Gleisbauer/in EFZ
Gleisbauerinnen und Gleisbauer EFZ bauen, kontrollieren und unterhalten Gleisanlagen für Züge, Trams und Bergbahnen. Sie verlegen Schienen und Weichen, erstellen und verdichten das Gleisbett und sorgen dafür, dass beschädigte Teile rechtzeitig repariert oder ersetzt werden.
Der Beruf ist körperlich, technisch und findet fast vollständig draussen statt. Du arbeitest mit schweren Maschinen, Messgeräten und Werkzeugen und musst Sicherheitsvorschriften sehr genau einhalten, weil du direkt an Verkehrswegen arbeitest.
Was machst du in diesem Beruf?
Bevor die eigentlichen Gleisbauarbeiten beginnen, liest du Pläne und bereitest den Einsatz vor.
Du planst die einzelnen Arbeitsschritte und stellst Material, Geräte und Maschinen bereit.
Das benötigte Material transportierst du zur Baustelle und lagerst es dort so, dass es sicher und gut erreichbar ist.
Baustellen vorbereiten und sichern
Arbeiten an Gleisen müssen besonders sorgfältig abgesichert werden.
Du beurteilst mögliche Gefahren und stellst je nach Situation Verkehrsschilder, Sicherheitszäune oder Beleuchtung auf.
Damit schützt du sowohl das Arbeitsteam als auch andere Personen im Bereich der Baustelle.
Das Gleisbett vorbereiten
Bevor Schienen verlegt werden können, muss der Untergrund vorbereitet werden.
Du sicherst Böschungen und sorgst dafür, dass das Gleisbett stabil und eben ist.
Ein wichtiger Bestandteil ist Schotter. Diese kantigen Steine bilden einen stabilen Untergrund für die Gleise und helfen dabei, Belastungen aufzunehmen.
Schienen verlegen
Auf dem vorbereiteten Gleisbett verlegst du die Schienen.
Dabei arbeitest du mit Maschinen, Hebezeugen und verschiedenen Werkzeugen, da die Bauteile schwer und gross sind.
Die einzelnen Schienen werden genau ausgerichtet und miteinander verbunden.
Schienen verschweissen
Zu deinen Aufgaben gehört auch das Verschweissen von Schienenverbindungen.
Dabei müssen die einzelnen Elemente präzise zusammengefügt werden, damit eine durchgehende und stabile Strecke entsteht.
Genaues Arbeiten ist besonders wichtig, weil die fertigen Gleise später hohen Belastungen durch Züge oder andere Schienenfahrzeuge ausgesetzt sind.
Schotter einfüllen und verdichten
Nach dem Verlegen der Gleise füllst du Schotter ein und verdichtest ihn.
Dadurch wird das Gleisbett stabilisiert und die Gleisanlage erhält den notwendigen Halt.
Für diese Arbeiten kommen unterschiedliche Baumaschinen und Geräte zum Einsatz.
Weichen einbauen
Weichen ermöglichen es Zügen, von einem Gleis auf ein anderes zu wechseln.
Du verlegst diese Bauteile nach den geltenden Vorschriften und kontrollierst anschliessend, ob sie richtig funktionieren.
Da Weichen wichtige Bestandteile des Bahnverkehrs sind, ist dabei besonders sorgfältiges Arbeiten erforderlich.
Gleise kontrollieren
Gleisbauerinnen und Gleisbauer bauen nicht nur neue Strecken. Ein grosser Teil der Arbeit besteht auch darin, bestehende Gleisanlagen regelmässig zu kontrollieren.
Du prüfst den Zustand von Schienen und Weichen und suchst nach Schäden oder Verschleiss, die die Sicherheit beeinträchtigen könnten.
Mit Messgeräten stellst du fest, welche Teile repariert oder ausgetauscht werden müssen.
Messdaten dokumentieren
Die Ergebnisse deiner Kontrollen hältst du schriftlich fest.
Du notierst Messwerte und erstellst Berichte über den Zustand der Gleisanlage.
So kann nachvollzogen werden, welche Reparaturen notwendig sind und wann Arbeiten ausgeführt wurden.
Beschädigte Gleisteile ersetzen
Wenn du Schäden feststellst, entfernst du die betroffenen Teile.
Dazu können beispielsweise Schwellen, Befestigungen, Schienen, Fugen oder beschädigter Schotter gehören.
Die neuen Bauteile setzt du mit geeigneten Werkzeugen, Hebezeugen oder Baumaschinen ein.
Gleisanlagen warten
Damit der Bahnverkehr langfristig sicher funktioniert, wartest du Gleise und Weichen regelmässig.
Dabei gehören nicht nur Schienen und technische Bauteile zu deinem Arbeitsbereich. Du kümmerst dich auch um die unmittelbare Umgebung der Gleise.
Du schneidest Bäume und Sträucher zurück, entfernst Unkraut an Böschungen und reinigst Mauern und Durchgänge entlang der Strecke.
Im Winter kann auch das Wegräumen von Schnee dazugehören.
Maschinen und Werkzeuge pflegen
Nach den Einsätzen kontrollierst und wartest du Maschinen und Werkzeuge.
Du sorgst dafür, dass die Geräte für den nächsten Einsatz bereit sind und sicher funktionieren.
Abfälle und nicht mehr benötigte Materialien entsorgst du fachgerecht.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Gleisbauer/in EFZ arbeitest du fast immer draussen und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen.
Du bist körperlich aktiv und arbeitest häufig mit grossen Maschinen und schweren Bauteilen. Auch Lärm gehört zum Berufsalltag.
Du arbeitest im Team und teilweise zusammen mit Gleisbaupraktikerinnen und Gleisbaupraktikern EBA, die du je nach Erfahrung und Aufgabe anleitest.
Bei der Arbeit trägst du unter anderem Schutzhelm, Sicherheitsschuhe und gut sichtbare Kleidung.
Die Arbeitszeiten können unregelmässig sein. Bestimmte Arbeiten müssen durchgeführt werden, wenn möglichst wenige Züge unterwegs sind, weshalb auch Nachteinsätze vorkommen.
Was solltest du mitbringen?
- Manuelles Geschick ist wichtig beim Arbeiten mit Werkzeugen, Schienen und anderen Bauteilen.
- Du solltest gerne im Team arbeiten, weil Gleisbauarbeiten gemeinsam ausgeführt werden.
- Ein Flair für Zahlen hilft dir beim Messen, Kontrollieren und Arbeiten nach Plänen.
- Du solltest bereit sein, auch zu unregelmässigen Zeiten oder nachts zu arbeiten.
- Bereitschaft zum Unterwegssein ist wichtig, weil deine Einsatzorte wechseln.
- Du solltest körperlich belastbar sein und gerne praktisch arbeiten.
- Eine hohe Lärmtoleranz ist hilfreich, weil Maschinen und Bahnverkehr laut sein können.
- Du solltest bei Hitze, Kälte und schlechtem Wetter draussen arbeiten können.
- Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Sicherheitsvorschriften ist im Gleisbereich besonders wichtig.
In der Schule helfen dir besonders Mathematik und Werken. Wichtig sind vor allem technisches Verständnis, praktisches Geschick und Freude an körperlicher Arbeit mit Maschinen.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre. Deine praktische Ausbildung absolvierst du in einem Gleisbauunternehmen oder bei einer öffentlichen oder privaten Bahn.
In der Regel arbeitest du 3 bis 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb.
Der Unterricht an der Berufsfachschule findet in Blockkursen statt. Pro Jahr besuchst du während insgesamt 9 Wochen die Berufsfachschule in Sursee (LU).
Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in Sursee. Diese dauern insgesamt 35 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Gleisbauer/in EFZ.
Als zweijährige Ausbildung im gleichen Berufsfeld gibt es ausserdem Gleisbaupraktiker/in EBA.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 900.– bis 1100.–
- 2. Lehrjahr: CHF 1000.– bis 1400.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1200.– bis 1700.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'600 - 5'000
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du dein Fachwissen mit Kursen von Infra Suisse erweitern.
In der Regel kannst du eine verkürzte Zusatzlehre als Grundbauer/in EFZ, Industrie- und Unterlagsbodenbauer/in EFZ, Pflästerer/Pflästerin EFZ oder Strassenbauer/in EFZ absolvieren.
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich beispielsweise als Gleisbau-Polier/in BP, Bauvorarbeiter/in BP oder Baupolier/in BP weiterbilden und mehr Verantwortung auf Baustellen übernehmen.
Auch die Berufsprüfung als Lokomotivführer/in BP ist als Weiterbildungsweg möglich.
Mit einer höheren Fachprüfung kannst du dich beispielsweise als Bauleiter/in HFP oder Baumeister/in HFP weiterentwickeln.
An einer Höheren Fachschule ist eine Weiterbildung als Techniker/in HF Bauplanung möglich.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Bauingenieurwesen absolvieren.
Wo kannst du später arbeiten?
Gleisbauerinnen und Gleisbauer EFZ arbeiten bei öffentlichen oder privaten Bahnen sowie in Unternehmen, die auf Gleis- und Infrastrukturbau spezialisiert sind.
Da das Schweizer Schienennetz intensiv genutzt und regelmässig gepflegt wird, sind die beruflichen Perspektiven in diesem Bereich gut.
Mit einigen Jahren Berufserfahrung kannst du mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise als Vorarbeiter/in, Teamleiter/in oder Bauleiter/in tätig werden.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne draussen, körperlich und mit Maschinen arbeitest. Du solltest Teamarbeit mögen und damit zurechtkommen, dass Einsätze teilweise nachts oder bei schlechtem Wetter stattfinden.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du feste Bürozeiten möchtest, empfindlich auf Lärm reagierst oder körperlich schwere Arbeiten vermeiden willst.
Wenn du Bahnverkehr, Baustellen, Technik und praktische Arbeit miteinander verbinden möchtest, kann Gleisbauer/in EFZ gut zu dir passen.
