Fachmann/-frau Betreuung EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Fachmann/-frau Betreuung EFZ

        Fachpersonen Betreuung begleiten Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag. Sie unterstützen sie dort, wo Hilfe nötig ist, fördern gleichzeitig ihre Selbstständigkeit und gestalten gemeinsam Aktivitäten, Tagesabläufe und soziale Kontakte.

        Der Beruf ist sehr menschenbezogen. Du arbeitest eng mit einzelnen Personen oder Gruppen zusammen und musst ihre Bedürfnisse, Fähigkeiten und Gewohnheiten wahrnehmen. Dabei geht es nicht darum, alles für jemanden zu übernehmen, sondern Menschen so zu unterstützen, dass sie möglichst viel selbst machen und am Alltag teilnehmen können.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Deine konkreten Aufgaben hängen stark davon ab, mit welchen Menschen du arbeitest. Du kannst Kinder und Jugendliche, ältere Menschen oder Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen begleiten.

        Zu Beginn eines Tages empfängst du die betreuten Personen und hilfst dabei, einen verlässlichen und angenehmen Tagesablauf zu schaffen. Du achtest auf ihre Gewohnheiten, Fähigkeiten und aktuellen Bedürfnisse.

        Je nach Person unterstützt du bei alltäglichen Aufgaben. Dazu kann gehören, beim Waschen, beim Toilettengang oder beim An- und Ausziehen zu helfen. Bei anderen Personen steht diese Unterstützung kaum oder gar nicht im Vordergrund.

        Auch gemeinsame Mahlzeiten gehören häufig zum Alltag. Du kochst mit den betreuten Personen, servierst Essen oder hilfst bei Bedarf beim Essen. Dabei versuchst du, die Menschen so weit wie möglich einzubeziehen.

        Selbstständigkeit fördern

        Ein wichtiger Teil deines Berufs ist es, Menschen nicht einfach Aufgaben abzunehmen. Du unterstützt sie dabei, ihre eigenen Fähigkeiten zu nutzen und weiterzuentwickeln.

        Bei älteren Menschen oder Menschen mit Beeinträchtigungen kann es beispielsweise darum gehen, die Beweglichkeit durch Übungen, Spiele oder passende Tätigkeiten im Haushalt zu fördern.

        Bei Kindern unterstützt du die Entwicklung und begleitest sie beim Spielen, Lernen und Entdecken. Dabei berücksichtigst du Alter, Persönlichkeit und individuellen Entwicklungsstand.

        Du beobachtest, wobei eine Person Unterstützung braucht und was sie bereits selbstständig erledigen kann. Das verlangt Geduld und die Fähigkeit, nicht für jede Person automatisch dieselbe Lösung anzuwenden.

        Aktivitäten planen und durchführen

        Fachpersonen Betreuung organisieren soziale, erzieherische und kulturelle Aktivitäten. Damit förderst du Kontakte zwischen Menschen, Bewegung, Kreativität und die Teilnahme am Gemeinschaftsleben.

        Je nach Arbeitsort organisierst du zum Beispiel Spiele, Ausflüge, gemeinsames Kochen, kreative Tätigkeiten oder Bewegungsangebote.

        Auch wiederkehrende Rituale geben dem Alltag Struktur. Dazu können gemeinsame Mahlzeiten, Geburtstagsfeiern, Feste oder regelmässige Ausflüge gehören.

        Bei der Planung achtest du darauf, dass die Aktivitäten zu den Interessen und Fähigkeiten der betreuten Personen passen. Eine Aktivität, die für eine Gruppe geeignet ist, kann für eine andere zu schwierig oder zu wenig herausfordernd sein.

        Dokumentieren und kommunizieren

        Neben der direkten Betreuung gehören auch administrative Arbeiten zum Beruf. Du schreibst Berichte und Briefe und hältst wichtige Beobachtungen oder Entwicklungen fest.

        Je nach Situation kommunizierst du mit Angehörigen, Behörden oder weiteren Fachpersonen. Dabei musst du Informationen verständlich und verantwortungsvoll weitergeben.

        Auch innerhalb des Teams sind Absprachen wichtig. So wissen alle beteiligten Fachpersonen, was eine betreute Person benötigt und welche Ziele gemeinsam verfolgt werden.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Dein Arbeitsalltag unterscheidet sich je nach Fachrichtung stark. In einer Kita begleitest du beispielsweise eine Gruppe Kinder durch den Tag. In einem Wohnheim unterstützt du Menschen mit Beeinträchtigungen bei alltäglichen Aufgaben. In einer Institution für ältere Menschen stehen wiederum andere Bedürfnisse im Mittelpunkt.

        Du bist während eines grossen Teils deiner Arbeitszeit direkt mit Menschen zusammen. Deshalb lässt sich der Tagesablauf nicht immer vollständig vorausplanen. Stimmungen, Bedürfnisse oder unerwartete Situationen können dazu führen, dass du spontan reagieren musst.

        Du arbeitest normalerweise im Team und sprichst dich regelmässig mit anderen Betreuungspersonen und Fachleuten ab.

        Je nach Einrichtung sind die Arbeitszeiten unregelmässig. Einsätze am Abend, an Sonntagen oder an Feiertagen können dazugehören. In Einrichtungen, in denen Menschen rund um die Uhr betreut werden, können je nach Einsatzbereich auch weitere unregelmässige Arbeitszeiten vorkommen.

        Die verschiedenen Fachrichtungen

        Kinder

        In der Fachrichtung Kinder begleitest du Kinder im Alltag, zum Beispiel in einer Kita oder einer anderen Betreuungseinrichtung. Du spielst mit ihnen, gestaltest Aktivitäten und unterstützt ihre Entwicklung und Selbstständigkeit.

        Menschen mit Beeinträchtigung

        Hier begleitest du Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Du unterstützt sie bei alltäglichen Aufgaben, förderst ihre Fähigkeiten und hilfst ihnen dabei, möglichst selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

        Menschen im Alter

        In dieser Fachrichtung begleitest du ältere Menschen. Du unterstützt sie im Alltag, förderst ihre Beweglichkeit und Selbstständigkeit und gestaltest Aktivitäten, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen.

        Generalistische Ausbildung

        In der generalistischen Ausbildung lernst du verschiedene Bereiche der Betreuung kennen und wirst breiter auf die Arbeit mit unterschiedlichen Personengruppen vorbereitet.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest gerne mit Menschen arbeiten und echtes Interesse an ihren Bedürfnissen haben.
        • Einfühlungsvermögen hilft dir dabei, Situationen und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen.
        • Du solltest Vertrauen aufbauen können, da viele betreute Personen im Alltag auf deine Unterstützung angewiesen sind.
        • Ruhe und Gelassenheit sind wichtig, wenn eine Situation nicht wie geplant verläuft.
        • Du solltest tolerant und respektvoll mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, Lebensweisen und Bedürfnissen umgehen.
        • Emotionale Ausgeglichenheit hilft dir, auch mit schwierigen oder belastenden Situationen professionell umzugehen.
        • Pädagogische Fähigkeiten sind wichtig, wenn du Menschen in ihrer Entwicklung und Selbstständigkeit fördern möchtest.
        • Teamfähigkeit brauchst du, weil Betreuung fast immer gemeinsam mit anderen Fachpersonen organisiert wird.
        • Je nach Arbeitsort solltest du bereit sein, auch zu unregelmässigen Zeiten zu arbeiten.

        In der Schule helfen dir besonders Deutsch, Kommunikation und Fächer, in denen du dich mit Menschen, Gesellschaft oder Gesundheit beschäftigst. Wichtig ist vor allem, dass du gerne mit Menschen arbeitest und Verantwortung übernehmen kannst.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre. Du absolvierst die praktische Ausbildung beispielsweise in einem Wohnheim, einer Kita oder einer anderen Betreuungseinrichtung.

        In der Regel arbeitest du 3 bis 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 bis 2 Tage pro Woche die Berufsfachschule.

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige Grundlagen für die Betreuung. Diese Kurse dauern insgesamt 20 Tage während 3 Jahren.

        Die Ausbildung kann je nach Angebot auch an einer Vollzeitschule absolviert werden.

        Es gibt folgende Fachrichtungen:

        • Kinder
        • Menschen mit Beeinträchtigung
        • Menschen im Alter
        • Generalistische Ausbildung

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Fachmann/-frau Betreuung EFZ mit Angabe der Fachrichtung.

        Als zweijährige Ausbildung im verwandten Bereich gibt es ausserdem Assistent/in Gesundheit und Soziales EBA.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 835.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 1045.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 1400.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'000 - 4'300

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du zunächst Berufserfahrung sammeln und dich stärker auf eine bestimmte Personengruppe oder einen bestimmten Bereich der Betreuung konzentrieren.

        Mit einer Berufsprüfung kannst du dich zum Beispiel als Sozialbegleiter/in, Teamleiter/in in sozialen und sozialmedizinischen Institutionen, Fachmann/-frau Langzeitpflege und -betreuung oder Spezialist/in für die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen weiterbilden.

        Auch Berufsprüfungen als Arbeitsagoge/-agogin oder Job Coach/in Arbeitsintegration sind möglich. Diese Weiterbildungen führen stärker in die Begleitung von Menschen im Arbeitsalltag und bei ihrer beruflichen Integration.

        Mit einer höheren Fachprüfung kannst du dich unter anderem als Leiter/in von sozialen und sozialmedizinischen Organisationen, Supervisor/in-Coach/in oder Organisationsberater/in weiterentwickeln.

        An einer Höheren Fachschule stehen verschiedene Wege offen, zum Beispiel als Sozialpädagoge/-pädagogin HF, Kindheitspädagoge/-pädagogin HF, Gemeindeanimator/in HF oder Aktivierungsfachmann/-frau HF.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, beispielsweise in Sozialer Arbeit, Ergotherapie oder Angewandter Psychologie.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Je nach Fachrichtung arbeitest du beispielsweise in Kitas, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Altersheimen, Wohnheimen oder Institutionen für Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen.

        Mit Berufserfahrung und entsprechenden Weiterbildungen kannst du mehr Verantwortung übernehmen, Teams führen oder später in die Leitung und das Management sozialer Institutionen wechseln.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne eng mit Menschen zusammenarbeitest und es dir wichtig ist, sie in ihrem Alltag und ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Du solltest geduldig sein und akzeptieren können, dass jeder Mensch andere Fähigkeiten, Bedürfnisse und Grenzen hat.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du wenig direkten Kontakt mit Menschen möchtest oder Schwierigkeiten damit hast, ruhig auf emotionale und unerwartete Situationen zu reagieren. Auch Nähe, Verantwortung und teilweise unregelmässige Arbeitszeiten gehören zum Berufsalltag.

        Wenn du gerne Verantwortung für andere Menschen übernimmst, organisierst und gleichzeitig ihre Selbstständigkeit fördern möchtest, kann Fachmann/-frau Betreuung EFZ gut zu dir passen.