Industrielackierer/in EFZ
Industrielackiererinnen und Industrielackierer EFZ beschichten Maschinen, Bauteile und andere Gegenstände mit Farben, Lacken oder Schutzschichten. Sie arbeiten mit Materialien wie Metall, Kunststoff, Holz, Glas, Papier oder Textilien und sorgen dafür, dass Oberflächen gut aussehen und gleichzeitig vor Rost, Feuchtigkeit oder anderen Schäden geschützt sind.
Der Beruf verbindet handwerkliche Arbeit, Materialkenntnis und präzise Oberflächenbearbeitung. Du bereitest Werkstücke vor, mischst Farben, trägst Beschichtungen mit verschiedenen Verfahren auf und kontrollierst am Ende die Qualität.
Was machst du in diesem Beruf?
Bevor ein Werkstück lackiert werden kann, klärst du zuerst den Auftrag.
Du besprichst mit der Kundschaft, welches Ergebnis gewünscht ist, und schätzt ab, welche Materialien und wie viel Zeit dafür benötigt werden.
Danach bereitest du den Arbeitsplatz und die zu lackierenden Teile vor.
Arbeitsplatz vorbereiten
Je nach Auftrag stellst du Gerüste oder Schutzplanen auf.
Bereiche, die nicht lackiert werden dürfen, deckst du sorgfältig ab.
Damit verhinderst du, dass Farbe oder Lack auf Flächen gelangt, die geschützt bleiben sollen.
Alte Beschichtungen entfernen
Vor einer neuen Lackierung müssen alte Farbschichten oder Beschichtungen häufig entfernt werden.
Du reinigst die Werkstücke und bereitest die Oberfläche so vor, dass die neue Beschichtung gut haftet.
Je nach Material und Zustand kommen unterschiedliche Bearbeitungsmethoden zum Einsatz.
Oberflächen vorbehandeln
Du entfettest, entrostest, schleifst oder bürstest Oberflächen.
Diese Vorarbeiten sind besonders wichtig, weil selbst eine hochwertige Lackierung nicht lange hält, wenn der Untergrund schlecht vorbereitet wurde.
Du musst deshalb sorgfältig kontrollieren, ob die Oberfläche sauber und gleichmässig ist.
Unebenheiten ausgleichen
Wenn ein Werkstück Vertiefungen, Kratzer oder andere Unebenheiten hat, trägst du Spachtelmasse auf.
Nach dem Trocknen schleifst du die Fläche, bis sie glatt ist.
Erst danach kann die eigentliche Beschichtung beginnen.
Grundierung und Korrosionsschutz auftragen
Je nach Werkstück trägst du vor dem Lackieren eine Grundierung oder ein Korrosionsschutzmittel auf.
Diese Schicht verbessert die Haftung der späteren Lackierung und schützt beispielsweise Metall vor Rost.
Welche Vorbehandlung nötig ist, hängt vom Material und vom späteren Einsatzbereich ab.
Farben und Lacke mischen
Für einen Auftrag stellst du die benötigte Farbe oder Lackmischung bereit.
Du mischst Farbtöne und bereitest genau die Menge vor, die für den Auftrag benötigt wird.
Dabei sind ein gutes Farbsehen und sorgfältiges Arbeiten wichtig, damit der gewünschte Farbton möglichst genau erreicht wird.
Werkstücke lackieren
Für das Auftragen von Farben und Lacken gibt es unterschiedliche Verfahren.
Du kannst Werkstücke beispielsweise besprühen, eintauchen oder mit einer Bürste bearbeiten.
Je nach Produktionsverfahren kommen auch elektrische Beschichtungsverfahren zum Einsatz.
Beschichtungen trocknen
Nach dem Lackieren müssen die Werkstücke trocknen beziehungsweise aushärten.
Dafür werden sie je nach Betrieb in einem Ofen oder einem speziellen Trocknungstunnel behandelt.
Du achtest darauf, dass die vorgesehenen Abläufe und Bedingungen eingehalten werden.
Qualität kontrollieren
Nach der Trocknung überprüfst du die fertige Oberfläche.
Du kontrollierst, ob die Beschichtung gleichmässig ist und den Anforderungen des Auftrags entspricht.
Wenn du Fehler, Unebenheiten oder ungenügend beschichtete Stellen entdeckst, besserst du sie nach.
Maschinen und Anlagen kontrollieren
In Lackier- und Beschichtungsbetrieben arbeitest du mit verschiedenen technischen Anlagen.
Du überprüfst regelmässig, ob Maschinen und Einrichtungen richtig funktionieren.
Wenn Störungen auftreten, versuchst du sie im Rahmen deiner Aufgaben zu beheben.
Werkzeuge und Geräte pflegen
Nach der Arbeit reinigst und wartest du Spritzgeräte, Werkzeuge und weitere Einrichtungen.
Saubere Geräte sind wichtig, damit Farben und Lacke korrekt verarbeitet werden können und die Qualität bei der nächsten Anwendung stimmt.
Sicher mit Lacken und Chemikalien arbeiten
In diesem Beruf arbeitest du teilweise mit gesundheitsschädlichen oder giftigen Produkten.
Deshalb musst du Vorschriften zu Hygiene, Arbeitssicherheit und Umweltschutz strikt einhalten.
Je nach Arbeit trägst du Schutzanzug, Handschuhe und Atemschutzmaske.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Industrielackierer/in EFZ arbeitest du hauptsächlich in Werkstätten, Lackierkabinen oder Produktionsbereichen.
Du arbeitest allein oder in kleinen Teams und wechselst zwischen Vorbereitung, Lackierung, Trocknung und Qualitätskontrolle.
Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.
Je nach Auftrag arbeitest du an einzelnen Werkstücken oder an grösseren Serien von Bauteilen.
Gerüche von Lacken und Reinigungsmitteln gehören trotz Schutzmassnahmen zum Arbeitsumfeld. Du solltest damit umgehen können.
Was solltest du mitbringen?
- Manuelles Geschick ist wichtig beim Vorbereiten, Schleifen und Lackieren von Oberflächen.
- Du solltest Farben gut unterscheiden können und keine Farbsehstörung haben.
- Sorgfältiges und exaktes Arbeiten ist wichtig, damit Beschichtungen gleichmässig werden.
- Ein Sinn für Ästhetik hilft dir bei Farbwirkung und Oberflächenqualität.
- Eine systematische Arbeitsweise ist bei mehreren aufeinanderfolgenden Bearbeitungsschritten wichtig.
- Du solltest einen guten Sinn für Hygiene und Sauberkeit haben.
- Körperliche Belastbarkeit ist hilfreich, weil du viel stehst und praktisch arbeitest.
- Du solltest mit unangenehmen Gerüchen von Lacken, Lösungsmitteln oder Reinigungsmitteln umgehen können.
In der Schule helfen dir besonders Chemie, Mathematik und Werken. Wichtig sind vor allem praktisches Geschick, ein gutes Farbgefühl und Interesse an Materialien und Oberflächen.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre und wird in einem Betrieb absolviert.
Deine praktische Ausbildung machst du in einem Lackier- und Beschichtungswerk oder in der Lackierabteilung eines Industriebetriebs.
In der Regel arbeitest du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 Tag pro Woche die Berufsfachschule in Zürich.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Silenen (UR). Diese dauern insgesamt 24 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Industrielackierer/in EFZ.
Als zweijährige Ausbildung im gleichen Berufsfeld gibt es ausserdem Lackierassistent/in EBA.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 750.– bis 850.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.– bis 1000.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1100.– bis 1300.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'400 - 5'000
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du dein Fachwissen mit Kursen der Schweizerischen Vereinigung der Industrielackiermeister erweitern.
Mit der Berufsprüfung als Lackierfachmann/-frau BP kannst du dein Wissen in der industriellen Beschichtung vertiefen und dich für anspruchsvollere Fachaufgaben qualifizieren.
Mit der Berufsprüfung als Instandhaltungsfachmann/-frau BP kannst du dich stärker auf Wartung und zuverlässigen Betrieb technischer Anlagen spezialisieren.
Als Prozessfachmann/-frau BP beschäftigst du dich stärker mit der Planung, Organisation und Optimierung industrieller Produktionsabläufe.
Mit einer höheren Fachprüfung ist die Weiterbildung als Leiter/in Facility Management und Maintenance HFP möglich.
An einer Höheren Fachschule kannst du dich als Prozesstechniker/in HF weiterbilden und dein Wissen über industrielle Abläufe und Produktionsorganisation vertiefen.
Wo kannst du später arbeiten?
Industrielackiererinnen und Industrielackierer EFZ arbeiten in Lackier- und Beschichtungswerken oder in Lackierabteilungen verschiedener Industriebetriebe.
Mögliche Arbeitgeber sind beispielsweise Unternehmen, die Büromöbel oder Haushaltsgeräte herstellen.
Weitere Einsatzmöglichkeiten gibt es im Hoch- und Tiefbau, im Stahlbau, bei Flughäfen oder in Fahrzeugwartungsdiensten.
Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind gut.
Mit Berufserfahrung kannst du beispielsweise eine Werkstatt leiten oder eine Führungsfunktion im Verkauf übernehmen.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne praktisch und sehr genau arbeitest und sichtbare Ergebnisse magst. Du solltest Interesse an Farben, Oberflächen und technischen Materialien haben und kein Problem damit haben, Schutzkleidung zu tragen.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du empfindlich auf Gerüche reagierst oder nicht mit Lacken, chemischen Produkten und industriellen Arbeitsumgebungen arbeiten möchtest.
Wenn du Handwerk, Farben und technische Oberflächenbearbeitung miteinander verbinden möchtest, kann Industrielackierer/in EFZ gut zu dir passen.
