Industriekeramiker/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Industriekeramiker/in EFZ

        Industriekeramikerinnen und Industriekeramiker EFZ stellen je nach Schwerpunkt unterschiedliche keramische Produkte her. Dazu gehören zum Beispiel Fliesen, Kamine, Geschirr, Ziegel, technische Keramik oder Bauteile aus Hartmetall.

        Der Beruf verbindet Materialwissen, Maschinenarbeit und industrielle Produktion. Du bereitest Rohstoffe vor, stellst Formen und Rohlinge her, überwachst Trocknungs- und Brennprozesse und kontrollierst am Ende die Qualität der fertigen Produkte.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Als Industriekeramiker/in EFZ arbeitest du in einem Produktionsbetrieb der keramischen Industrie.

        Welche Produkte du herstellst, hängt stark vom Schwerpunkt deines Lehrbetriebs ab. Du kannst beispielsweise an Baukeramik, Feinkeramik, Grobkeramik, technischer Keramik, Modellen oder Produkten aus Hartmetall arbeiten.

        Viele Produktionsschritte laufen mit Maschinen und Anlagen ab, die du einrichtest, bedienst und überwachst.

        Rohstoffe entgegennehmen und lagern

        Am Anfang der Produktion werden die benötigten Rohstoffe vorbereitet.

        Du nimmst Materialien wie Ton, Hartmetall, Gips oder verschiedene Zusatzstoffe entgegen und lagerst sie fachgerecht.

        Dabei achtest du darauf, dass die Materialien richtig gekennzeichnet und für die weitere Verarbeitung verfügbar sind.

        Rohstoffe mischen

        Für keramische Produkte werden verschiedene Rohstoffe nach vorgegebenen Rezepturen miteinander vermischt.

        Du setzt dafür Maschinen und Anlagen ein und sorgst dafür, dass die Mischung für den nächsten Produktionsschritt die benötigten Eigenschaften hat.

        Exaktes Arbeiten ist wichtig, weil sich Unterschiede in der Materialzusammensetzung später auf das fertige Produkt auswirken können.

        Modelle und Formen herstellen

        Für viele keramische Produkte werden zuerst Modelle oder Formen benötigt.

        Du stellst solche Formen beispielsweise aus Gips oder Harz her.

        Sie dienen anschliessend dazu, Rohmaterial immer wieder in die gewünschte Form zu bringen und damit Einzelstücke oder Serien herzustellen.

        Rohlinge formen

        Die vorbereiteten Mischungen werden mit unterschiedlichen Verfahren geformt.

        Je nach Betrieb arbeitest du beispielsweise mit Pressen und anderen Produktionsanlagen.

        So entstehen sogenannte Rohlinge, die bereits die Grundform des späteren Produkts haben, aber noch nicht fertig gebrannt sind.

        Rohlinge trocknen

        Bevor keramische Produkte gebrannt werden können, müssen sie häufig zuerst getrocknet werden.

        Du gibst die Rohlinge in Trocknungsanlagen und überwachst den Prozess.

        Dabei muss die Feuchtigkeit kontrolliert entweichen, damit die Teile für die nächsten Produktionsschritte vorbereitet sind.

        Produkte beschichten und verzieren

        Je nach Schwerpunkt und Produkt werden Rohlinge vor dem Brennen zusätzlich behandelt.

        Du beschichtest oder verzierst die Oberflächen nach den vorgesehenen Vorgaben.

        Besonders bei sichtbaren Produkten wie Feinkeramik oder Baukeramik spielt das spätere Aussehen eine wichtige Rolle.

        Produkte brennen

        Das Brennen gehört zu den wichtigsten Arbeitsschritten in der Keramikproduktion.

        Du gibst die vorbereiteten Rohlinge in Hochtemperaturöfen und stellst den Brennvorgang ein.

        Anschliessend überwachst du den Prozess und achtest darauf, dass die vorgeschriebenen Temperaturen und Abläufe eingehalten werden.

        Gebrannte Produkte bearbeiten

        Nach dem Brennen sortierst und kontrollierst du die fertigen Produkte.

        Je nach Produkt bearbeitest du sie noch weiter, beispielsweise durch Fräsen oder Polieren.

        Damit werden Masse, Oberflächen oder bestimmte technische Eigenschaften fertiggestellt.

        Oberflächen färben und beschichten

        Auch nach dem Brennen können weitere Oberflächenbehandlungen notwendig sein.

        Du färbst oder beschichtest die Produkte je nach Auftrag und Einsatzbereich.

        Dabei ist sorgfältiges Arbeiten wichtig, damit die Oberfläche gleichmässig und den Qualitätsvorgaben entsprechend ausgeführt wird.

        Schwerpunkt Baukeramik

        Im Schwerpunkt Baukeramik arbeitest du an keramischen Produkten, die im Bau und Innenausbau eingesetzt werden.

        Dazu können beispielsweise Fliesen oder Bauteile für Kamine gehören.

        Du begleitest die Herstellung von der Rohstoffvorbereitung bis zum Brennen und zur Qualitätskontrolle.

        Schwerpunkt Feinkeramik

        Im Schwerpunkt Feinkeramik entstehen feinere keramische Produkte, beispielsweise Geschirr.

        Hier spielen neben der technischen Herstellung auch gleichmässige Formen und saubere Oberflächen eine wichtige Rolle.

        Je nach Produkt werden die Rohlinge zusätzlich beschichtet, verziert oder gefärbt.

        Schwerpunkt Grobkeramik

        Im Schwerpunkt Grobkeramik arbeitest du an grösseren und robusten keramischen Produkten.

        Dazu gehören beispielsweise Ziegel.

        Die Produktion erfolgt häufig in grösseren Stückzahlen und mit industriellen Maschinen und Anlagen.

        Schwerpunkt technische Keramik

        Im Schwerpunkt technische Keramik stellst du keramische Bauteile für technische Anwendungen her.

        Ein Beispiel sind Partikelfilter.

        Hier stehen besonders genaue Materialeigenschaften und eine kontrollierte industrielle Herstellung im Vordergrund.

        Schwerpunkt Modellbau

        Im Schwerpunkt Modellbau beschäftigst du dich stärker mit Formen und Modellen für die Serienproduktion.

        Du stellst beispielsweise Modelle aus Gips oder Harz her, mit deren Hilfe später keramische Produkte in gleichbleibender Form produziert werden können.

        Dafür brauchst du besonders sorgfältiges Arbeiten und ein gutes Verständnis für Masse und Formen.

        Schwerpunkt Hartmetallproduktion

        Im Schwerpunkt Hartmetallproduktion arbeitest du mit Hartmetall und entsprechenden Produktionsverfahren.

        Du bereitest Materialien vor, formst sie und überwachst die weiteren Herstellungsprozesse.

        Auch hier kommen Maschinen, Öfen und verschiedene Bearbeitungsverfahren zum Einsatz.

        Qualität kontrollieren

        Während der Produktion überprüfst du laufend, ob die Prozesse richtig ablaufen.

        Du kontrollierst die Qualität der Rohlinge und der fertig gebrannten Produkte und achtest auf sichtbare oder technische Fehler.

        Wenn etwas nicht den Vorgaben entspricht, muss der Produktionsprozess überprüft oder angepasst werden.

        Anlagen warten

        Produktionsmaschinen, Trocknungsanlagen und Öfen müssen zuverlässig funktionieren.

        Du hilfst deshalb bei der Wartung der Anlagen und sorgst dafür, dass sie sauber und einsatzbereit bleiben.

        Damit können Störungen reduziert und Produktionsunterbrüche möglichst vermieden werden.

        Produkte verpacken und lagern

        Fertige Produkte legst du beispielsweise auf Paletten oder in Kisten.

        Du verpackst sie sorgfältig und lagerst sie nach den Vorgaben des Betriebs.

        Anschliessend bereitest du Lieferungen für den Versand vor.

        Sicherheit und Entsorgung beachten

        In der keramischen Industrie arbeitest du mit Maschinen, hohen Temperaturen, Staub und unterschiedlichen Materialien.

        Du hältst deshalb die Sicherheitsvorschriften konsequent ein.

        Abfälle und Produktionsreste entsorgst du nach den geltenden Vorgaben.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Industriekeramiker/in EFZ arbeitest du hauptsächlich in grossen Werk- und Produktionshallen.

        Das Arbeitstempo kann hoch sein, und die Umgebung ist je nach Arbeitsplatz laut, staubig und warm oder heiss.

        Du arbeitest viel mit Maschinen und industriellen Anlagen und bist dabei meistens Teil eines Teams.

        Je nach Produktionsbetrieb sind die Arbeitszeiten unregelmässig. Auch Schichtarbeit kann zum Beruf gehören.

        Die meisten Unternehmen in diesem Berufsfeld befinden sich laut Berufsberatung in den Regionen Basel und Zürich.

        Was solltest du mitbringen?

        • Manuelles Geschick hilft dir beim Umgang mit Werkstücken, Formen und Maschinen.
        • Technisches Verständnis ist wichtig, um Produktionsanlagen und Herstellungsprozesse zu verstehen.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, damit Produkte und Materialien den Vorgaben entsprechen.
        • Teamfähigkeit ist wichtig, weil industrielle Produktion häufig gemeinsam organisiert wird.
        • Eine hohe Lärmtoleranz hilft dir in Produktionshallen mit laufenden Maschinen.
        • Du solltest mit hohen Temperaturen und einer warmen Arbeitsumgebung zurechtkommen.
        • Ein gutes Farbsehen ist wichtig, besonders bei der Kontrolle und Gestaltung von Oberflächen.
        • Du solltest gerne mit Maschinen und Materialien wie Ton, Stein oder keramischen Werkstoffen arbeiten.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Physik, Chemie und Werken. Wichtig sind vor allem technisches Verständnis, sorgfältiges Arbeiten und Interesse an Materialien und industrieller Produktion.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre und wird in einem Betrieb absolviert.

        Deine praktische Ausbildung machst du in einem Unternehmen der keramischen Industrie, das auf einen der vorgesehenen Schwerpunkte spezialisiert ist.

        In der Regel arbeitest du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 Tag pro Woche die Berufsfachschule in Stettlen (BE).

        Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Stettlen. Diese dauern insgesamt 4 Tage während 3 Jahren.

        In der Ausbildung gibt es sechs Schwerpunkte:

        • Baukeramik
        • Feinkeramik
        • Grobkeramik
        • Technische Keramik
        • Modellbau
        • Hartmetallproduktion

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Industriekeramiker/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        1. Lehrjahr: CHF 600 - 650
        2. Lehrjahr: CHF 800 - 850
        3. Lehrjahr: CHF 1'050 - 1'150
        4. Lehrjahr: CHF 1'150 - 1'250

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'200 - 4'800

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du dich mit einer Berufsprüfung beispielsweise als Instandhaltungsfachmann/-frau BP oder Prozessfachmann/-frau BP weiterbilden.

        Als Instandhaltungsfachperson beschäftigst du dich stärker mit der Wartung und dem zuverlässigen Betrieb technischer Anlagen. Als Prozessfachperson konzentrierst du dich stärker auf die Planung, Organisation und Optimierung industrieller Abläufe.

        Mit einer höheren Fachprüfung ist die Weiterbildung als Leiter/in Facility Management und Maintenance HFP möglich.

        An einer Höheren Fachschule kannst du dich als Prozesstechniker/in HF weiterbilden und dein Wissen über industrielle Produktionsprozesse und deren Organisation vertiefen.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Maschinentechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Facility Management absolvieren.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Industriekeramikerinnen und Industriekeramiker EFZ arbeiten in Unternehmen der keramischen Industrie und in Betrieben, die entsprechende Werkstoffe industriell verarbeiten.

        Je nach Schwerpunkt kannst du beispielsweise in der Herstellung von Baukeramik, Geschirr, Ziegeln, technischer Keramik, Formen oder Hartmetallprodukten tätig sein.

        Das Berufsfeld ist klein. Es gibt nur wenige Ausbildungsbetriebe, und ein grosser Teil der Unternehmen befindet sich in den Regionen Basel und Zürich.

        Je nach Betrieb kannst du später stärker in Produktion, Qualitätskontrolle, Maschinenbetrieb oder Instandhaltung arbeiten.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne mit Maschinen arbeitest und spannend findest, wie aus Rohstoffen durch Formen, Trocknen und Brennen fertige Produkte entstehen. Du solltest technisch interessiert sein und auch bei wiederkehrenden Produktionsabläufen sorgfältig bleiben.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du Lärm, Staub, Hitze oder Schichtarbeit unbedingt vermeiden möchtest. Auch der Arbeitsmarkt und das Angebot an Lehrstellen sind vergleichsweise klein.

        Wenn du Materialien, Maschinen und industrielle Produktionsprozesse miteinander verbinden möchtest, kann Industriekeramiker/in EFZ gut zu dir passen.