Holzhandwerker/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Holzhandwerker/in EFZ

        Holzhandwerkerinnen und Holzhandwerker EFZ stellen Gegenstände aus Holz her, reparieren sie und bearbeiten sie je nach Fachrichtung mit unterschiedlichen Techniken. Sie fertigen zum Beispiel Möbelteile, Alltagsgegenstände, Dekorationen oder Holzspielzeuge als Einzelstücke oder in kleinen Serien.

        Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk, Gestaltung und präzise Holzbearbeitung. Du arbeitest viel mit den Händen, nutzt aber auch Maschinen und musst Materialien, Masse und Formen sehr genau aufeinander abstimmen.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Am Anfang eines Auftrags klärst du, was die Kundin oder der Kunde möchte. Du prüfst Anfragen und machst mithilfe von Ausstellungsstücken, Fotos oder neuen Modellen passende Vorschläge.

        Je nach Auftrag informierst du dich über bestimmte Stilrichtungen oder gewünschte Schnitzereien.

        Danach erstellst du Skizzen von Hand und zeichnest wichtige Details des geplanten Gegenstands.

        Kundschaft bei der Holzwahl beraten

        Holzarten unterscheiden sich in Farbe, Härte, Struktur und Bearbeitbarkeit.

        Du berätst die Kundschaft bei der Auswahl des passenden Holzes und überlegst, welches Material sich für den gewünschten Gegenstand eignet.

        Dabei musst du sowohl die Gestaltung als auch die spätere Nutzung des Produkts berücksichtigen.

        Aufträge planen

        Bevor die Herstellung beginnt, erstellst du eine Liste des benötigten Materials.

        Du berechnest, wie viel Holz benötigt wird, schätzt den Arbeitsaufwand ein und legst Termine für die Ausführung fest.

        Auf Grundlage dieser Angaben kannst du eine Offerte erstellen.

        Fachrichtung Drechslerei

        In der Fachrichtung Drechslerei stellst du vor allem rund geformte Gegenstände und Bauteile aus Holz her.

        Du wählst geeignetes Holz aus, sägst es zu und lagerst es fachgerecht. Dabei erkennst du mögliche Fehler im Holz und behandelst die Oberfläche bei Bedarf gegen Schädlinge.

        Anschliessend bereitest du Schablonen und Maschinen für die Bearbeitung vor.

        Mit der Drehbank arbeiten

        Ein zentrales Arbeitsgerät in der Drechslerei ist die Drehbank.

        Du spannst ein Holzstück ein und stellst die passende Drehgeschwindigkeit ein.

        Während sich das Werkstück dreht, bearbeitest und schneidest du das Holz, bis die gewünschte runde Form entsteht.

        Dabei musst du die Maschine sicher bedienen und die vorgeschriebenen Schutzmassnahmen einhalten.

        Holz verzieren und zusammensetzen

        Nach der groben Formgebung kannst du die Werkstücke verzieren und weitere Details herausarbeiten.

        Einzelne Holzteile setzt du zusammen und verbindest sie je nach Konstruktion beispielsweise mit Leim.

        Auch Reparaturen an bestehenden Gegenständen können dazugehören.

        Oberflächen bearbeiten

        Zum Abschluss schleifst du die Holzteile und behandelst die Oberfläche.

        Je nach Gegenstand kannst du das Holz beschichten oder streichen.

        Ausserdem befestigst du weitere Teile wie Griffe und bereitest den Gegenstand für die Auslieferung vor.

        Fachrichtung Weissküferei

        In der Fachrichtung Weissküferei stellst du traditionelle und dekorative Holzgegenstände mit gebogenen oder runden Formen her.

        Du schneidest das benötigte Holz zu und bereitest die einzelnen Teile für die weitere Bearbeitung vor.

        Bestimmte Holzstücke werden zum Schutz zusätzlich behandelt.

        Holz in runde Formen bringen

        Mit Maschinen und Handwerkzeugen gibst du dem Holz die gewünschte Form.

        Du meisselst, schneidest oder fräst das Material und kontrollierst dabei regelmässig die Masse.

        Gerade bei runden oder gebogenen Gegenständen ist exaktes Arbeiten wichtig, damit die einzelnen Teile später sauber zusammenpassen.

        Verschlüsse und Verzierungen herstellen

        Du berechnest und misst Verschlüsse aus und befestigst sie am vorgesehenen Ort.

        Je nach Auftrag schnitzt du längliche Formen oder dekorative Verzierungen in das Holz.

        So entstehen funktionale Gegenstände, die gleichzeitig handwerklich gestaltet sind.

        Weitere Materialien bearbeiten

        In der Weissküferei arbeitest du nicht ausschliesslich mit Holz.

        Je nach Gegenstand bearbeitest du auch andere Materialien wie Horn oder Knochen und setzt sie mit den Holzteilen zusammen.

        Anschliessend schleifst, lackierst oder färbst du den fertigen Gegenstand, um das Holz zu schützen und die gewünschte Oberfläche zu erhalten.

        Produkte ausliefern und montieren

        Fertige Gegenstände werden je nach Auftrag an die Kundschaft ausgeliefert.

        Manche Produkte montierst du direkt am vorgesehenen Ort.

        Du musst deshalb nicht nur sorgfältig herstellen, sondern auch darauf achten, dass die fertigen Arbeiten sicher transportiert werden.

        Produkte präsentieren und verkaufen

        Zum Beruf gehören auch Aufgaben rund um Verkauf und Vermarktung.

        Du dokumentierst Arbeitsschritte, Zeitaufwand und Kosten und legst auf dieser Grundlage Preise fest.

        Für deine Produkte kannst du Werbematerial mit Texten und Bildern erstellen.

        Ausserdem präsentierst du Arbeiten an Ausstellungen und kannst an Wettbewerben oder Ausschreibungen teilnehmen.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Holzhandwerker/in EFZ arbeitest du meistens in kleinen Werkstätten.

        In grösseren Produktionsbetrieben können auch automatisierte Maschinen zum Einsatz kommen. Dort führst du teilweise nur bestimmte Arbeitsschritte innerhalb der Produktion aus.

        Du arbeitest häufig im Stehen und bist körperlich aktiv.

        Beim Arbeiten mit Maschinen und Holzstaub trägst du je nach Tätigkeit Schutzausrüstung wie Schutzbrille, Gehörschutz und Atemschutzmaske.

        Je nach Betrieb arbeitest du auch mit Schreinerinnen und Schreinern, Küferinnen und Küfern oder Holzbildhauerinnen und Holzbildhauern zusammen.

        Was solltest du mitbringen?

        • Manuelles Geschick ist wichtig beim Schneiden, Drechseln, Schnitzen und Zusammenbauen von Holz.
        • Zeichnerisches Talent hilft dir beim Entwickeln und Darstellen von Entwürfen.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen brauchst du, um aus Skizzen dreidimensionale Gegenstände herzustellen.
        • Körperliche Belastbarkeit ist hilfreich, weil du viel stehst und mit Materialien und Maschinen arbeitest.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, damit Masse und Formen stimmen.
        • Freude an Beratung und Verkauf ist wichtig, weil du Kundenwünsche aufnimmst und Produkte präsentierst.
        • Ein Sinn für Ästhetik hilft dir bei Formen, Proportionen und Oberflächen.
        • Ein Flair für Zahlen brauchst du beim Berechnen von Materialmengen, Zeit und Preisen.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie, Zeichnen und Werken. Wichtig sind vor allem räumliches Denken, Freude an Holz und Interesse an genauer handwerklicher Gestaltung.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 4 Jahre und wird in einem Betrieb absolviert.

        Deine praktische Ausbildung machst du in einer Drechslerei oder einer Weissküferei.

        Der Berufsfachschulunterricht findet in Blockkursen statt. Pro Jahr besuchst du während insgesamt 8 Wochen den Unterricht in Brienz (BE).

        Zusätzlich besuchst du überbetriebliche Kurse in Brienz. Diese dauern insgesamt 26 Tage während 4 Jahren.

        In der Ausbildung wählst du eine von zwei Fachrichtungen:

        • Drechslerei
        • Weissküferei

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Holzhandwerker/in EFZ mit Angabe der Fachrichtung.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        1. Lehrjahr: CHF 700

        2. Lehrjahr: CHF 1'000

        3. Lehrjahr: CHF 1'350

        4. Lehrjahr: CHF 1'650

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'000 - 4'500

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du in der Regel eine verkürzte Zusatzlehre als Holzhandwerker/in EFZ in der anderen Fachrichtung, Küfer/in EFZ oder Holzbildhauer/in EFZ absolvieren.

        Damit kannst du dein handwerkliches Können auf weitere Bereiche der traditionellen und gestalterischen Holzbearbeitung ausweiten.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Holztechnik absolvieren.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Holzhandwerkerinnen und Holzhandwerker EFZ arbeiten hauptsächlich in kleinen Drechslereien, Weissküfereien oder verwandten Holzhandwerksbetrieben.

        In grösseren Produktionsunternehmen kannst du auch mit automatisierten Maschinen und Serienfertigung arbeiten.

        Die Berufsmöglichkeiten sind insgesamt eingeschränkt. Deshalb absolvieren manche Holzhandwerkerinnen und Holzhandwerker später zusätzlich eine Ausbildung in einem verwandten Beruf, um ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu erweitern.

        Mit mehreren Jahren Berufserfahrung kannst du eine Führungsfunktion übernehmen, zum Beispiel als Werkstatt- oder Teamleiter/in.

        Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Betrieb ist möglich.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du Holz liebst, gerne mit den Händen arbeitest und traditionelle Handwerkstechniken spannend findest. Du solltest Freude daran haben, genaue Formen herzustellen und aus einem Stück Holz einen funktionalen oder dekorativen Gegenstand entstehen zu lassen.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du einen sehr grossen Arbeitsmarkt suchst oder ungern lange konzentriert an einzelnen Werkstücken arbeitest. Auch Maschinenlärm, Holzstaub und körperliche Arbeit gehören je nach Betrieb zum Alltag.

        Wenn du Holz, Gestaltung und präzises Kunsthandwerk miteinander verbinden möchtest, kann Holzhandwerker/in EFZ gut zu dir passen.