Formenbauer/in EFZ
Formenbauerinnen und Formenbauer stellen präzise Formen und Modelle für die industrielle Produktion her. Solche Formen werden zum Beispiel gebraucht, um Kunststoffteile, PET-Flaschen, Behälter, Spielzeug oder Autoteile herzustellen. Auch für die Metallindustrie bauen sie Modelle, die später beim Giessen eingesetzt werden.
Der Beruf verbindet Konstruktion, Maschinenarbeit und präzises Handwerk. Du arbeitest mit CAD-Daten, bearbeitest unterschiedliche Materialien und stellst Formen so genau her, dass daraus später viele identische Produkte gefertigt werden können.
Was machst du in diesem Beruf?
Bevor du mit der Herstellung beginnst, prüfst du technische Zeichnungen und CAD-Dateien am Computer. Du musst verstehen, welche Form oder welches Modell benötigt wird und welche Masse eingehalten werden müssen.
Falls nötig passt du Daten an oder erstellst neue Zeichnungen. Anschliessend planst du die einzelnen Arbeitsschritte, schätzt die Kosten und bestimmst, welche Materialien benötigt werden.
Je nach Auftrag arbeitest du zum Beispiel mit Holz, Metall, festen oder flüssigen Kunststoffen oder Faser-Verbundwerkstoffen.
Formen herstellen
Für die Herstellung von Formen setzt du unterschiedliche Verfahren ein. Du kannst beispielsweise ein Modell aus Aluminium fräsen oder eine Form aus Harz herstellen.
Je nach Material muss die Form anschliessend trocknen, aushärten oder abkühlen. Danach löst du den Abdruck vorsichtig heraus.
Du vergleichst Masse und Konturen mit dem ursprünglichen Modell oder der technischen Zeichnung. Wenn etwas noch nicht stimmt, passt du die Form entsprechend an.
Separat gefertigte Bauteile werden anschliessend geklebt oder montiert. Zum Schluss bearbeitest du die Oberflächen so, dass sie den verlangten Vorgaben entsprechen.
Modelle für Giessereien herstellen
Neben Formen stellst du auch Modelle her, die später für Gussverfahren in der Metallindustrie gebraucht werden.
Dafür wählst du geeignete Füllmaterialien aus, giesst sie in eine Form und wartest, bis das Modell hergestellt werden kann. Anschliessend nimmst du es aus der Form, reinigst es und bereitest es für die Giesserei vor.
Bei Modellen aus Holz überträgst du zunächst die Masse aus der Zeichnung auf das Material. Danach schneidest und sägst du die einzelnen Stücke mit Maschinen zu.
Das Modell bringst du durch Formen, Hobeln, Schleifen und Feilen auf die verlangten Masse. Zum Schluss behandelst du die Oberfläche.
Mit modernen Maschinen arbeiten
Formenbauerinnen und Formenbauer arbeiten nicht nur von Hand. Moderne Maschinen spielen im Berufsalltag eine wichtige Rolle.
Du stellst Maschinen ein, programmierst sie und überwachst die Bearbeitung. Dadurch können komplizierte Formen und Konturen sehr präzise hergestellt werden.
Nach der Arbeit wartest du die Maschinen und sorgst dafür, dass Werkzeuge und Arbeitsplatz sauber bleiben.
Material und Lager verwalten
Auch die Organisation des Materials gehört zu deinen Aufgaben. Du kontrollierst die Lagerbestände und bestellst neue Materialien, wenn etwas fehlt.
Restmaterialien und Abfälle entsorgst oder recycelst du fachgerecht.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Formenbauer/in arbeitest du hauptsächlich in einer Werkstatt. Je nach Betrieb führst du viele Arbeiten selbstständig aus oder arbeitest in einem kleinen Team.
Du wechselst zwischen Computerarbeit, Maschinenbedienung und handwerklicher Bearbeitung. Ein Auftrag kann mit einer CAD-Zeichnung beginnen und später an Fräsmaschinen, Sägen oder anderen Werkzeugen weitergeführt werden.
Beim Arbeiten mit Maschinen kann es laut sein. Eine gewisse Lärmtoleranz gehört deshalb zum Beruf.
Da Formen und Modelle sehr genau sein müssen, arbeitest du häufig konzentriert und kontrollierst Masse und Oberflächen mehrfach.
Was solltest du mitbringen?
- Du solltest handwerklich geschickt sein und gerne präzise arbeiten.
- Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir, technische Zeichnungen in dreidimensionale Formen umzusetzen.
- Du solltest selbstständig arbeiten und Verantwortung für einzelne Arbeitsschritte übernehmen können.
- Zeichnerisches Verständnis ist wichtig beim Lesen und Anpassen technischer Zeichnungen und CAD-Daten.
- Du solltest mit einer teilweise lauten Werkstattumgebung zurechtkommen.
- Analytisches Denken hilft dir, Probleme bei Formen, Modellen oder Produktionsabläufen zu erkennen.
- Ein Flair für Zahlen ist wichtig, weil du Masse, Materialmengen und Kosten berechnest.
- Eine systematische Arbeitsweise hilft dir, komplexe Aufträge Schritt für Schritt umzusetzen.
- Du solltest gerne mit Maschinen, Metall und anderen technischen Materialien arbeiten.
In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie, technisches Zeichnen und Informatik. Wichtig sind vor allem räumliches Denken, Genauigkeit und Interesse an Technik.
Ausbildung
Die Lehre dauert 4 Jahre. Du absolvierst deine praktische Ausbildung in einem Modellbaubetrieb oder einer Giesserei.
In der Regel arbeitest du 3 bis 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 bis 2 Tage pro Woche die Berufsfachschule in Lenzburg (AG).
Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in Lenzburg. Dort lernst, vertiefst und übst du wichtige berufliche Grundlagen. Diese dauern insgesamt 26 Tage während 4 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Lehrbetriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Formenbauer/in EFZ.
Als zweijährige Ausbildung im gleichen Berufsfeld gibt es ausserdem Formenpraktiker/in EBA.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 600.– bis 700.–
- 2. Lehrjahr: CHF 700.– bis 850.–
- 3. Lehrjahr: CHF 900.– bis 1100.–
- 4. Lehrjahr: CHF 1150.– bis 1350.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'500 - 4'800
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du Berufserfahrung sammeln und dich auf bestimmte Werkstoffe, Fertigungsverfahren oder Maschinen spezialisieren.
Mit einer Berufsprüfung als Prozessfachmann/-frau BP kannst du dich stärker mit Produktionsabläufen, Planung und Prozessoptimierung beschäftigen.
Mit der höheren Fachprüfung als Produktionsleiter/in Industrie HFP kannst du dich auf anspruchsvolle Führungsaufgaben in der industriellen Produktion vorbereiten.
An einer Höheren Fachschule kannst du dich beispielsweise als Maschinenbautechniker/in HF oder Prozesstechniker/in HF weiterbilden.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, zum Beispiel ein Bachelor of Science in Maschinentechnik, Bachelor of Science in Wirtschaftsingenieurwesen oder Bachelor of Science in Industrial Design.
Wo kannst du später arbeiten?
Formenbauerinnen und Formenbauer arbeiten hauptsächlich in Modellbaubetrieben und Giessereien. Dabei handelt es sich häufig um kleine oder mittelgrosse Unternehmen.
Je nach Betrieb arbeitest du an Formen für die Kunststoffindustrie, an Modellen für Giessereien oder an spezialisierten Einzelanfertigungen.
Der Arbeitsmarkt gilt als gut. Gleichzeitig ist die Zahl der Ausbildungsbetriebe eher klein, weshalb nur wenige Lehrstellen angeboten werden.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du Technik und präzises Handwerk miteinander verbinden möchtest. Du solltest gerne mit Maschinen arbeiten, technische Zeichnungen verstehen und Freude daran haben, aus verschiedenen Materialien genaue Formen und Modelle herzustellen.
Weniger passend ist der Beruf, wenn dir konzentriertes und sehr genaues Arbeiten Mühe bereitet oder du technische Zeichnungen und Maschinen möglichst vermeiden möchtest.
Wenn du Konstruktion, CAD, Maschinenarbeit und handwerkliche Präzision spannend findest, kann Formenbauer/in EFZ gut zu dir passen.
