Betonwerker/in EFZ
Betonwerkerinnen und Betonwerker stellen Bauteile aus Beton oder Kunststein her. Diese werden später im Hoch- und Tiefbau eingesetzt, zum Beispiel als Treppenstufen, Balkone, Fassadenelemente, Fensterbänke, Leitungen, Randsteine oder Pflanzentröge.
Du arbeitest hauptsächlich in einer Werkhalle und begleitest die Herstellung der Bauteile von der Planung bis zum fertigen Produkt. Dabei brauchst du technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und ein gutes Auge für präzises Arbeiten.
Was machst du in diesem Beruf?
Bevor ein Betonelement hergestellt werden kann, bereitest du den Auftrag sorgfältig vor. Du liest Herstellungspläne und interpretierst technische Zeichnungen. Anschliessend erstellst du Schalungs- und Bearbeitungspläne und überträgst die Masse der Bauteile in die Zeichnungen.
Danach berechnest du, welche Materialien benötigt werden. Dazu gehören unter anderem Sand, Kies, Wasser, Bindemittel und verschiedene Zusatzstoffe. Ausserdem bereitest du Schalungen vor, in die der Beton später eingefüllt wird.
Je nach Auftrag stellst oder montierst du Schalungen aus Stahl, Holz oder Kunststoff. Damit der Beton später genügend stabil ist, schneidest und biegst du Stahl für die Bewehrung und baust Befestigungen oder andere Zubehörteile nach den Ausführungsplänen ein.
Anschliessend mischst du Beton, Mörtel oder andere Baustoffe mit Maschinen und füllst sie in die vorbereitete Schalung ein. Den frischen Beton glättest oder verdichtest du sorgfältig, damit das fertige Bauteil stabil und von guter Qualität ist.
Fertige Bauteile kontrollieren und montieren
Nachdem der Beton ausgehärtet ist, löst du die fertigen Elemente aus der Schalung. Anschliessend kontrollierst du sie auf mögliche Mängel und entscheidest, ob kleinere Reparaturen notwendig sind.
Je nach Produkt bearbeitest du die Oberfläche weiter. Du kannst sie beispielsweise schleifen, mit Sand aufrauen oder abkratzen, damit sie die gewünschte Struktur erhält.
Die fertigen Bauteile bewegst du mit einem Gabelstapler oder Kran. Du lagerst sie fachgerecht, schützt sie vor Beschädigungen und bereitest sie für den Transport vor. Dabei achtest du darauf, dass die Ladung sicher verladen wird. Zu deinen Aufgaben gehören auch Lieferscheine sowie kleinere Montagearbeiten. Ausserdem verschliesst du Befestigungslöcher und Montageöffnungen oder stellst verschiedene Fugen her.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Betonwerkerinnen und Betonwerker arbeiten hauptsächlich in Werkhallen. Nur gelegentlich bist du auf Baustellen unterwegs, um Masse zu nehmen oder die Lieferung beziehungsweise Montage eines Betonelements zu begleiten.
Du arbeitest im Team und stimmst dich regelmässig mit anderen Fachpersonen ab. Viele Arbeitsschritte bauen aufeinander auf. Deshalb ist es wichtig, dass alle sorgfältig arbeiten und Termine eingehalten werden.
Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll. Du bewegst Materialien, arbeitest mit Maschinen und bist fast den ganzen Tag auf den Beinen. In Werkhallen kann es ausserdem laut werden.
Deine Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig. Da der grösste Teil der Arbeit wetterunabhängig in der Werkhalle stattfindet, bist du weniger häufig draussen unterwegs als viele andere Bauberufe.
Reinigung und Wartung
Nach der Produktion reinigst du deinen Arbeitsplatz sowie die verwendeten Maschinen und Geräte. Regelmässige Wartung sorgt dafür, dass die Maschinen zuverlässig funktionieren und sicher eingesetzt werden können.
Auch der Umweltschutz gehört zu deinem Beruf. Betonreste, Verpackungen und andere Abfälle entsorgst du fachgerecht.
Was solltest du mitbringen?
- Du solltest gerne praktisch arbeiten und Interesse an Baustoffen wie Beton oder Kunststein haben.
- Manuelles Geschick ist wichtig, weil du Schalungen aufbaust, Stahl bearbeitest und Bauteile fertigstellst.
- Technisches Verständnis hilft dir beim Lesen von Plänen und beim Arbeiten mit Maschinen.
- Räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtig, damit du technische Zeichnungen richtig umsetzen kannst.
- Du solltest gerne im Team arbeiten, weil viele Arbeitsschritte gemeinsam geplant und ausgeführt werden.
- Körperliche Widerstandsfähigkeit ist wichtig, da du schwere Materialien bewegst und viel stehst.
- Du solltest Lärm gut aushalten können, weil in Werkhallen verschiedene Maschinen gleichzeitig im Einsatz sind.
In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie und technisches Zeichnen. Genaues Rechnen und das Verständnis von Plänen sind im Berufsalltag wichtig.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre. Du arbeitest während der Ausbildung 4 Tage pro Woche in einem Bauunternehmen und besuchst 1 Tag pro Woche die Berufsfachschule in Zofingen.
Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in Sursee. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese Kurse dauern insgesamt 60 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Lehrbetriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturität absolvieren.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Betonwerker/in EFZ.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 800.– bis 1000.–
- 2. Lehrjahr: CHF 1100.– bis 1300.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1600.– bis 1800.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4400.– bis 4900.–
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du Berufserfahrung sammeln und dich auf bestimmte Betonelemente, Produktionsverfahren oder Maschinen spezialisieren. Mit zunehmender Erfahrung übernimmst du oft mehr Verantwortung innerhalb der Produktion.
Kurse des Schweizerischen Baumeisterverbands helfen dir dabei, dein Fachwissen zu vertiefen und neue Verfahren kennenzulernen.
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich beispielsweise als Bauvorarbeiter/in, Baupolier/in oder Baustoffprüfer/in weiterbilden. Dadurch kannst du mehr Verantwortung auf Baustellen oder in der Produktion übernehmen.
Mit der höheren Fachprüfung als Baumeister/in leitest du grössere Bauprojekte und übernimmst Führungsaufgaben.
An einer Höheren Fachschule kannst du dich als Techniker/in HF Bauplanung weiterbilden. Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, beispielsweise in Bauingenieurwissenschaften oder Gebäudetechnik.
Wo kannst du später arbeiten?
Betonwerkerinnen und Betonwerker arbeiten bei Herstellern von Betonelementen und anderen Betonprodukten. Die meisten Tätigkeiten finden in Produktionshallen statt, wo Bauteile für den Hoch- und Tiefbau hergestellt werden.
Mit einigen Jahren Berufserfahrung kannst du zusätzliche Verantwortung übernehmen, zum Beispiel als Vorarbeiter/in oder Produktionsverantwortliche/r. Je nach Betrieb spezialisierst du dich auf bestimmte Produkte oder Produktionsverfahren.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne praktisch arbeitest und Freude daran hast, aus Rohstoffen stabile Bauteile für Gebäude und Bauwerke herzustellen. Du solltest sorgfältig arbeiten, technische Zeichnungen verstehen und körperlich belastbar sein.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du ausschliesslich im Büro arbeiten möchtest oder Mühe mit körperlicher Arbeit und Maschinenlärm hast.
Wenn du gerne im Team arbeitest und sehen möchtest, wie aus Beton Schritt für Schritt fertige Bauteile für Bauprojekte entstehen, kann Betonwerker/in EFZ gut zu dir passen.
