Goldschmied/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Goldschmied/in EFZ

        Goldschmiedinnen und Goldschmiede EFZ entwerfen, fertigen und reparieren Schmuckstücke. Sie arbeiten mit Metallen, Edelsteinen und anderen Materialien, entwickeln eigene Gestaltungsideen und setzen diese mit viel Handarbeit und Präzision um.

        Der Beruf verbindet Kunsthandwerk, Gestaltung, Technik und Kundenkontakt. Du arbeitest meist in einer Werkstatt, berätst Kundinnen und Kunden und begleitest ein Schmuckstück von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Am Anfang eines Auftrags klärst du, was die Kundin oder der Kunde möchte. Dabei kann es um ein neues Schmuckstück, eine Anpassung oder eine Reparatur gehen.

        Du berätst zu Gestaltung und möglichen Arbeiten und prüfst, ob sich ein bestehendes Schmuckstück überhaupt wie gewünscht verändern lässt.

        Bei Reparaturen musst du auch einschätzen, ob durch die Bearbeitung ein Risiko besteht, das Schmuckstück zu beschädigen.

        Kundschaft beraten und Offerten erstellen

        Zum Beruf gehört regelmässiger Kontakt mit Kundinnen und Kunden.

        Du erklärst mögliche Lösungen und erstellst Offerten für die Herstellung, Bearbeitung oder Reparatur von Schmuckstücken.

        Auch administrative Arbeiten gehören dazu. Du stellst beispielsweise Rechnungen aus oder informierst die Kundschaft, wenn ein Auftrag fertig ist und abgeholt werden kann.

        Schmuckstücke entwerfen

        Bevor ein neues Schmuckstück entsteht, entwickelst du Ideen und Konzepte.

        Du erstellst Skizzen, Zeichnungen oder Bilder und überlegst, wie Form, Material und Gestaltung zusammenpassen.

        Dabei brauchst du ein gutes Gespür für Proportionen und Ästhetik, denn selbst kleine Unterschiede können die Wirkung eines Schmuckstücks stark verändern.

        Material auswählen

        Für jedes Schmuckstück bestimmst du, welche Materialien verwendet werden sollen.

        Du planst, welche Metalle und weiteren Bestandteile benötigt werden und wie sie verarbeitet werden können.

        Anschliessend legst du die einzelnen Arbeitsschritte fest, damit das Schmuckstück in der richtigen Reihenfolge hergestellt werden kann.

        Digitale Schmuckherstellung vorbereiten

        Neben klassischen Handwerkstechniken kommen auch digitale Verfahren zum Einsatz.

        Du erstellst digitale Daten, die für die computergestützte Schmuckherstellung verwendet werden können.

        Dadurch verbindet der Beruf traditionelle Goldschmiedearbeit mit modernen technischen Produktionsmethoden.

        Metall bearbeiten

        Bei der Herstellung von Schmuck bearbeitest du Metall mit verschiedenen handwerklichen Verfahren.

        Du kannst Metall beispielsweise giessen oder schmieden und daraus einzelne Teile eines Schmuckstücks herstellen.

        Dabei kommt es auf genaue Masse und kontrollierte Bewegungen an, da du häufig an kleinen und empfindlichen Werkstücken arbeitest.

        Schmuckteile verbinden

        Ein Schmuckstück besteht oft aus mehreren einzelnen Teilen, die miteinander verbunden werden müssen.

        Dafür setzt du je nach Material und Konstruktion verschiedene Verfahren ein. Du lötest, schweisst oder klebst einzelne Bestandteile zusammen.

        Die Verbindungen müssen stabil sein und gleichzeitig möglichst sauber aussehen.

        Oberflächen gestalten

        Auch die Oberfläche eines Schmuckstücks beeinflusst seine Wirkung.

        Du formst und verzierst Metallflächen und bearbeitest sie mit verschiedenen Techniken.

        Zum Abschluss kannst du Schmuckstücke beispielsweise polieren, damit die gewünschte Oberfläche und der entsprechende Glanz entstehen.

        Edelsteine einsetzen

        Je nach Schmuckstück arbeitest du auch mit Edelsteinen.

        Du setzt die Steine an der vorgesehenen Stelle ein und fasst sie so, dass sie sicher im Schmuckstück gehalten werden.

        Diese Arbeit verlangt besonders viel Genauigkeit, da sowohl das Metall als auch die verwendeten Steine beschädigt werden können, wenn nicht sorgfältig gearbeitet wird.

        Schmuck reparieren und umarbeiten

        Neben neuen Schmuckstücken bearbeitest du auch bereits vorhandene Stücke.

        Du reparierst beschädigten Schmuck oder arbeitest bestehende Schmuckteile zu einem neuen Stück um.

        Dabei musst du vorhandene Materialien und Konstruktionen genau beurteilen und entscheiden, welche Bearbeitung möglich ist.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Goldschmied/in EFZ arbeitest du hauptsächlich drinnen in einer Werkstatt.

        Viele Tätigkeiten führst du selbstständig und konzentriert aus. Je nach Betrieb arbeitest du allein oder in einem kleinen Team.

        Dein Alltag kann aus Zeichnen und Planen, feiner Metallbearbeitung, Reparaturen, dem Fassen von Edelsteinen und Gesprächen mit Kundinnen und Kunden bestehen.

        Da Schmuckstücke häufig klein und detailreich sind, brauchst du über längere Zeit eine ruhige und genaue Arbeitsweise.

        Was solltest du mitbringen?

        • Zeichnerisches Talent hilft dir beim Entwickeln und Darstellen eigener Schmuckideen.
        • Manuelles Geschick ist besonders wichtig, weil du mit kleinen und empfindlichen Werkstücken arbeitest.
        • Ein guter Sinn für Ästhetik hilft dir bei Formen, Proportionen und der Gestaltung von Schmuck.
        • Kreativität brauchst du beim Entwickeln neuer Schmuckstücke und individueller Lösungen.
        • Du solltest sehr sorgfältig und exakt arbeiten können.
        • Ein gutes Sehvermögen ist wichtig, weil viele Arbeitsschritte sehr klein und detailliert sind.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir, aus Zeichnungen dreidimensionale Schmuckstücke zu entwickeln.
        • Geduld und Konzentration sind hilfreich, weil einzelne Arbeitsschritte viel Zeit und Präzision verlangen.

        In der Schule helfen dir besonders Gestalten, Zeichnen, Werken und Geometrie. Wichtig sind vor allem ein gutes Gefühl für Formen, Freude an feiner Handarbeit und eine sehr genaue Arbeitsweise.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 4 Jahre. Du absolvierst deine praktische Ausbildung in einer Goldschmiede beziehungsweise einem Goldschmiedebetrieb.

        In der Regel arbeitest du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 Tag pro Woche eine kantonale Berufsfachschule.

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in mehreren Kantonen. Diese dauern insgesamt 74 Tage während 4 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Goldschmied/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre: 

        1. Lehrjahr: CHF 450.-
        2. Lehrjahr: CHF 650.-
        3. Lehrjahr: CHF 850.-
        4. Lehrjahr: CHF 1'100.-

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'500 - 4'600

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du dein Fachwissen mit Kursen des Verbands Schweizer Goldschmiede und Uhrenfachgeschäfte erweitern.

        In der Regel kannst du eine verkürzte Zusatzlehre in einem verwandten kunsthandwerklichen Beruf absolvieren, zum Beispiel als Graveur/in EFZ, Edelsteinfasser/in EFZ oder Silberschmied/in EFZ.

        Damit kannst du dich stärker auf bestimmte Techniken wie Gravieren, das Fassen von Edelsteinen oder die Verarbeitung von Silber spezialisieren.

        An einer Höheren Fachschule ist eine Weiterbildung im Bereich Produktdesign HF möglich.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Arts in Design absolvieren und dich stärker mit professioneller Produkt- und Gestaltungskonzeption beschäftigen.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Goldschmiedinnen und Goldschmiede EFZ arbeiten in kleinen handwerklichen Goldschmiedebetrieben und Ateliers oder bei grösseren Unternehmen der Schmuckindustrie.

        Je nach Betrieb kannst du stärker mit individuellen Kundenaufträgen, Neuanfertigungen, Reparaturen oder der Produktion von Schmuckserien beschäftigt sein.

        Da Goldschmiedearbeit viel Fachwissen und Erfahrung verlangt, kannst du dich mit der Zeit auf bestimmte Materialien, Techniken oder Arten von Schmuck spezialisieren.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du Schmuck, Gestaltung und sehr feine Handarbeit spannend findest. Du solltest gerne konzentriert arbeiten und Freude daran haben, aus einer Idee Schritt für Schritt ein hochwertiges Schmuckstück entstehen zu lassen.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du ungern lange an kleinen Details arbeitest oder vor allem einen körperlich aktiven Beruf mit viel Bewegung suchst. Ein grosser Teil der Arbeit findet ruhig und konzentriert an einem Werkplatz statt.

        Wenn du Kreativität, Metallbearbeitung und präzises Kunsthandwerk miteinander verbinden möchtest, kann Goldschmied/in EFZ gut zu dir passen.