Fachmann/-frau Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ
Fachpersonen Bewegungs- und Gesundheitsförderung begleiten Menschen dabei, sich gesund zu bewegen und ihre Fitness zu verbessern. Sie arbeiten mit Kundinnen und Kunden verschiedener Altersgruppen, erstellen passende Trainings- und Entspannungsprogramme und zeigen, wie Geräte und Übungen richtig eingesetzt werden.
Der Beruf verbindet Bewegung, Beratung, Motivation und Organisation. Du arbeitest sowohl praktisch im Trainingsbereich als auch am Empfang und am Computer. Gleichzeitig brauchst du Freude am Umgang mit Menschen und solltest sie motivieren können, ohne unrealistische Versprechen zu machen.
Was machst du in diesem Beruf?
Zu Beginn lernst du die Kundin oder den Kunden kennen. Du fragst nach persönlichen Zielen, Bedürfnissen, Lebensgewohnheiten und bisherigen Erfahrungen mit Bewegung.
Gemeinsam füllt ihr einen Gesundheitsfragebogen aus und legt realistische Ziele fest. Dabei kann es zum Beispiel darum gehen, die Ausdauer zu verbessern, beweglicher zu werden oder regelmässiger körperlich aktiv zu sein.
Auf dieser Grundlage stellst du ein Trainingsprogramm zusammen und passt es später an die Entwicklung der Person an.
Training begleiten
Du erklärst verschiedene Übungen und zeigst, wie Fitnessgeräte richtig verwendet werden. Dazu können zum Beispiel Laufbänder, Fahrradergometer oder Rudergeräte gehören.
Während des Trainings beobachtest du die Bewegungsabläufe und korrigierst die Körperhaltung, wenn eine Übung nicht richtig ausgeführt wird.
Du misst und dokumentierst die Leistungen und besprichst die Fortschritte mit der Kundschaft. Motivation gehört dabei ebenfalls zu deiner Arbeit.
Je nach Betrieb leitest du auch Gruppenkurse. Dabei führst du Bewegungsprogramme mit Musik durch, die zum Beispiel Koordination, Beweglichkeit oder Ausdauer fördern.
Sicherheit im Training
Während des Trainings musst du aufmerksam bleiben. Du beobachtest die Teilnehmenden und erkennst Situationen, in denen eine Übung abgebrochen oder Unterstützung geholt werden muss.
Wenn eine gesundheitliche Gefahr entsteht, reagierst du entsprechend und schlägst bei Bedarf Alarm.
Du bist deshalb nicht nur für Motivation und Bewegung zuständig, sondern musst auch verantwortungsvoll auf mögliche Risiken achten.
Beratung und Verkauf
Fachpersonen Bewegungs- und Gesundheitsförderung beraten Kundinnen und Kunden auch zu den Angeboten des Betriebs.
Du erklärst verschiedene Programme und Dienstleistungen und verkaufst beispielsweise Abonnements. Je nach Betrieb gehören auch Produkte wie Sportmaterial oder Sportbekleidung zum Verkauf.
Du informierst dich laufend über neue Entwicklungen und Trends im Bewegungs- und Gesundheitsbereich, damit deine Beratung aktuell bleibt.
Administrative Aufgaben
Neben der Arbeit im Trainingsraum erledigst du verschiedene organisatorische Aufgaben. Du führst den Terminkalender, beantwortest Telefonanrufe und hältst Kundendaten aktuell.
Ausserdem verschickst du Informationen, stellst Rechnungen aus, erstellst Statistiken und führst Befragungen durch. Auch Beschwerden oder Rückmeldungen der Kundschaft bearbeitest du.
Geräte und Räume pflegen
Damit das Training sicher durchgeführt werden kann, kontrollierst du Geräte und Sportmaterial regelmässig.
Du achtest darauf, dass Trainingsräume und Einrichtungen gepflegt bleiben und die Hygienevorschriften eingehalten werden.
Reinigungsmittel und andere Stoffe werden nach den geltenden Vorgaben verwendet und entsorgt.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Du arbeitest häufig in Fitness-, Wellness- oder Gesundheitscentern. Ein Teil des Tages findet im Trainings- oder Kursraum statt, ein anderer am Empfang oder am Computer.
Dadurch wechselst du zwischen Bewegung, Beratung, Organisation und administrativen Aufgaben. Du bist selbst körperlich aktiv, trainierst aber nicht den ganzen Tag mit.
Der Kontakt mit Menschen ist zentral. Du arbeitest mit Kundinnen und Kunden, die unterschiedliche Ziele, körperliche Voraussetzungen und Motivationen mitbringen.
Die Arbeitszeiten können unregelmässig sein. Fitnesscenter sind häufig bis am Abend und auch am Wochenende geöffnet, weshalb entsprechende Einsätze zum Beruf gehören können.
Was solltest du mitbringen?
- Du solltest Freude an Bewegung und körperlicher Aktivität haben.
- Ein gutes Gefühl für Bewegungsabläufe und Koordination hilft dir dabei, Übungen korrekt vorzuführen und Fehler zu erkennen.
- Pädagogische Fähigkeiten sind wichtig, weil du Übungen erklären und Menschen beim Lernen begleiten musst.
- Du solltest Vertrauen aufbauen können und respektvoll mit unterschiedlichen Personen umgehen.
- Körperliche Belastbarkeit ist hilfreich, weil du im Berufsalltag viel stehst und dich regelmässig bewegst.
- Freude an Beratung und Verkauf gehört dazu, weil du Kundinnen und Kunden auch zu Angeboten und Dienstleistungen informierst.
- Ein Sinn für Gastfreundschaft hilft dir dabei, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
- Hygiene und Sauberkeit sind wichtig, da viele Menschen dieselben Trainingsräume und Geräte benutzen.
- Du solltest bereit sein, je nach Betrieb auch abends oder am Wochenende zu arbeiten.
In der Schule helfen dir besonders Sport, Biologie, Deutsch und Mathematik. Du solltest dich für den menschlichen Körper interessieren und Informationen verständlich erklären können.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre. Du absolvierst deine praktische Ausbildung in einem Fitness- oder Gesundheitscenter, einem Gymnastikstudio oder bei einem Sportamt.
In der Regel arbeitest du 3 bis 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 bis 2 Tage pro Woche die Berufsfachschule.
Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese dauern insgesamt 15 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Fachmann/-frau Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 700.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1250.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'100 - 4'300
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du Berufserfahrung sammeln und dich auf bestimmte Bereiche der Bewegung, Fitness oder Gesundheitsförderung spezialisieren.
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich zum Beispiel als Spezialist/in Bewegungs- und Gesundheitsförderung BP weiterbilden. Damit vertiefst du dein Fachwissen und kannst anspruchsvollere Beratungs- oder Trainingsaufgaben übernehmen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Berufsprüfung als Trainer/in Leistungssport BP. Diese Weiterbildung führt stärker in die Betreuung und Entwicklung von leistungsorientierten Sportlerinnen und Sportlern.
Mit der höheren Fachprüfung als Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung HFP kannst du zusätzliche fachliche und organisatorische Verantwortung übernehmen.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, zum Beispiel ein Bachelor of Science in Sports, Bachelor of Science in Physiotherapie oder Bachelor of Science in Ernährung und Diätetik.
Wo kannst du später arbeiten?
Fachpersonen Bewegungs- und Gesundheitsförderung arbeiten in Fitness-, Wellness- und Gesundheitscentern sowie in Gymnastikstudios.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten gibt es bei Sportämtern, Sportvereinen, Hotels und anderen Einrichtungen der Bewegungs- und Gesundheitsförderung. Besonders in grösseren Städten und Tourismusregionen gibt es entsprechende Betriebe.
Mit zunehmender Berufserfahrung kannst du mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise ein Fitnesscenter leiten. Mit der passenden Erfahrung und Weiterbildung ist auch die Selbstständigkeit möglich.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du Bewegung magst und gleichzeitig gerne mit Menschen arbeitest. Du solltest Freude daran haben, Übungen zu erklären, Fortschritte zu begleiten und andere zu motivieren.
Wichtig ist aber auch die andere Seite des Berufs: Du trainierst nicht einfach den ganzen Tag selbst. Beratung, Verkauf, Administration, Gerätepflege und Kundenkontakt gehören genauso dazu.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du möglichst wenig mit Menschen arbeiten möchtest oder Abend- und Wochenendeinsätze für dich grundsätzlich nicht infrage kommen.
Wenn du Sport, Gesundheitsförderung, Beratung und Kundenkontakt miteinander verbinden möchtest, kann Fachmann/-frau Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ gut zu dir passen.
