Gussformer/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Gussformer/in EFZ

        Gussformerinnen und Gussformer EFZ stellen Formen her, in die flüssiges Metall gegossen wird. Mit diesen Formen entstehen beispielsweise Räder, Wasserhähne, Rohre, Schienen oder andere Metallteile für technische Anwendungen.

        Der Beruf verbindet Metallverarbeitung, Maschinenarbeit und präzises Handwerk. Du stellst Gussformen her, kontrollierst ihre Masse und Oberflächen, bedienst Giessanlagen und prüfst die fertigen Metallteile auf ihre Qualität.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Am Anfang eines Auftrags schaust du dir das Gussmodell an, das von Formenbauerinnen und Formenbauern hergestellt wurde.

        Anhand dieses Modells entscheidest du, wie die spätere Gussform aufgebaut werden muss und welches Giessverfahren geeignet ist.

        Dabei kommen je nach Werkstück unterschiedliche Verfahren infrage, zum Beispiel Sand-, Druck- oder Kunstguss.

        Material für die Gussform auswählen

        Je nach Verfahren und gewünschtem Gussteil wählst du das passende Material für die Form aus.

        Dafür können beispielsweise Sand, Keramik, Wachs, Kunststoff, Gusseisen, Stahl oder Grafit verwendet werden.

        Die Materialwahl ist wichtig, weil die Form später hohen Temperaturen standhalten und das gewünschte Metallteil möglichst genau abbilden muss.

        Gussformen herstellen

        Für die Herstellung verwendest du je nach Auftrag einen bestehenden Gusskasten oder entwirfst einen neuen.

        Du füllst das vorgesehene Material ein und verdichtest es, damit eine stabile Form entsteht.

        Je nach Verfahren gibst du Chemikalien hinzu und setzt Verstärkungselemente ein, damit die Gussform die notwendige Festigkeit erhält.

        Formen härten

        Bestimmte Formen müssen zusätzlich im Ofen behandelt werden.

        Du gibst die vorbereitete Form in den Ofen und wartest, bis sie ausreichend ausgehärtet ist.

        Danach nimmst du sie heraus und lässt sie kontrolliert abkühlen.

        Abdruck ausarbeiten

        Nach der Herstellung arbeitest du den Abdruck beziehungsweise die benötigte Form sorgfältig heraus.

        Dabei kommt es auf Genauigkeit an, weil die Form später bestimmt, welche Masse und Konturen das fertige Metallteil erhält.

        Schon kleine Abweichungen können sich auf die Qualität des Gussteils auswirken.

        Gussformen kontrollieren

        Bevor Metall gegossen wird, überprüfst du die fertige Form genau.

        Du vergleichst Masse und Konturen mit dem ursprünglichen Modell und mit den Angaben aus den Plänen.

        Wenn du Abweichungen entdeckst, besserst du die Form nach.

        Formteile zusammensetzen

        Gussformen können aus mehreren einzelnen Teilen bestehen.

        Du fügst diese Bestandteile sorgfältig zusammen und kontrollierst, ob sie richtig sitzen.

        Anschliessend behandelst du je nach Verfahren auch die Oberfläche der Gussform.

        Metall giessen

        Wenn die Form bereit ist, wird das Metall gegossen.

        Du bedienst Anlagen, die geschmolzenes Metall in die vorbereiteten Formen einfüllen.

        Da dabei mit sehr hohen Temperaturen gearbeitet wird, musst du die Sicherheitsvorschriften konsequent einhalten und eine geeignete Schutzausrüstung tragen.

        Gussteile aus der Form nehmen

        Nach dem Giessen muss das Metall abkühlen.

        Danach nimmst du eine Metallprobe oder das fertige Gussteil aus der Form und kontrollierst das Ergebnis.

        Unebenheiten an der Oberfläche entfernst du, bevor das Werkstück weiterverarbeitet oder geprüft wird.

        Qualität kontrollieren

        Die fertigen Metallteile überprüfst du zunächst von Auge.

        Zusätzlich setzt du Mess- und Prüfgeräte ein, um beispielsweise die Dichte des Materials zu kontrollieren.

        Wenn die Qualität den Vorgaben entspricht, kann anschliessend die Serienproduktion der Gussteile gestartet werden.

        Dauerformen und verlorene Formen

        In der Ausbildung gibt es die Fachrichtungen Dauerformen und Verlorene Formen.

        Dauerformen können mehrfach verwendet werden und müssen deshalb sorgfältig gelagert und gepflegt werden.

        Verlorene Formen werden dagegen nur einmal verwendet. Nach dem Guss werden sie beispielsweise mit einem Hammer oder Presslufthammer zerstört, damit das Gussteil herausgenommen werden kann.

        Formen lagern und Material entsorgen

        Schwere Dauerformen bewegst du bei Bedarf mit Hebe- oder Transportgeräten und lagerst sie fachgerecht.

        Material aus zerstörten Formen wird je nach Möglichkeit wiederverwertet oder richtig entsorgt.

        Auch die verwendeten Formwerkzeuge reinigst und pflegst du regelmässig.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Gussformer/in EFZ arbeitest du hauptsächlich in Produktionsstätten und Giessereien.

        Du arbeitest allein oder im Team und wirst je nach Aufgabe von Gusstechnologinnen und Gusstechnologen angeleitet.

        Die Arbeitsumgebung kann laut und sehr warm sein. Beim Giessen entstehen durch das geschmolzene Metall besonders hohe Temperaturen.

        Deshalb trägst du beim Giessen eine spezielle Schutzausrüstung, die dich vor Hitze und Feuer schützt.

        Der Beruf verbindet körperliche Arbeit mit Maschinenbedienung und sehr genauer Qualitätskontrolle.

        Was solltest du mitbringen?

        • Manuelles Geschick ist wichtig beim Herstellen, Nachbearbeiten und Zusammensetzen der Formen.
        • Du solltest hohe Temperaturen in einer Produktionsumgebung gut aushalten können.
        • Eine hohe Lärmtoleranz ist wichtig, da Maschinen und Produktionsanlagen laut sein können.
        • Körperliche Belastbarkeit hilft dir beim Umgang mit Materialien, Werkzeugen und Formen.
        • Eine systematische Arbeitsweise ist wichtig, weil die einzelnen Produktionsschritte genau aufeinander abgestimmt sind.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, damit Formen und Gussteile den vorgegebenen Massen entsprechen.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir, Modelle und Formen richtig zu verstehen.
        • Teamfähigkeit ist wichtig, da du mit anderen Fachpersonen in der Produktion zusammenarbeitest.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie und Werken. Wichtig sind vor allem technisches Verständnis, räumliches Denken und Freude an Metall und Maschinen.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre. Du absolvierst deine praktische Ausbildung in einer Giesserei.

        In der Regel arbeitest du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 Tag pro Woche die Berufsfachschule in Winterthur (ZH).

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in mehreren Kantonen. Diese dauern insgesamt 24 Tage während 3 Jahren.

        In der Ausbildung gibt es zwei Fachrichtungen:

        • Dauerformen
        • Verlorene Formen

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Gussformer/in EFZ mit Angabe der Fachrichtung.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 747.– bis 971.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 971.– bis 1077.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 1230.– bis 1403.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'400 - 4'800

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du Berufserfahrung sammeln und dich beispielsweise stärker auf Produktionsverfahren oder Qualitätssicherung spezialisieren.

        Mit der Berufsprüfung als Prozessfachmann/-frau BP kannst du dich in der Organisation und Optimierung industrieller Produktionsabläufe weiterentwickeln.

        Mit der höheren Fachprüfung als Produktionsleiter/in Industrie HFP kannst du dich auf anspruchsvollere Führungs- und Produktionsaufgaben vorbereiten.

        An einer Höheren Fachschule sind beispielsweise Weiterbildungen als Maschinenbautechniker/in HF oder Prozesstechniker/in HF möglich.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Maschinentechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Industrial Design absolvieren.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Gussformerinnen und Gussformer EFZ arbeiten hauptsächlich in Giessereien und anderen industriellen Produktionsbetrieben.

        Die hergestellten Metallteile werden für Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen produziert, zum Beispiel für die Elektro-, Energie- oder Medizintechnik.

        Je nach Betrieb und Fachrichtung kannst du stärker mit Serienproduktion, speziellen Einzelteilen, Dauerformen oder verlorenen Formen arbeiten.

        Mit Berufserfahrung kannst du mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise eine Funktion als Gruppenleiter/in oder Werkstattleiter/in anstreben.

        Auch eine Spezialisierung, zum Beispiel im Bereich Qualitätssicherung, ist möglich.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du Metall, Maschinen und technische Produktionsprozesse spannend findest und gerne praktisch arbeitest. Du solltest sorgfältig sein und auch bei hohen Temperaturen und Lärm konzentriert bleiben können.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du eine ruhige Arbeitsumgebung suchst oder Hitze, Lärm und körperliche Arbeit vermeiden möchtest.

        Wenn du Metallverarbeitung, Maschinen und präzise industrielle Herstellung miteinander verbinden möchtest, kann Gussformer/in EFZ gut zu dir passen.