Hufschmied/in EFZ
Hufschmiedinnen und Hufschmiede EFZ beschlagen und pflegen die Hufe von Pferden, Ponys, Maultieren und Eseln. Sie beurteilen den Zustand der Hufe, erkennen Auffälligkeiten und Fehlstellungen, bearbeiten das Hufhorn und passen Hufeisen oder andere Lösungen an das jeweilige Tier an.
Der Beruf verbindet Metallverarbeitung, Tierkenntnis und körperlich anspruchsvolle Handarbeit. Du arbeitest viel selbstständig, bist häufig unterwegs und brauchst sowohl technisches Können als auch ein gutes Gespür im Umgang mit Tieren.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Hufschmied/in EFZ kümmerst du dich darum, dass die Hufe eines Tieres gesund, passend bearbeitet und bei Bedarf richtig beschlagen sind.
Du beurteilst zuerst das Tier und seine Bewegung, bereitest danach das passende Hufeisen vor und bearbeitest den Huf so, dass der Beschlag möglichst gut sitzt.
Neben der Arbeit am Tier gehören auch Schmiedearbeiten, Werkzeugpflege und organisatorische Aufgaben zum Beruf.
Tiere und ihre Bewegung beurteilen
Bevor du einen Huf bearbeitest, schaust du dir das Tier genau an.
Du beobachtest es im Stand und in der Bewegung, zum Beispiel im Schritt, Trab, Galopp oder beim Sprung.
Dabei achtest du darauf, wie das Tier seine Beine belastet und wie es sich bewegt.
Diese Beobachtungen helfen dir dabei zu entscheiden, welche Form des Beschlags geeignet ist.
Vertrauen des Tieres gewinnen
Die Arbeit findet direkt am Pferd oder einem anderen Huftier statt.
Du musst deshalb ruhig und sicher auftreten und das Vertrauen des Tieres gewinnen.
Gute Tierkenntnisse sind wichtig, damit du das Verhalten richtig einschätzen und sicher arbeiten kannst.
Passenden Beschlag auswählen
Je nach Tier und Situation entscheidest du, welcher Beschlag infrage kommt.
Das kann beispielsweise ein Standardbeschlag, ein spezielles Hufeisen oder ein Hufschuh sein.
Dabei berücksichtigst du die Bedürfnisse des Tieres und seine Bewegungsweise.
Alte Hufeisen entfernen
Wenn ein Tier bereits Hufeisen trägt, entfernst du zuerst die alten Eisen und Nägel.
Danach kannst du den Huf neu bearbeiten und kontrollieren, wie sich das Hufhorn entwickelt hat.
Du arbeitest dabei sorgfältig, damit der Huf nicht verletzt wird.
Hufe ausschneiden und formen
Nach dem Entfernen des alten Beschlags schneidest du überschüssiges Hufhorn weg.
Du bringst den Huf in die gewünschte Form und bereitest ihn für den neuen Beschlag vor.
Dabei ist Genauigkeit wichtig, weil die Form des Hufs das spätere Auftreten und die Bewegung des Tieres beeinflusst.
Hufeisen vorbereiten
In der Werkstatt bearbeitest du Hufeisen, die industriell hergestellt wurden.
Du schleifst und feilst sie und bohrst bei Bedarf Nagellöcher.
Anschliessend passt du das Eisen an das jeweilige Tier und seine Bedürfnisse an.
Hufeisen schmieden
Damit das Eisen genau passt, erhitzt du es und bearbeitest es auf dem Amboss.
Du biegst und formst das Metall so lange, bis es der gewünschten Hufstellung entspricht.
Der Umgang mit heissem Metall, Hammer und Amboss verlangt Kraft, Geschick und ein gutes Gefühl für Formen.
Hufeisen anpassen
Das erhitzte Hufeisen wird kurz auf den vorbereiteten Huf gelegt, damit du die Passform überprüfen kannst.
Anschliessend nimmst du gegebenenfalls weitere Anpassungen am Eisen vor.
Danach lässt du es abkühlen und befestigst es am Huf.
Hufeisen befestigen
Das passende Eisen nagelst du am Huf fest.
Danach werden die Nägel vernietet, damit das Hufeisen sicher sitzt.
Dieser Arbeitsschritt verlangt viel Erfahrung und Genauigkeit, weil der Beschlag stabil sein muss und das Tier nicht verletzen darf.
Beschlag kontrollieren
Nach dem Beschlagen beobachtest du das Tier erneut.
Du kontrollierst im Stand und in der Bewegung, ob die neuen Hufeisen passen und das Tier sauber läuft.
Wenn nötig, nimmst du weitere Anpassungen vor.
Werkzeuge herstellen und pflegen
Hufschmiedinnen und Hufschmiede arbeiten mit vielen speziellen Werkzeugen.
Du reinigst und pflegst diese regelmässig und stellst bestimmte Werkzeuge bei Bedarf auch selbst her.
Gut gepflegte Werkzeuge sind wichtig für präzises und sicheres Arbeiten.
Betrieb und Fahrzeug organisieren
Da Hufschmiedinnen und Hufschmiede häufig direkt zur Kundschaft fahren, gehört auch das Fahrzeug zum Arbeitsalltag.
Du hältst Werkstatt und Fahrzeug instand und sorgst dafür, dass die benötigten Materialien und Werkzeuge verfügbar sind.
Ausserdem verwaltest du das Lager und bestellst Waren nach.
Administrative Aufgaben erledigen
Neben der praktischen Arbeit gehören auch einfache administrative Aufgaben zum Beruf.
Du stellst beispielsweise Rechnungen für ausgeführte Arbeiten aus.
Gerade bei einer selbstständigen Tätigkeit musst du deshalb nicht nur handwerklich arbeiten, sondern auch den eigenen Betrieb organisieren.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Hufschmied/in EFZ arbeitest du meistens allein und bist viel unterwegs.
Du fährst zu Pferdehaltungen, Ställen oder anderen Orten, an denen sich deine Kundschaft befindet.
Ein Teil der Arbeit findet direkt beim Tier statt, ein anderer Teil in der Werkstatt oder beim Fahrzeug.
Die Tätigkeit ist körperlich anspruchsvoll. Du arbeitest häufig in gebückter Haltung, hältst Beine und Hufe und bearbeitest Metall mit körperlichem Einsatz.
Auch Hitze und Lärm gehören dazu, insbesondere beim Schmieden.
Was solltest du mitbringen?
- Du solltest gerne mit Pferden und anderen Huftieren arbeiten.
- Manuelles Geschick ist wichtig beim Schmieden und Bearbeiten der Hufe.
- Körperliche Belastbarkeit brauchst du, weil die Arbeit anstrengend sein kann.
- Du solltest gerne selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen.
- Eine hohe Lärmtoleranz ist beim Schmieden und Arbeiten mit Metall hilfreich.
- Du solltest mit Hitze und unterschiedlichen Wetterbedingungen zurechtkommen.
- Beobachtungsgabe ist wichtig, um Hufe, Bewegungen und mögliche Auffälligkeiten richtig einzuschätzen.
- Einfallsreichtum hilft dir, individuelle Lösungen für unterschiedliche Tiere zu finden.
- Du solltest bereit sein, häufig unterwegs zu sein.
In der Schule helfen dir besonders Biologie, Mathematik und Werken. Wichtig sind vor allem Freude an Tieren, technisches Verständnis und Interesse an Metallbearbeitung.
Ausbildung
Die Lehre dauert 4 Jahre und wird in einem Betrieb absolviert.
Deine praktische Ausbildung machst du in einer Hufschmiede. In der Regel arbeitest du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb.
Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche in Olten (SO).
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Aarberg (BE). Diese dauern insgesamt 50 Tage während 4 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Hufschmied/in EFZ.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 700.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1100.–
- 4. Lehrjahr: CHF 1300.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'300 - 4'500
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du dein Fachwissen mit Weiterbildungsangeboten von AM Suisse erweitern.
Mit dem Branchenzertifikat als Qualifizierte/r Hufschmied/in kannst du deine beruflichen Kenntnisse weiter vertiefen.
Mit der Berufsprüfung als Orthopädische/r Hufschmied/in BP kannst du dich auf anspruchsvollere Beschläge und besondere Anforderungen bei Hufen und Bewegungsapparat spezialisieren.
Mit einer höheren Fachprüfung ist die Weiterbildung als Experte/Expertin der Pferdebranche HFP möglich.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Agronomie absolvieren.
Wo kannst du später arbeiten?
Hufschmiedinnen und Hufschmiede EFZ arbeiten häufig selbstständig und betreuen ihre Kundschaft direkt vor Ort.
Du bist deshalb regelmässig bei Pferdehaltungen, Ställen oder anderen Betrieben der Pferdebranche unterwegs.
Das Berufsfeld ist klein und spezialisiert. Bereits das Angebot an Lehrstellen ist begrenzt.
Mit Berufserfahrung kannst du dir einen eigenen Kundenstamm aufbauen und deinen Betrieb selbstständig führen.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du Pferde wirklich magst, gleichzeitig aber auch gerne mit Metall und Werkzeugen arbeitest. Du solltest körperlich belastbar sein und kein Problem damit haben, viel unterwegs und häufig selbstständig zu arbeiten.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du vor allem einen ruhigen Arbeitsplatz suchst oder Hitze, Lärm und körperlich anstrengende Arbeiten vermeiden möchtest. Auch der direkte Umgang mit grossen Tieren gehört jeden Tag dazu.
Wenn du Tierarbeit, traditionelles Schmiedehandwerk und selbstständiges Arbeiten miteinander verbinden möchtest, kann Hufschmied/in EFZ gut zu dir passen.
