Informatiker/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Informatiker/in EFZ

        Informatikerinnen und Informatiker EFZ entwickeln, betreiben und verbessern ICT-Lösungen. Je nach Fachrichtung programmieren sie Software, Apps und Websites oder richten Netzwerke, Server und andere IT-Systeme ein und sorgen dafür, dass diese zuverlässig und sicher funktionieren.

        Der Beruf verbindet Technik, logisches Denken und Projektarbeit. Du arbeitest viel am Computer, analysierst Probleme, entwickelst Lösungen und stehst gleichzeitig in engem Kontakt mit Kundinnen, Kunden sowie Nutzerinnen und Nutzern.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Als Informatiker/in EFZ arbeitest du an digitalen Lösungen für Unternehmen und Organisationen.

        Welche Aufgaben du hauptsächlich übernimmst, hängt von deiner Fachrichtung ab: In der Plattformentwicklung beschäftigst du dich stärker mit Netzwerken, Servern und ICT-Infrastrukturen. In der Applikationsentwicklung programmierst und betreust du Softwarelösungen.

        In beiden Fachrichtungen planst du Projekte, analysierst Anforderungen und achtest auf Datenschutz, IT-Sicherheit und einen zuverlässigen Betrieb.

        Kundenwünsche aufnehmen

        Viele Projekte beginnen mit einem konkreten Problem oder Wunsch der Kundschaft.

        Du klärst ab, welche Anforderungen bestehen und welche Ziele mit einer neuen oder angepassten ICT-Lösung erreicht werden sollen.

        Dabei musst du technische Wünsche verstehen und gleichzeitig herausfinden, was im Arbeitsalltag der Kundinnen und Kunden wirklich benötigt wird.

        ICT-Projekte planen

        Du planst Projekte und berücksichtigst dabei verfügbare Zeit, Personal und Kosten.

        Gemeinsam mit deinem Team legst du fest, welche ICT-Lösung die Anforderungen am besten erfüllt.

        Während des Projekts kontrollierst du regelmässig den Fortschritt und prüfst, ob Termine und Ziele eingehalten werden.

        Computer und Software einrichten

        Zum Beruf gehören auch grundlegende Aufgaben rund um Computer und ihre Komponenten.

        Du installierst beispielsweise Betriebssysteme, Software, Firewalls und Antivirenprogramme.

        Anschliessend stellst du die Systeme so ein, dass sie im Unternehmen sicher und zuverlässig eingesetzt werden können.

        IT-Support leisten

        Wenn Nutzerinnen oder Nutzer technische Probleme haben, bearbeitest du entsprechende Supportanfragen.

        Du analysierst die Störung, suchst die Ursache und versuchst, eine geeignete Lösung zu finden.

        Je nach Problem arbeitest du dabei selbstständig oder gemeinsam mit anderen Fachpersonen.

        Mitarbeitende schulen

        Wenn neue Programme oder Systeme eingeführt werden, unterstützt du die Mitarbeitenden bei der Nutzung.

        Du erklärst Funktionen und zeigst, wie bestimmte Anwendungen im Arbeitsalltag eingesetzt werden.

        Dabei ist es wichtig, technische Zusammenhänge verständlich zu erklären.

        Über Datenschutz und IT-Sicherheit informieren

        Informatikerinnen und Informatiker arbeiten mit vielen sensiblen Daten und Systemen.

        Du informierst die Kundschaft und Mitarbeitende deshalb auch über Datenschutz und IT-Sicherheit.

        Damit hilfst du, Risiken im Umgang mit Daten, Anwendungen und digitalen Diensten zu reduzieren.

        Daten analysieren und speichern

        Du arbeitest regelmässig mit Daten.

        Je nach Aufgabe analysierst du Informationen, speicherst sie strukturiert und sorgst dafür, dass sie für berechtigte Personen verfügbar bleiben.

        Dabei musst du darauf achten, dass Daten korrekt und sicher verarbeitet werden.

        Backups und Zugriffsrechte verwalten

        Damit wichtige Informationen nicht verloren gehen, erstellst du beispielsweise Backups.

        Du verteilst ausserdem Zugriffsrechte und legst damit fest, welche Personen auf bestimmte Systeme oder Daten zugreifen dürfen.

        So trägst du direkt zur Datensicherheit und zum Datenschutz bei.

        Fachrichtung Plattformentwicklung

        In der Fachrichtung Plattformentwicklung konzentrierst du dich auf die technische ICT-Infrastruktur.

        Du stellst sicher, dass Systeme und Dienste den Anforderungen der Kundschaft entsprechen und zuverlässig verfügbar sind.

        Dazu gehören beispielsweise Netzwerke, Server und Cloud-Services.

        Netzwerke installieren und überwachen

        Du installierst und konfigurierst Netzwerke und passt bestehende Umgebungen bei Bedarf an.

        Anschliessend überwachst du den Betrieb und reagierst auf Störungen oder Sicherheitsprobleme.

        Du sorgst dafür, dass Geräte und Dienste zuverlässig miteinander kommunizieren können.

        Server betreiben

        Server stellen wichtige Daten und Dienste für Unternehmen bereit.

        Du nimmst sie in Betrieb, verwaltest und wartest sie und achtest darauf, dass sie sicher konfiguriert sind.

        Auch die regelmässige Kontrolle und Anpassung der Systeme gehört zu deinen Aufgaben.

        Cloud-Services betreuen

        Viele Unternehmen nutzen heute Dienste, die über die Cloud bereitgestellt werden.

        Du hilfst dabei, solche Dienste in die bestehende ICT-Umgebung zu integrieren und sicher zu betreiben.

        Dabei musst du technische Anforderungen, Zugriffsrechte und Sicherheitsaspekte berücksichtigen.

        Fachrichtung Applikationsentwicklung

        In der Fachrichtung Applikationsentwicklung entwickelst du Softwarelösungen.

        Das können beispielsweise Programme, Apps, Websites oder andere digitale Anwendungen sein.

        Du analysierst zuerst das Problem und prüfst, ob und wie es mit einer Applikation gelöst werden kann.

        Softwarelösungen planen

        Bevor du programmierst, entwickelst du verschiedene Lösungsansätze.

        Du überlegst, welche Funktionen benötigt werden und wie die Anwendung aufgebaut sein soll.

        Anschliessend entscheidest du gemeinsam mit dem Projektteam, welche Lösung umgesetzt wird.

        Applikationen programmieren

        Du programmierst die geplante Anwendung mit geeigneter Software und einer passenden Programmiersprache.

        Dabei setzt du die einzelnen Funktionen Schritt für Schritt um und überprüfst laufend, ob der Code wie vorgesehen arbeitet.

        Eine systematische und sorgfältige Arbeitsweise ist besonders wichtig.

        Software testen

        Bevor eine Anwendung eingesetzt wird, kontrollierst du ihre Qualität und Sicherheit.

        Du testest einzelne Funktionen und überprüfst auch Schnittstellen zu anderen Systemen.

        Fehler analysierst du und korrigierst sie, bevor die Anwendung freigegeben wird.

        Applikationen installieren und betreiben

        Nach der Entwicklung installierst du die fertige Anwendung in der vorgesehenen Umgebung.

        Du sorgst dafür, dass sie zuverlässig läuft und von den Nutzerinnen und Nutzern verwendet werden kann.

        Auch spätere Anpassungen oder Fehlerbehebungen können zu deinen Aufgaben gehören.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Informatiker/in EFZ arbeitest du meistens im Team und stehst regelmässig mit Nutzerinnen, Nutzern und Kundschaft in Kontakt.

        Ein grosser Teil der Arbeit findet am Computer statt. Je nach Fachrichtung programmierst du, analysierst Systeme, konfigurierst Netzwerke oder planst Projekte.

        Du kannst auch einfache Projekte oder Teilprojekte leiten und Verantwortung für einzelne Arbeitspakete übernehmen.

        Je nach Arbeitgeber bist du häufiger unterwegs, beispielsweise wenn du Systeme an verschiedenen Standorten betreust.

        Teilweise ist auch Arbeiten von unterwegs oder im Homeoffice möglich. Die Arbeitszeiten sind häufig flexibel, und Teilzeitarbeit ist je nach Betrieb ebenfalls möglich.

        Was solltest du mitbringen?

        • Technisches Verständnis ist wichtig, um Systeme, Programme und Netzwerke zu verstehen.
        • Du solltest dich gerne mit neuen Technologien beschäftigen und laufend dazulernen.
        • Eine systematische Arbeitsweise hilft dir beim Programmieren und bei der Fehlersuche.
        • Kreativität ist hilfreich, wenn du neue Lösungen für technische Probleme entwickelst.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, besonders bei Code, Konfigurationen und Sicherheitsfragen.
        • Analytisches Denken brauchst du, um komplexe Probleme in einzelne Schritte zu zerlegen.
        • Kontaktfreudigkeit ist wichtig, weil du eng mit Kundschaft und Nutzerinnen und Nutzern zusammenarbeitest.
        • Teamfähigkeit ist zentral, da grössere ICT-Lösungen meistens gemeinsam entwickelt und betrieben werden.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Informatik und Englisch. Auch Physik kann hilfreich sein. Wichtig sind vor allem logisches Denken, technisches Interesse und Freude daran, komplexe Probleme systematisch zu lösen.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 4 Jahre. Sie kann in einem Betrieb oder an einer Vollzeitschule absolviert werden.

        Bei der betrieblichen Ausbildung arbeitest du beispielsweise in einem Dienstleistungs-, Industrie- oder Gewerbebetrieb oder in einer öffentlichen Verwaltung.

        In der Regel verbringst du 3 bis 4 Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besuchst 1 bis 2 Tage pro Woche eine kantonale Berufsfachschule.

        Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in mehreren Kantonen. Diese dauern insgesamt 35 Tage während 4 Jahren.

        Die Ausbildung wird auch an verschiedenen Vollzeitschulen angeboten.

        Du wählst eine von zwei Fachrichtungen:

        • Plattformentwicklung
        • Applikationsentwicklung

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Lehre erhältst du den Abschluss Informatiker/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 550.– bis 700.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 750.– bis 900.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 950.– bis 1200.–
        • 4. Lehrjahr: CHF 1250.– bis 1500.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 5'000 - 5'400

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du dich in sehr unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln und dich beispielsweise auf Softwareentwicklung, ICT-Infrastruktur, Cybersecurity, künstliche Intelligenz oder Wirtschaftsinformatik spezialisieren.

        Auf Stufe Berufsprüfung sind Abschlüsse als Wirtschaftsinformatiker/in BP, ICT-Application Development Specialist BP, ICT-Platform Development Specialist BP, Cyber Security Specialist BP, Digital Collaboration Specialist BP oder AI Business Specialist BP möglich.

        Mit einer höheren Fachprüfung kannst du dich beispielsweise als ICT-Manager/in HFP oder Information Security Manager HFP weiterqualifizieren und verstärkt Fach- und Führungsverantwortung übernehmen.

        An einer Höheren Fachschule sind Weiterbildungen als Informatiker/in HF oder Wirtschaftsinformatiker/in HF möglich.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule beispielsweise einen Bachelor of Science in Informatik, Wirtschaftsinformatik, Data Engineering, Elektrotechnik und Informationstechnologie oder Medizininformatik absolvieren.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Informatikerinnen und Informatiker EFZ können in Unternehmen fast aller Branchen arbeiten.

        Dazu gehören kleine Unternehmen ebenso wie internationale Konzerne, öffentliche Verwaltungen, Versicherungen, Gesundheitseinrichtungen oder spezialisierte IT-Dienstleister.

        In der Plattformentwicklung arbeitest du beispielsweise in Bereichen wie Systemadministration, Netzwerkbetrieb, Cloud oder technischer Infrastruktur.

        In der Applikationsentwicklung beschäftigst du dich stärker mit Software, Apps, Websites und anderen digitalen Anwendungen.

        Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gut. Gleichzeitig entwickelt sich die Informatik schnell weiter, weshalb du dein Wissen während deiner gesamten Laufbahn regelmässig aktualisieren musst.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne am Computer arbeitest und Freude daran hast, komplexe technische Probleme zu verstehen und zu lösen. Du solltest neugierig sein und bereit sein, dich immer wieder in neue Technologien einzuarbeiten.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du kaum am Bildschirm arbeiten möchtest oder dich nicht gerne länger und konzentriert mit einem technischen Problem beschäftigst. Auch Lernen gehört dauerhaft zum Beruf, weil sich Technologien und Anforderungen ständig verändern.

        Wenn du Technik, logisches Denken und digitale Lösungen miteinander verbinden möchtest, kann Informatiker/in EFZ gut zu dir passen.