Bauwerktrenner/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Bauwerktrenner/in EFZ

        Bauwerktrennerinnen und Bauwerktrenner schaffen präzise Öffnungen und Durchbrüche in Gebäuden. Sie schneiden, sägen, bohren und fräsen Beton sowie andere Baumaterialien. So entstehen zum Beispiel Öffnungen für Türen, Fenster, Lifte, Leitungen oder Schächte.

        Dafür arbeitest du mit leistungsstarken Maschinen und speziellen Diamantwerkzeugen. Du musst genau planen, sauber messen und die Baustelle gut absichern. Nach dem Trennen baust du die herausgeschnittenen Teile aus und sorgst dafür, dass Bauabfälle fachgerecht entsorgt oder recycelt werden.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Bevor du mit dem Schneiden oder Bohren beginnst, bereitest du den Auftrag genau vor. Du liest Baupläne und prüfst, wo eine Öffnung entstehen soll. Dabei misst du Bauteile aus und trägst die Masse im richtigen Massstab in die Pläne ein.

        Mit Nivelliergeräten oder Laserapparaten markierst du die Stellen, die bearbeitet werden müssen. So bestimmst du zum Beispiel die genaue Position einer neuen Türöffnung oder eines Schachts. Fehler beim Messen können später grosse Folgen haben, deshalb musst du sehr exakt arbeiten.

        Anschliessend wählst du die passenden Maschinen und Werkzeuge aus. Je nach Material, Dicke und gewünschter Öffnung brauchst du Sägen, Bohrer oder Fräsen. Häufig arbeitest du mit Diamantwerkzeugen, weil diese auch harten Beton präzise bearbeiten können.

        Während der Arbeit überwachst du laufend den Fortschritt und die Qualität. Du kontrollierst, ob der Schnitt an der richtigen Stelle verläuft und ob die vorgegebenen Masse eingehalten werden.

        Wie wird die Baustelle vorbereitet?

        Bevor die Maschinen laufen, sicherst du den Arbeitsplatz nach den geltenden Sicherheitsstandards. Du stellst zum Beispiel Schilder und Schranken auf oder kontrollierst, ob Gerüste richtig gesichert sind.

        Beim Bohren und Sägen wird teilweise Wasser eingesetzt. Deshalb richtest du Pumpen, Wasserabläufe oder Schutzwände ein, damit der Arbeitsplatz und die Umgebung möglichst trocken bleiben. Schutzvorrichtungen verhindern ausserdem, dass sich Staub und Spritzwasser auf der gesamten Baustelle verteilen.

        Diese Vorbereitung ist ein wichtiger Teil deiner Arbeit. Sie schützt dich, andere Personen auf der Baustelle und das Gebäude vor Schäden.

        Abbruch und Aufräumen

        Neben präzisen Bohr- und Schneidarbeiten führst du auch Abbrucharbeiten aus. Du entfernst Gebäude oder einzelne Gebäudeteile mit Elektro-, Druckluft- oder Hydraulikwerkzeugen.

        Die herausgetrennten Betonstücke können sehr schwer sein. Du musst deshalb sorgfältig planen, wie sie gesichert, entfernt und abtransportiert werden. Dabei arbeitest du körperlich und trägst eine grosse Verantwortung für die Sicherheit.

        Nach der Arbeit sortierst du das ausgebaute Material und andere Bauabfälle. Wiederverwendbare Materialien werden recycelt, andere Abfälle entsorgst du fachgerecht. Ausserdem reinigst und wartest du die Maschinen und schreibst Arbeitsrapporte über die ausgeführten Arbeiten.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Du arbeitest auf Neu- und Umbauten. Dabei wechselst du je nach Auftrag zwischen verschiedenen Baustellen. Einmal schneidest du eine Öffnung in eine bestehende Betonwand, ein anderes Mal bohrst du Löcher für Leitungen oder arbeitest beim Rückbau eines Gebäudeteils mit.

        Viele Aufgaben erledigst du selbstständig. Du musst Pläne verstehen, den Arbeitsplatz vorbereiten, Maschinen einrichten und die Arbeiten genau ausführen können. Gleichzeitig bist du Teil einer Baustelle und sprichst dich mit anderen Fachpersonen ab.

        Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll. Du stehst viel, bewegst Maschinen und Material und arbeitest teilweise in gebückter oder unbequemer Haltung. Baustellen können laut, staubig und schmutzig sein.

        Zum Schutz trägst du je nach Arbeit eine Atemschutzmaske, einen Schutzhelm, eine Schutzbrille und weitere persönliche Schutzausrüstung. Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest gerne körperlich arbeiten und dich auf Baustellen wohlfühlen.
        • Manuelles Geschick ist wichtig, weil du Maschinen und Werkzeuge sicher und genau bedienen musst.
        • Du brauchst räumliches Vorstellungsvermögen, um Baupläne zu verstehen und dir die geplanten Öffnungen im Gebäude vorstellen zu können.
        • Du solltest sorgfältig messen und exakt arbeiten, weil die Position und Grösse eines Durchbruchs genau stimmen müssen.
        • Eine systematische Arbeitsweise hilft dir, Baustellen vorzubereiten und die einzelnen Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge auszuführen.
        • Du solltest selbstständig arbeiten können und Verantwortung für deinen Arbeitsbereich übernehmen.
        • Körperliche Widerstandsfähigkeit ist wichtig, weil die Arbeit anstrengend sein kann.
        • Du solltest Lärm und Staub gut aushalten können und bereit sein, konsequent Schutzausrüstung zu tragen.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie, technisches Zeichnen und praktische Fächer. Du musst Masse umrechnen, Pläne lesen und Abstände sowie Positionen genau bestimmen können.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre. Du absolvierst die praktische Ausbildung in einem Unternehmen, das auf Betonbohren und Betonschneiden spezialisiert ist.

        In der Regel verbringst du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und 1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule in Zofingen.

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in Bellach. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Die Kurse dauern insgesamt 60 Tage während 3 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Bauwerktrenner/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 800.– bis 1100.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 1100.– bis 1400.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 1400.– bis 1900.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4800.- bis 5200

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du Berufserfahrung sammeln und zunehmend anspruchsvollere Arbeiten selbstständig übernehmen. Du kannst dich beispielsweise auf bestimmte Bohr-, Schneid- oder Abbruchverfahren spezialisieren.

        Kurse des Schweizerischen Verbands der Betonbohr- und Schneidunternehmungen helfen dir, neue Techniken kennenzulernen und dein Fachwissen zu vertiefen.

        Mit einer Berufsprüfung kannst du dich zum Beispiel als Bauvorarbeiter/in oder Baupolier/in weiterbilden. Damit übernimmst du mehr Verantwortung auf der Baustelle, organisierst Arbeitsabläufe und leitest Mitarbeitende an.

        Eine weitere Möglichkeit ist die Berufsprüfung als Sprengfachmann oder Sprengfachfrau. Diese Weiterbildung führt in einen spezialisierten Bereich des Rückbaus und der Bauarbeiten.

        Mit einer höheren Fachprüfung als Bauleiter/in oder Baumeister/in kannst du grössere Baustellen und Projekte organisieren und führen. Dabei verschiebt sich dein Arbeitsalltag zunehmend von der praktischen Ausführung zur Planung, Koordination und Verantwortung.

        An einer Höheren Fachschule kannst du dich als Techniker/in HF Bauführung weiterbilden. Mit passender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, zum Beispiel ein Bachelor of Science in Bauingenieurwesen.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Bauwerktrennerinnen und Bauwerktrenner arbeiten meistens in kleinen oder mittleren Unternehmen, die auf Betonbohrungen, Betonsägen und weitere Trennarbeiten spezialisiert sind.

        Die Einsätze finden auf unterschiedlichen Baustellen statt, zum Beispiel bei Neubauten, Umbauten, Sanierungen oder Abbrucharbeiten. Dadurch wechselst du regelmässig den Arbeitsort und arbeitest an verschiedenen Gebäuden und Bauprojekten.

        Mit einigen Jahren Berufserfahrung und einer passenden Weiterbildung kannst du Führungsaufgaben übernehmen, zum Beispiel als Bauvorarbeiter/in oder Baupolier/in.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne körperlich und selbstständig arbeitest, Maschinen interessant findest und genaue Resultate erzielen möchtest. Du solltest Freude daran haben, auf einer Baustelle sichtbare Veränderungen zu schaffen.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du empfindlich auf Lärm, Staub oder Schmutz reagierst, körperliche Arbeit vermeiden möchtest oder beim Messen und Arbeiten schnell ungenau wirst.

        Wenn du aber gerne mit starken Maschinen arbeitest, Pläne in die Praxis umsetzt und dafür sorgst, dass Öffnungen und Durchbrüche millimetergenau entstehen, kann Bauwerktrenner/in EFZ gut zu dir passen.