Feinwerkoptiker/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Feinwerkoptiker/in EFZ

        Feinwerkoptikerinnen und Feinwerkoptiker stellen hochpräzise Bauteile für optische Geräte her. Dazu gehören zum Beispiel Linsen, Prismen und andere Komponenten für Fotoapparate, Mikroskope oder optische Messinstrumente.

        Der Beruf verbindet Feinmechanik, Optik und präzise Maschinenarbeit. Du arbeitest mit Glas, Kristallen, Metallen und Kunststoffen und musst sehr exakt vorgehen, weil schon kleinste Abweichungen die Funktion eines optischen Bauteils beeinflussen können.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Bevor ein optisches Bauteil hergestellt wird, liest du technische Zeichnungen und machst dich mit den genauen Vorgaben vertraut.

        Du erstellst Werkstattskizzen, bereitest Werkzeuge und Maschinen vor und planst die einzelnen Arbeitsschritte. Dazu gehören auch Materiallisten und die Berechnung der benötigten Arbeitszeit.

        Die Vorbereitung ist wichtig, weil die späteren Teile sehr genaue Masse, Winkel und Oberflächen haben müssen.

        Glas präzise bearbeiten

        Ein zentraler Teil deiner Arbeit ist die Bearbeitung von Glas und anderen optischen Materialien.

        Du stellst Maschinen so ein, dass Schnittgeschwindigkeit, Tiefe und weitere Werte zum gewünschten Bauteil passen. Anschliessend schneidest du Rohglas und trennst es beispielsweise mit einer Schleifscheibe oder Diamantsäge.

        Danach bearbeitest du die Oberflächen weiter. Du schleifst und polierst sie so lange, bis sie den technischen Anforderungen entsprechen.

        Bei Linsen und Prismen kommt es auf besonders genaue Formen und Winkel an. Deshalb arbeitest du Schritt für Schritt und kontrollierst das Ergebnis immer wieder.

        Qualität messen und kontrollieren

        Nach der Bearbeitung prüfst du die hergestellten Teile mit verschiedenen Mess- und Prüfmethoden.

        Du kontrollierst beispielsweise Form, Winkel und Ebenheit der Oberfläche. Wenn ein Teil nicht den Vorgaben entspricht, suchst du nach der Ursache und korrigierst den Fehler, sofern das möglich ist.

        Konzentration und Genauigkeit sind dabei entscheidend. Bei optischen Bauteilen können bereits sehr kleine Abweichungen relevant sein.

        Optische und mechanische Teile zusammenbauen

        Nach der Bearbeitung reinigst und bürstest du die einzelnen Teile und bereitest sie für die Montage vor.

        Optische und mechanische Komponenten verbindest du beispielsweise durch Kleben oder Löten. Andere Teile befestigst du mit Stiften, Keilen oder Schrauben.

        Anschliessend baust du die fertigen Komponenten in optische Geräte oder Instrumente ein.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Feinwerkoptikerin oder Feinwerkoptiker arbeitest du je nach Aufgabe in einer Produktionshalle, einem Prüflabor oder im Büro.

        Einen grossen Teil der praktischen Arbeit erledigst du an Maschinen und Arbeitsplätzen in der Produktion. Dabei arbeitest du viel im Stehen.

        Andere Aufgaben verlangen sehr konzentriertes Arbeiten beim Messen, Prüfen oder Zusammenbauen kleiner und präziser Komponenten.

        Du arbeitest in Unternehmen, die optische Instrumente und Apparate herstellen.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest technisches Verständnis haben und gerne nachvollziehen, wie präzise Bauteile funktionieren.
        • Manuelles Geschick ist wichtig, weil du kleine Komponenten genau bearbeitest und montierst.
        • Ein gutes Sehvermögen hilft dir dabei, Oberflächen und kleine Abweichungen zu erkennen.
        • Du solltest sehr sorgfältig und exakt arbeiten können.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir beim Lesen technischer Zeichnungen und beim Herstellen dreidimensionaler Teile.
        • Eine gute Konzentrationsfähigkeit ist wichtig, weil viele Arbeitsschritte hohe Präzision verlangen.
        • Körperliche Belastbarkeit ist hilfreich, da du einen Teil deiner Arbeit im Stehen ausführst.
        • Du solltest gerne mit Maschinen und technischen Geräten arbeiten.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie, Physik und technische Fächer. Wichtig sind vor allem logisches Denken, Genauigkeit und Interesse an Technik und Optik.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 4 Jahre. Du absolvierst deine praktische Ausbildung in einem Betrieb der optischen Industrie.

        In der Regel arbeitest du 3 bis 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 bis 2 Tage pro Woche die Berufsfachschule.

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese dauern insgesamt 28 Tage während 4 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Lehrbetriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Feinwerkoptiker/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 450.– bis 700.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 730.– bis 900.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 930.– bis 1100.–
        • 4. Lehrjahr: CHF 940.– bis 1400.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'000 - 4'500

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du Berufserfahrung sammeln und dich stärker auf Produktion, Qualitätssicherung, technische Abläufe oder andere Bereiche der optischen Industrie spezialisieren.

        Mit einer Berufsprüfung kannst du dich beispielsweise als Prozessfachmann/-frau BP oder Technische/r Kaufmann/-frau BP weiterbilden.

        Mit der höheren Fachprüfung als Produktionsleiter/in Industrie HFP kannst du dich für anspruchsvolle Führungs- und Produktionsaufgaben qualifizieren.

        An einer Höheren Fachschule ist beispielsweise die Weiterbildung als Maschinenbautechniker/in HF möglich.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du auch an einer Fachhochschule studieren, zum Beispiel Bachelor of Science in Elektrotechnik und Informationstechnologie, Bachelor of Science in Systemtechnik oder Bachelor of Science in Mikrotechnik.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Feinwerkoptikerinnen und Feinwerkoptiker arbeiten in Unternehmen, die optische Instrumente, Messgeräte und andere optische Apparate herstellen.

        Mit zunehmender Erfahrung kannst du zusätzliche Verantwortung übernehmen, zum Beispiel als Vorarbeiter/in, Teamleiter/in, Expert/in oder Verkaufsberater/in.

        Je nach Betrieb kannst du dich stärker auf die Herstellung, Montage oder Qualitätskontrolle optischer Komponenten konzentrieren.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du technische Präzision spannend findest und gerne konzentriert mit kleinen Bauteilen und Maschinen arbeitest. Du solltest Freude daran haben, sehr genau zu messen, zu schleifen, zu polieren und zu kontrollieren.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn dir langes konzentriertes Arbeiten oder sehr genaue Vorgaben Mühe bereiten. Auch ein Teil der Arbeit im Stehen und der regelmässige Umgang mit Maschinen gehören dazu.

        Wenn dich Optik, Technik und hochpräzises Arbeiten interessieren, kann Feinwerkoptiker/in EFZ gut zu dir passen.