Drogist/in EFZ
Drogistinnen und Drogisten beraten Kundinnen und Kunden zu Gesundheit, Pflege, Kosmetik und Haushalt und verkaufen passende Produkte. Dazu gehören rezeptfreie Medikamente, pflanzliche Heilmittel, Körperpflegeprodukte, Reinigungsmittel und weitere Artikel. Ein Teil der Arbeit findet direkt im Verkauf statt, ein anderer im Labor.
Der Beruf verbindet Beratung, Verkauf, Gesundheitswissen und sorgfältiges Arbeiten. Du musst Produkte gut kennen, Risiken erklären können und genau wissen, wann ein Mittel wie angewendet wird. Gleichzeitig stellst du im Labor gewisse Produkte selbst her.
Was machst du in diesem Beruf?
Ein grosser Teil deiner Arbeit besteht aus Beratung. Du empfängst Kundinnen und Kunden, hörst dir ihre Anliegen an und empfiehlst passende Produkte.
Dabei erklärst du, wie ein Produkt richtig angewendet wird und welche Dosierung geeignet ist. Du informierst ausserdem über Preis, Menge und mögliche Risiken. Besonders bei Produkten, die die Gesundheit oder Umwelt belasten können, musst du sorgfältig beraten.
Je nach Anliegen geht es zum Beispiel um rezeptfreie Medikamente, pflanzliche Heilmittel, Hautpflege, Kosmetik oder Haushaltsprodukte.
Waren verwalten und präsentieren
Du kontrollierst regelmässig den Warenbestand im Laden und im Lager und bestellst Produkte nach, wenn etwas knapp wird.
Neue Lieferungen nimmst du entgegen, packst sie aus und prüfst, ob alles vollständig und in Ordnung ist. Danach etikettierst du die Artikel, lagerst sie korrekt oder präsentierst sie im Verkaufsraum.
Auch die Verkaufspräsentation gehört zum Beruf. Du stellst Produkte so aus, dass sie für die Kundschaft gut sichtbar und ansprechend präsentiert sind.
Bei der Inventur kontrollierst du Bestände und Ablaufdaten und stellst sicher, dass keine abgelaufenen Produkte im Verkauf bleiben.
Arbeiten im Labor
Ein besonderer Teil des Berufs ist die Arbeit im Labor. Dort kontrollierst du Waren und Heilpflanzen mit verschiedenen Methoden und stellst selbst Produkte her.
Du bereitest zum Beispiel Kräuterteemischungen vor und verpackst sie. Auch Salben, Cremes oder Emulsionen stellst du her und füllst sie in Tuben oder Dosen ab.
Je nach Auftrag bereitest du ausserdem Tinkturen, Pulvermischungen oder verdünnte Produkte zu.
Bei all diesen Arbeiten musst du dich genau an gesetzliche Vorschriften, das amtliche Arzneibuch sowie Gesundheits- und Umweltschutzbestimmungen halten.
Administrative Aufgaben
Neben Verkauf und Laborarbeit erledigst du auch verschiedene Büroarbeiten. Du schreibst Mails und Briefe, erstellst Rechnungen und bearbeitest Anfragen, Rückmeldungen oder Reklamationen.
Für bestimmte Produkte führst du Kontrollblätter, zum Beispiel für verkaufte oder gelagerte Giftstoffe. Sorgfalt ist dabei besonders wichtig, weil gesetzliche Vorgaben eingehalten werden müssen.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Drogistinnen und Drogisten arbeiten hauptsächlich in Drogerien und stehen viel im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden.
Ein Teil des Tages findet im Verkaufsraum statt, ein anderer im Lager oder Labor. Dadurch wechseln sich Beratung, Verkauf, Warenbewirtschaftung und praktische Laborarbeiten ab.
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten des Geschäfts. Wochenendarbeit gehört regelmässig dazu.
Du arbeitest in der Regel im Team, übernimmst aber viele Aufgaben selbstständig und musst jederzeit sorgfältig und verantwortungsbewusst handeln.
Was solltest du mitbringen?
- Du solltest Freude an Beratung und Verkauf haben und gerne mit Menschen arbeiten.
- Ein gutes Gedächtnis hilft dir, dir viele Produkte, Wirkstoffe und Anwendungsmöglichkeiten zu merken.
- Du solltest sorgfältig und systematisch arbeiten, besonders bei Medikamenten und Laborarbeiten.
- Manuelles Geschick ist hilfreich, wenn du Teemischungen, Salben oder andere Produkte herstellst.
- Ein Sinn für Hygiene und Sauberkeit ist im Labor und im Verkauf wichtig.
- Höflichkeit und Fingerspitzengefühl helfen dir im Umgang mit unterschiedlichen Anliegen der Kundschaft.
- Ein Flair für Zahlen ist nützlich bei Dosierungen, Mengen, Rechnungen und Bestellungen.
- Eine gepflegte Erscheinung gehört zum direkten Kundenkontakt dazu.
In der Schule helfen dir besonders Biologie, Chemie, Mathematik und Deutsch. Du solltest Interesse an Gesundheit, Produkten und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen haben.
Ausbildung
Die Lehre dauert 4 Jahre. Du arbeitest in einem Drogeriegeschäft und lernst dort den Verkauf, die Beratung, Warenbewirtschaftung und Laborarbeiten kennen.
In der Regel verbringst du 3 bis 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und 1 bis 2 Tage pro Woche an der Berufsfachschule.
Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese Kurse dauern insgesamt 12 Tage während 4 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Lehrbetriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Drogist/in EFZ.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 700.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1100.–
- 4. Lehrjahr: CHF 1300.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4000 - 4300
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du dein Wissen mit Kursen des Schweizerischen Drogistenverbands erweitern und dich fachlich in bestimmten Bereichen vertiefen.
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich zum Beispiel als Detailhandelsspezialist/in, Pharma-Spezialist/in oder Pharma-Betriebsassistent/in weiterbilden.
Damit kannst du je nach Weiterbildung mehr Verantwortung im Verkauf, in der Beratung oder in pharmazeutischen Betrieben übernehmen.
Mit einer höheren Fachprüfung als Detailhandelsmanager/in HFP kannst du Führungsaufgaben übernehmen.
Eine besonders naheliegende Weiterbildung ist die Höhere Fachschule als Drogist/in HF. Dadurch vertiefst du dein Fachwissen und kannst anspruchsvollere Aufgaben oder Führungsverantwortung übernehmen.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, zum Beispiel ein Bachelor of Science in Life Sciences oder ein Bachelor of Science in Betriebsökonomie.
Wo kannst du später arbeiten?
Die meisten Drogistinnen und Drogisten arbeiten in Drogerien. Dort beraten sie Kundinnen und Kunden und übernehmen Aufgaben im Verkauf, Labor und in der Warenbewirtschaftung.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten gibt es in Kräuterläden, in der Pharmaindustrie oder in Labors. Auch eine Tätigkeit als Vertreterin oder Vertreter im Verkauf ist möglich.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du dich für Gesundheit, Kosmetik und naturwissenschaftliche Themen interessierst und gleichzeitig gerne mit Menschen arbeitest. Du solltest Freude daran haben, Wissen verständlich weiterzugeben und Kundinnen und Kunden sorgfältig zu beraten.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du ungern genau nach Vorschriften arbeitest oder möglichst wenig Kundenkontakt möchtest. Auch das Lernen vieler Produkte, Wirkstoffe und Anwendungsmöglichkeiten gehört zum Beruf.
Wenn du Gesundheitswissen, Verkauf und praktische Laborarbeit miteinander verbinden möchtest, kann Drogist/in EFZ gut zu dir passen.
