Industriepolsterer/-polsterin EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Industriepolsterer/-polsterin EFZ

        Industriepolsterinnen und Industriepolsterer EFZ stellen Polstermöbel wie Sofas, Sessel oder Stühle her. Sie planen einzelne Arbeitsschritte, schneiden Stoffe und Polstermaterialien zu, nähen Bezüge, montieren Polsterungen und kontrollieren, ob das fertige Möbel bequem, funktional und sauber verarbeitet ist.

        Der Beruf verbindet Handwerk, Gestaltung und industrielle Produktion. Du arbeitest mit Stoff, Leder, Schaumstoff, Holz und anderen Materialien und bist sowohl bei der Entwicklung von Prototypen als auch bei der späteren Serienfertigung beteiligt.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Am Anfang eines Auftrags liest du Pläne und Entwürfe von Designerinnen, Designern oder Möbelherstellern.

        Du musst verstehen, wie ein Möbelstück aufgebaut werden soll und welche Masse, Materialien und Arbeitsschritte dafür nötig sind.

        Teilweise zeichnest du Möbelstücke oder einzelne Bauteile selbst und erstellst detaillierte Herstellungspläne.

        Herstellung planen

        In den Herstellungsplänen hältst du Masse, Materialien und wichtige Verarbeitungsschritte fest.

        Du entscheidest, welche Herstellungsmethode geeignet ist und welche Maschinen und Werkzeuge benötigt werden.

        Auch die Kosten der Materialien musst du berücksichtigen.

        Materialien auswählen

        Für ein Polstermöbel werden verschiedene Materialien miteinander kombiniert.

        Du wählst beispielsweise Stoff, Leder, Schaumstoff, Federn, Latex oder Holz passend zum geplanten Möbelstück aus.

        Dabei spielen Aussehen, Funktion, Komfort und Kosten eine Rolle.

        Mit anderen Fachpersonen zusammenarbeiten

        Bei der Entwicklung und Herstellung von Möbeln arbeitest du mit verschiedenen Fachpersonen zusammen.

        Dazu gehören beispielsweise Innendekorateurinnen und Innendekorateure sowie Wohntextilgestalterinnen und Wohntextilgestalter.

        Gemeinsam sorgt ihr dafür, dass Gestaltung und technische Umsetzung zusammenpassen.

        Schablonen anfertigen

        Bevor ein Prototyp gebaut wird, stellst du Schablonen für die verschiedenen Teile des Möbelstücks her.

        Diese helfen dir beim genauen Zuschneiden der Materialien.

        Saubere Schablonen sind besonders wichtig, wenn später mehrere identische Teile produziert werden sollen.

        Polstermaterial zuschneiden

        Für die Polsterung schneidest du Materialien wie Schaumstoff, Latex oder andere Bestandteile auf die richtigen Masse zu.

        Je nach Konstruktion arbeitest du auch mit Federn oder Holzteilen.

        Dabei musst du dich genau an die vorgegebenen Masse halten.

        Polsterungen aufbauen

        Nach dem Zuschneiden bringst du die Polstermaterialien in die gewünschte Form.

        Du befestigst sie beispielsweise mit Nägeln, Klammern, Klebstoff oder Schrauben am Möbelgestell.

        Die Polsterung muss stabil sitzen und gleichzeitig den vorgesehenen Komfort bieten.

        Unebenheiten ausgleichen

        Über die eigentliche Polsterung bringst du häufig eine zusätzliche Schicht Watte an.

        Sie hilft dabei, kleine Unebenheiten auszugleichen und schafft eine gleichmässige Grundlage für den späteren Bezug.

        Dadurch fühlt sich das Möbel angenehmer an und sieht sauber verarbeitet aus.

        Schnittpläne erstellen

        Für Stoff- und Lederbezüge entwirfst du Schnittpläne und stellst entsprechende Schnittmuster her.

        Dabei planst du, wie die einzelnen Teile aus dem Material ausgeschnitten werden können.

        Du musst darauf achten, dass die Teile später richtig zusammengenäht werden können und möglichst wenig Material verschwendet wird.

        Stoff und Leder zuschneiden

        Stoffe, Leinen und Leder schneidest du mithilfe der vorbereiteten Schablonen zu.

        Je nach Betrieb und Menge geschieht das von Hand oder mit Maschinen.

        Exaktes Arbeiten ist wichtig, weil schon kleine Abweichungen dazu führen können, dass ein Bezug später nicht richtig sitzt.

        Bezüge nähen

        Die zugeschnittenen Teile vernähst du miteinander oder setzt sie auf andere Weise zusammen.

        Je nach Möbelstück arbeitest du mit verschiedenen Nähtechniken und Maschinen.

        Auch spezielle Nähte können Teil der Gestaltung sein.

        Möbel fertigstellen und dekorieren

        Wenn Polsterung und Bezug vorbereitet sind, stellst du das Möbelstück fertig.

        Du bringst beispielsweise dekorative Nähte oder Knöpfe an.

        Auch Kissen beziehst du von Hand oder mit Maschinen.

        Füsse, Rollen und Zubehör montieren

        Zum fertigen Möbel gehören häufig weitere Bauteile.

        Du montierst zum Beispiel Füsse, Rollen oder anderes Zubehör am Möbelgestell.

        Dabei kontrollierst du, ob alles stabil befestigt ist und das Möbelstück wie vorgesehen genutzt werden kann.

        Prototypen kontrollieren

        Bevor ein neues Möbelstück in Serie hergestellt wird, wird der Prototyp gründlich geprüft.

        Du kontrollierst, ob er die vorgesehenen Funktionen erfüllt, bequem ist und optisch den Vorgaben entspricht.

        Wenn du Probleme feststellst, werden einzelne Teile oder Arbeitsschritte angepasst.

        Serienproduktion vorbereiten

        Wenn der Prototyp überzeugt, kann die industrielle Produktion beginnen.

        Du stellst dafür Maschinen und Anlagen ein und führst zunächst einen Testdurchlauf durch.

        Damit überprüfst du, ob die Serienproduktion wie geplant funktioniert.

        Produktion überwachen

        Während der Herstellung kontrollierst du laufend die Qualität.

        Du überprüfst beispielsweise die Polsterung, die Verarbeitung der Bezüge und die Montage der verschiedenen Bauteile.

        So stellst du sicher, dass auch bei grösseren Stückzahlen eine gleichbleibende Qualität erreicht wird.

        Maschinen und Werkzeuge instand halten

        Die verwendeten Maschinen, Anlagen und Werkzeuge müssen zuverlässig funktionieren.

        Du reinigst und wartest sie regelmässig und hilfst dabei, ihre Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

        Abfälle aus Stoffen, Leder, Schaumstoff oder anderen Materialien entsorgst du nach den Vorgaben des Betriebs.

        Mitarbeitende schulen

        Industriepolsterinnen und Industriepolsterer können auch bei der Einführung anderer Mitarbeitender mithelfen.

        Du erklärst beispielsweise bestimmte Herstellungsabläufe oder zeigst, wie Maschinen und Werkzeuge eingesetzt werden.

        Dadurch trägst du dazu bei, dass die vorgesehenen Qualitätsstandards eingehalten werden.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Industriepolsterer/-polsterin EFZ arbeitest du im Team und wechselst je nach Aufgabe zwischen Büro und Werkstatt.

        Im Büro beschäftigst du dich beispielsweise mit Plänen, Zeichnungen und der Vorbereitung von Produktionsabläufen.

        In der Werkstatt arbeitest du praktisch mit Stoffen, Leder, Polstermaterialien, Werkzeugen und Maschinen.

        Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.

        Je nach Betrieb bist du stärker mit der Entwicklung einzelner Prototypen oder mit der industriellen Serienproduktion beschäftigt.

        Was solltest du mitbringen?

        • Manuelles Geschick ist wichtig beim Zuschneiden, Nähen, Polstern und Montieren.
        • Zeichnerisches Können hilft dir beim Verstehen und Erstellen von Plänen und Entwürfen.
        • Ein Flair für Zahlen brauchst du beim Arbeiten mit Massen und Materialmengen.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, damit Bezüge und Bauteile richtig zusammenpassen.
        • Ein Sinn für Ästhetik hilft dir bei Farben, Formen, Materialien und Details.
        • Teamfähigkeit ist wichtig, weil du mit verschiedenen Fachpersonen und Mitarbeitenden zusammenarbeitest.
        • Körperliche Belastbarkeit ist hilfreich, weil du viel stehst und mit Möbelteilen und Materialien arbeitest.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Geometrie, Zeichnen und Werken. Wichtig sind vor allem handwerkliches Geschick, räumliches Denken und Freude an Stoffen, Leder und Gestaltung.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre und wird in einem Betrieb absolviert.

        Deine praktische Ausbildung machst du in einer Polstermöbelfabrik. In der Regel arbeitest du 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb.

        Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche in Lenzburg (AG).

        Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Lenzburg. Diese dauern insgesamt 36 Tage während 3 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Industriepolsterer/-polsterin EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 650.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 850.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 1100.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'200 - 4'800

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach einigen Jahren Berufserfahrung kannst du dich mit der Berufsprüfung als Industriepolsterer/-polsterin BP weiterqualifizieren und dein Fachwissen in der industriellen Polstermöbelherstellung vertiefen.

        Mit der höheren Fachprüfung als Industriepolstermeister/in HFP kannst du dich auf anspruchsvollere Fach- und Führungsaufgaben vorbereiten.

        An einer Höheren Fachschule ist eine Weiterbildung als Techniker/in HF Bauplanung möglich.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Arts in Produkt- und Industriedesign absolvieren.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Industriepolsterinnen und Industriepolsterer EFZ arbeiten hauptsächlich bei Unternehmen, die Polstermöbel herstellen.

        Je nach Betrieb kannst du dich stärker mit der Entwicklung neuer Möbel, der Herstellung von Prototypen oder der Serienproduktion beschäftigen.

        Mit einigen Jahren Berufserfahrung kannst du mehr Verantwortung übernehmen, beispielsweise als Projektleiter/in für neue Kreationen, Teamleiter/in oder Werkstattleiter/in.

        Da es nur wenige Ausbildungsbetriebe und Lehrstellen gibt, ist das Berufsfeld vergleichsweise klein und spezialisiert.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne mit Stoffen, Leder und verschiedenen Polstermaterialien arbeitest und gleichzeitig technisches und gestalterisches Interesse mitbringst. Du solltest Freude daran haben, aus einzelnen Materialien Schritt für Schritt ein fertiges Möbelstück entstehen zu lassen.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du kaum handwerklich arbeiten möchtest oder genaue, wiederkehrende Arbeitsschritte in einer Werkstatt nicht magst.

        Wenn du Möbel, Textilien, Handwerk und industrielle Herstellung miteinander verbinden möchtest, kann Industriepolsterer/-polsterin EFZ gut zu dir passen.