Gerüstbauer/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Gerüstbauer/in EFZ

        Gerüstbauerinnen und Gerüstbauer EFZ bauen Gerüste, Plattformen und provisorische Dächer für Baustellen und Veranstaltungen auf und wieder ab. Ihre Konstruktionen werden bei Neubauten, Renovationen sowie an Bauwerken wie Brücken, Tunneln oder Türmen eingesetzt.

        Der Beruf ist körperlich, technisch und findet fast vollständig draussen statt. Du arbeitest mit Metallteilen, Hebegeräten und Werkzeugen, planst den Aufbau und sorgst dafür, dass Gerüste stabil und sicher benutzt werden können.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Bevor ein Gerüst aufgebaut wird, schaust du dir die Pläne und die Baustelle genau an. Du hältst wichtige Masse fest und erstellst bei Bedarf Skizzen.

        Du beurteilst den Untergrund und prüfst, welche Belastungen Boden und Gerüst aushalten können.

        Anschliessend bestimmst du, welche Gerüstart für den Auftrag geeignet ist, zum Beispiel ein Fassadengerüst.

        Montagearbeiten planen

        Du planst den Ablauf der Gerüstmontage und berücksichtigst dabei sowohl Sicherheitsanforderungen als auch die Arbeiten anderer Berufsleute auf der Baustelle.

        Gerüste müssen so aufgebaut werden, dass Handwerkerinnen und Handwerker ihre Arbeiten sicher ausführen können und gleichzeitig genügend Platz für andere Baustellenarbeiten bleibt.

        Je nach Auftrag informierst du auch Kundinnen und Kunden über die vorgesehenen Arbeiten an der Gebäudehülle.

        Material vorbereiten und transportieren

        Vor dem Aufbau kontrollierst du Gerüstteile, Werkzeuge und weitere Arbeitsgeräte und stellst alles zusammen, was auf der Baustelle benötigt wird.

        Das Material wird sicher auf Fahrzeuge geladen, transportiert und vor Ort richtig gelagert.

        Da Gerüstteile schwer und sperrig sein können, setzt du je nach Baustelle Aufzüge, Hebebühnen oder andere Hebegeräte ein.

        Baustelle sichern

        Bevor die Montage beginnt, richtest du den Arbeitsplatz ein und sicherst die Umgebung.

        Du stellst beispielsweise Absperrungen und Verkehrsschilder auf, damit Personen und Fahrzeuge nicht in den Gefahrenbereich gelangen.

        Ausserdem kontrollierst du nochmals, ob der Untergrund stabil genug ist und wie viel Gewicht das Gerüst tragen darf.

        Gerüste aufbauen

        Beim eigentlichen Aufbau montierst du Gerüstrahmen, Stahlrohre, Stützen und Verstrebungen und befestigst die Konstruktion sicher am Gebäude.

        Du errichtest feste oder fahrbare Gerüste, zum Beispiel an Fassaden, Türmen, Kaminen oder in Treppenhäusern.

        Danach baust du Arbeitsplattformen, Geländer, Leitern, Treppen und notwendige Notzugänge ein.

        Während des gesamten Aufbaus musst du genau darauf achten, dass die Konstruktion stabil ist und die vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen erfüllt.

        Mit Hebegeräten und Kranen arbeiten

        Gerüstmaterial muss teilweise mehrere Stockwerke nach oben transportiert werden. Dafür setzt du je nach Baustelle Aufzüge, Hebegeräte oder Krane ein.

        Damit werden Gerüstteile und teilweise auch Personen sicher auf die benötigte Höhe gebracht.

        Du musst dabei genau wissen, welche Belastungen zulässig sind und wie das Material sicher bewegt wird.

        Schutzvorrichtungen erstellen

        Gerüste dienen nicht nur als Arbeitsplattform. Sie schützen auch Menschen auf und neben der Baustelle.

        Du montierst beispielsweise Schutzdächer, Schutzplanen und Netze. Ausserdem baust du sichere Durchgänge für Fussgängerinnen und Fussgänger.

        Je nach Auftrag errichtest du auch Hilfsbrücken oder andere provisorische Konstruktionen.

        Bühnen und Tribünen aufbauen

        Gerüstbautechnik wird auch ausserhalb klassischer Baustellen eingesetzt.

        Für Veranstaltungen kannst du beispielsweise Bühnen und Tribünen aufbauen. Auch hier müssen alle Bauteile genau montiert und auf ihre Stabilität kontrolliert werden.

        Gerüste kontrollieren und abbauen

        Nach der Montage kontrollierst du das Gerüst und hältst wichtige Angaben in Berichten fest.

        Wenn die Bauarbeiten beendet sind, baust du die Konstruktion in der vorgesehenen Reihenfolge wieder ab.

        Die Gerüstteile werden anschliessend zur Lagerhalle transportiert, gereinigt und auf Schäden kontrolliert.

        Werkzeuge und Bauteile hältst du instand und Abfälle entsorgst du umweltgerecht.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Gerüstbauer/in EFZ arbeitest du hauptsächlich draussen auf Baustellen und bist bei unterschiedlichen Wetterbedingungen im Einsatz.

        Du arbeitest häufig in grosser Höhe. Deshalb trägst du Schutzausrüstung mit Helm, Handschuhen und Sicherheitsschuhen und sicherst dich bei Arbeiten in der Höhe zusätzlich ab.

        Der Beruf ist körperlich anspruchsvoll. Du bewegst Gerüstteile, steigst viel und arbeitest oft mit den Händen.

        Da Gerüste gemeinsam aufgebaut werden, spielt Teamarbeit eine grosse Rolle. Die einzelnen Arbeitsschritte müssen gut aufeinander abgestimmt sein.

        Die Arbeitszeiten sind grundsätzlich regelmässig, können sich aber je nach Jahreszeit verändern. Im Sommer gibt es in der Regel mehr Arbeit als im Winter.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest schwindelfrei sein und dich auch in grösserer Höhe sicher fühlen.
        • Manuelles Geschick ist wichtig beim Montieren und Sichern der Gerüstteile.
        • Du solltest körperlich belastbar sein, weil die Arbeit viel Bewegung und Kraft verlangt.
        • Teamfähigkeit ist wichtig, da Gerüste gemeinsam aufgebaut und abgebaut werden.
        • Du solltest bei unterschiedlichen Temperaturen und Wetterbedingungen draussen arbeiten können.
        • Bereitschaft zum Unterwegssein ist wichtig, weil du auf wechselnden Baustellen arbeitest.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir, Pläne und Gerüstkonstruktionen richtig umzusetzen.
        • Du solltest Sicherheitsvorschriften konsequent einhalten und auch unter körperlicher Belastung aufmerksam bleiben.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie und Werken. Wichtig sind vor allem räumliches Denken, praktisches Geschick und eine sorgfältige Arbeitsweise.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre. Du absolvierst deine praktische Ausbildung in einem Betrieb der Gebäudehüllen- oder Gerüstbaubranche.

        Der Unterricht an der Berufsfachschule findet in Blockkursen statt. Du besuchst pro Jahr während insgesamt 8 Wochen das Bildungszentrum Polybau in Uzwil (SG).

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in Uzwil. Diese dauern insgesamt 35 Tage während 3 Jahren.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Gerüstbauer/in EFZ.

        Als zweijährige Ausbildung im gleichen Berufsfeld gibt es ausserdem Gerüstbaupraktiker/in EBA.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 1000.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 1200.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 1400.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: ca. CHF 5'000

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du dein Fachwissen mit Kursen des Bildungszentrums Polybau erweitern.

        In der Regel kannst du auch eine verkürzte Zusatzlehre in einem verwandten Beruf der Gebäudehülle absolvieren, zum Beispiel als Abdichter/in EFZ, Dachdecker/in EFZ, Fassadenbauer/in EFZ, Solarinstallateur/in EFZ oder Fachmann/-frau Sonnenschutz und Storentechnik EFZ.

        Mit einer spezifischen Weiterbildung und dem Diplom des Bildungszentrums Polybau kannst du dich zum Gruppenleiter/in Gerüstbau weiterentwickeln und mehr Verantwortung innerhalb eines Teams übernehmen.

        Mit der Berufsprüfung als Bauführer/in Gebäudehülle BP kannst du dich stärker auf Planung, Organisation und Leitung von Baustellen konzentrieren.

        Mit einer höheren Fachprüfung sind Abschlüsse als Gebäudehüllen-Meister/in HFP oder Gebäudehüllenplaner/in HFP möglich.

        An einer Höheren Fachschule kannst du dich in Richtung Techniker/in HF Bauführung weiterbilden.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist auch ein Fachhochschulstudium möglich, zum Beispiel ein Bachelor of Science in Bauingenieurwissenschaften.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Gerüstbauerinnen und Gerüstbauer EFZ arbeiten hauptsächlich in spezialisierten Gerüstbaubetrieben oder in Bauunternehmen.

        Dabei handelt es sich häufig um kleine oder mittelgrosse Unternehmen.

        Deine Einsatzorte wechseln je nach Auftrag. Du arbeitest beispielsweise an Wohnhäusern, Geschäftsgebäuden, Brücken, Türmen oder anderen Bauwerken und teilweise auch bei Veranstaltungen.

        Mit einigen Jahren Berufserfahrung kannst du verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen und beispielsweise ein Team leiten.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne draussen und körperlich arbeitest, keine Höhenangst hast und sichtbare Konstruktionen aufbauen möchtest. Du solltest gerne im Team arbeiten und Verantwortung für Sicherheit übernehmen können.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn dir Arbeiten in grosser Höhe unangenehm sind oder du hauptsächlich im Büro und unabhängig vom Wetter arbeiten möchtest.

        Wenn du Höhe, Baustellen, körperliche Arbeit und technisches Handwerk miteinander verbinden möchtest, kann Gerüstbauer/in EFZ gut zu dir passen.