Bekleidungsnäher/in EBA - lehrstellencheck.ch
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        Bekleidungsnäher/in EBA

        Bekleidungsnäherinnen und Bekleidungsnäher fertigen einfache Kleidungsstücke nach klaren Anweisungen an. Sie nähen zum Beispiel Röcke, Hosen oder Jacken, setzen Taschen ein, bringen Reissverschlüsse an und bügeln die fertigen Teile in Form.

        Du arbeitest mit verschiedenen Stoffen, Nähmaschinen, Bügelanlagen und teilweise auch von Hand. Dabei kommt es weniger darauf an, eigene Kollektionen zu entwerfen, sondern vorgegebene Arbeitsschritte sauber und genau umzusetzen.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Bevor du mit dem Nähen beginnst, bereitest du deinen Arbeitsplatz und die benötigten Materialien vor. Du lernst, verschiedene Stoffarten voneinander zu unterscheiden und ihre Eigenschaften einzuschätzen. Manche Stoffe sind zum Beispiel besonders dehnbar, empfindlich oder reissfest und müssen entsprechend verarbeitet werden.

        Du prüfst, welche Teile zu einem Kleidungsstück gehören, und legst die bereits zugeschnittenen Stoffstücke in der richtigen Reihenfolge bereit. Je nach Stoff und gewünschter Naht wählst du den passenden Faden, Nähfuss und die richtige Stichgrösse aus.

        Für die Arbeit benutzt du verschiedene Nähmaschinen, zum Beispiel Universalnähmaschinen oder Steppstichmaschinen. Du fixierst die zugeschnittenen Stoffteile und verstärkst sie bei Bedarf mit passenden Einlagen.

        Anschliessend nähst du die Teile mit der Maschine oder von Hand zusammen. Dabei führst du einzelne Arbeitsschritte nach Anweisung aus, zum Beispiel Taschen annähen oder Reissverschlüsse einsetzen.

        Während der Herstellung bügelst und formst du die einzelnen Teile immer wieder. Am Schluss wird das gesamte Kleidungsstück sorgfältig fertig gebügelt. Danach kontrollierst du die Qualität deiner Arbeit und prüfst zum Beispiel, ob die Nähte sauber, gerade und stabil sind.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Bekleidungsnäherinnen und Bekleidungsnäher arbeiten in Ateliers und Werkstätten der Mode- oder Textilbranche. Dort stehen verschiedene Nähmaschinen, Zuschneidetische und Bügelanlagen zur Verfügung.

        Du arbeitest häufig längere Zeit sitzend an einer Nähmaschine oder stehend an einer Bügelanlage. Viele Arbeitsschritte verlangen hohe Konzentration, weil Nähte gleichmässig verlaufen und Stoffteile genau zusammengesetzt werden müssen.

        Ein Teil der Aufgaben wiederholt sich regelmässig. Trotzdem unterscheiden sich Stoffe, Kleidungsstücke und Verarbeitungstechniken. Du musst deshalb aufmerksam bleiben und deine Arbeitsweise an das jeweilige Material anpassen.

        Die Arbeitszeiten sind meistens regelmässig. Wenn besonders viele Aufträge fertiggestellt werden müssen, können jedoch Überstunden vorkommen. Durch die Bügelanlagen ist die Luft am Arbeitsplatz oft warm und feucht.

        Du arbeitest im Team und führst deine Aufgaben nach den Vorgaben von Fachpersonen aus. Gleichzeitig bist du für die Qualität deiner eigenen Arbeitsschritte verantwortlich.

        Sicherheit und Ordnung

        Beim Arbeiten mit Nähmaschinen, Nadeln, Scheren und Bügelanlagen musst du aufmerksam sein. Du lernst, mögliche Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen und geeignete Schutzmassnahmen einzuhalten.

        Nach der Arbeit räumst du deinen Arbeitsplatz auf. Stoffreste, Abfälle und gefährliche Stoffe entsorgst du umweltgerecht.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest gerne mit Stoffen arbeiten und Freude daran haben, Kleidungsstücke Schritt für Schritt herzustellen.
        • Manuelles Geschick ist wichtig, weil du Stoffteile genau führst, Nähmaschinen bedienst und teilweise von Hand nähst.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, weil schiefe Nähte oder falsch eingesetzte Teile die Qualität des Kleidungsstücks beeinflussen.
        • Eine systematische Arbeitsweise hilft dir, Anweisungen in der richtigen Reihenfolge umzusetzen.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen ist hilfreich, damit du erkennst, wie einzelne Stoffteile später ein fertiges Kleidungsstück ergeben.
        • Du brauchst Ausdauer, weil feine Näharbeiten längere Zeit Konzentration verlangen können.
        • Ein Sinn für Ästhetik hilft dir dabei, Farben, Stoffe und eine saubere Verarbeitung zu beurteilen.
        • Teamfähigkeit ist wichtig, weil du mit anderen Personen im Atelier oder in der Werkstatt zusammenarbeitest.

        In der Schule helfen dir vor allem Gestalten, Werken und Mathematik. Wichtig sind zudem Geduld, Genauigkeit und Freude an praktischer Arbeit.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 2 Jahre. Du absolvierst die praktische Ausbildung in einem Betrieb der Mode- oder Textilbranche.

        In der Regel verbringst du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und 1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule.

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese Kurse dauern insgesamt 16 Tage während 2 Jahren.

        Je nach Ausbildungsangebot kann die Ausbildung auch an einer Vollzeitschule absolviert werden. Sie dauert ebenfalls 2 Jahre.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Bekleidungsnäher/in EBA.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 300.– bis 400.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 400.– bis 600.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4000.– bis 4300.–

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du in einem Bekleidungsatelier, einer Textilwerkstatt oder einem Betrieb der Modebranche Berufserfahrung sammeln. Mit der Zeit wirst du sicherer im Umgang mit verschiedenen Stoffen, Maschinen und Verarbeitungstechniken.

        Kurse der Interessengemeinschaft Berufsbildung Bekleidungsgestalter/in helfen dir, dein Wissen zu erweitern und bestimmte Näh- oder Verarbeitungstechniken zu vertiefen.

        Wenn du dich weiterentwickeln möchtest, kannst du in der Regel eine verkürzte Lehre als Bekleidungsgestalter/in EFZ machen. Dort lernst du zusätzlich, Modelle zu entwickeln, Schnittmuster zu erstellen, Materialien auszuwählen und Kundinnen und Kunden zu beraten.

        Mit dem EFZ stehen dir später weitere fachliche und schulische Weiterbildungsmöglichkeiten in der Mode- und Textilbranche offen.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Bekleidungsnäherinnen und Bekleidungsnäher arbeiten vor allem in industriellen Bekleidungsateliers, Werkstätten und Geschäften der Modebranche.

        Je nach Betrieb fertigst du ganze einfache Kleidungsstücke oder übernimmst bestimmte Teilarbeiten innerhalb der Produktion. Dazu können zum Beispiel das Nähen von Taschen, das Einsetzen von Reissverschlüssen oder das Fertigbügeln gehören.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne mit Stoffen und deinen Händen arbeitest, sorgfältig bist und klare Arbeitsanweisungen zuverlässig umsetzen kannst.

        Du solltest Geduld für genaue Näharbeiten haben und auch bei wiederkehrenden Aufgaben konzentriert bleiben. Wichtig ist zudem, dass du dich in einer warmen Arbeitsumgebung wohlfühlst und gerne mit Maschinen arbeitest.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du ungern längere Zeit an derselben Aufgabe arbeitest, sehr schnell ungeduldig wirst oder wenig Freude an feiner und genauer Handarbeit hast.

        Wenn du gerne nähst und einen praktischen Einstieg in die Mode- und Textilbranche suchst, kann Bekleidungsnäher/in EBA gut zu dir passen.