstätten und Baustellen laut sein können.
        • Ein Flair für Zahlen hilft dir beim Arbeiten mit Messwerten, technischen Angaben und Grössen.
        • Freude an Beratung ist hilfreich, weil du auch mit Kundinnen und Kunden sprichst.

        In der Schule helfen dir vor allem Mathematik, Physik, technisches Werken und Geometrie. Du solltest Messwerte verstehen, technische Zusammenhänge erkennen und genau nach Plänen oder Herstellerangaben arbeiten können.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 4 Jahre. Du arbeitest in einer Baumaschinenwerkstatt oder einer entsprechenden Garage.

        In der Regel verbringst du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und 1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule.

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse im Bildungszentrum Aarberg. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Die Kurse dauern insgesamt 36 bis 38 Tage während 4 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Lehrbetriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Baumaschinenmechaniker/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        1. Lehrjahr: CHF 700

        2. Lehrjahr: CHF 900

        3. Lehrjahr: CHF 1100

        4. Lehrjahr: CHF 1300

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4800-5600

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du zunächst Berufserfahrung sammeln und dich auf bestimmte Maschinen, Fahrzeugtypen oder Marken spezialisieren. Mit der Zeit kannst du anspruchsvollere Diagnosen und Reparaturen übernehmen.

        Kurse von AM Suisse und Agrotec helfen dir, dein Wissen zu vertiefen und bei neuen Maschinen und Technologien auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

        Mit einer Berufsprüfung kannst du dich zum Beispiel als Diagnosetechniker/in Baumaschinen weiterbilden. In dieser Funktion beschäftigst du dich besonders intensiv mit schwierigen Störungen, Messungen und technischen Diagnosen.

        Eine andere Möglichkeit ist die Berufsprüfung als Technische/r Kaufmann/-frau. Dieser Weg verbindet technisches Wissen mit kaufmännischen und organisatorischen Aufgaben und kann dir den Wechsel in Beratung, Verkauf oder Planung erleichtern.

        Mit der höheren Fachprüfung als Baumaschinenmechanikermeister/in kannst du mehr fachliche und betriebliche Verantwortung übernehmen. Damit kommen zum Beispiel die Leitung einer Werkstatt oder die Führung von Mitarbeitenden infrage.

        An einer Höheren Fachschule kannst du dich als Maschinenbautechniker/in HF weiterbilden. Mit passender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, zum Beispiel ein Bachelor of Science in Automobil- und Fahrzeugtechnik.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Baumaschinenmechanikerinnen und Baumaschinenmechaniker arbeiten vor allem in Unternehmen, die Baumaschinen verkaufen, warten oder reparieren. Dabei kann es sich um kleinere Werkstätten, Garagen oder grössere Unternehmen mit verschiedenen Maschinenmarken handeln.

        Du kannst dich auf einen bestimmten Fahrzeugtyp oder eine bestimmte Marke spezialisieren. Möglich ist zum Beispiel ein Schwerpunkt auf Baggern, Kränen, Strassenbaumaschinen oder anderen schweren Geräten.

        Mit Erfahrung und der passenden Weiterbildung kannst du eine Werkstatt leiten. Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Betrieb ist möglich.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du grosse Maschinen spannend findest, technische Probleme gerne systematisch löst und Freude an körperlicher und handwerklicher Arbeit hast.

        Du solltest bereit sein, nicht nur in einer sauberen Werkstatt zu arbeiten. Einsätze auf Baustellen, Lärm, Schmutz und schwere Bauteile gehören ebenfalls zum Alltag. Bei schwierigen Störungen brauchst du Ausdauer, weil die Ursache nicht immer sofort erkennbar ist.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du körperliche Arbeit vermeiden möchtest, empfindlich auf Lärm reagierst oder technische Probleme schnell frustrierend findest.

        Wenn du aber gerne Maschinen auseinanderbaust, Fehler suchst und dafür sorgst, dass ein Bagger oder Kran wieder einsatzbereit ist, kann Baumaschinenmechaniker/in EFZ gut zu dir passen.