Keramiker/in EFZ - lehrstellencheck.ch
Die besten 2551 Jobs in der Region.

        Keramiker/in EFZ

        Keramikerinnen und Keramiker EFZ gestalten und fertigen Gegenstände aus Keramik. Sie entwickeln eigene Entwürfe, formen Ton, dekorieren und glasieren die Stücke, brennen sie im Ofen und kümmern sich oft auch um Präsentation, Verkauf und die Organisation der Werkstatt.

        Der Beruf verbindet Kunsthandwerk, Gestaltung und selbstständiges Arbeiten. Du stellst Alltagsgegenstände wie Tassen, Teller und Vasen her, kannst aber auch dekorative Objekte, Skulpturen oder Mosaike gestalten.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Als Keramiker/in EFZ begleitest du ein Produkt oft von der ersten Idee bis zum Verkauf.

        Du entwickelst Entwürfe, testest Materialien und Techniken, formst die Gegenstände und bearbeitest ihre Oberflächen.

        Danach brennst du die Stücke, kontrollierst ihre Qualität und bereitest sie für Präsentation oder Verkauf vor.

        Projekte vorbereiten

        Am Anfang eines neuen Projekts sammelst du Informationen und Unterlagen.

        Du prüfst, ob deine Idee technisch und gestalterisch umsetzbar ist und welche Materialien oder Verfahren dafür geeignet sind.

        So entsteht eine Grundlage für die weitere Arbeit.

        Skizzen und Modelle anfertigen

        Du hältst deine Ideen in Skizzen und Modellen fest.

        Diese kannst du von Hand oder mit geeigneter Software erstellen.

        Dadurch kannst du Formen, Grössen und Proportionen überprüfen, bevor du mit dem eigentlichen keramischen Werkstück beginnst.

        Techniken ausprobieren

        Bevor du ein neues Produkt endgültig herstellst, testest du verschiedene Möglichkeiten.

        Du probierst beispielsweise aus, wie sich ein Gegenstand am besten formen, dekorieren oder brennen lässt.

        Solche Versuche helfen dir dabei, technische Probleme früh zu erkennen und das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

        Passenden Ton auswählen

        Für verschiedene Gegenstände können unterschiedliche Tonarten geeignet sein.

        Du entscheidest, welches Material zum geplanten Produkt und zur gewünschten Verarbeitung passt.

        Ausserdem schätzt du ab, wie viel Ton du für die Herstellung brauchst.

        Gegenstände formen

        Du formst den Ton mit verschiedenen Techniken.

        Je nach Produkt kannst du beispielsweise mit Formen giessen oder den Gegenstand auf einer Töpferscheibe aufbauen.

        Dabei brauchst du manuelles Geschick und ein gutes Gefühl für Proportionen.

        An der Töpferscheibe arbeiten

        Beim Arbeiten an der Töpferscheibe formst du den Ton während der Drehbewegung mit den Händen.

        So können beispielsweise Tassen, Schalen oder Vasen entstehen.

        Gleichmässige Wandstärken und saubere Formen verlangen viel Übung und Konzentration.

        Keramik giessen

        Bestimmte Gegenstände stellst du mithilfe von Formen her.

        Du gibst das vorbereitete Material in die entsprechende Form und lässt daraus den gewünschten Rohling entstehen.

        Diese Technik eignet sich besonders für Formen, die mehrfach hergestellt werden sollen.

        Keramik brennen

        Die geformten Gegenstände müssen im Ofen gebrannt werden.

        Du wählst die geeignete Brenntechnik und sorgst dafür, dass Temperatur und Ablauf zum verwendeten Material passen.

        Der Brennvorgang ist entscheidend dafür, dass die Keramik ihre endgültige Festigkeit und Oberfläche erhält.

        Oberflächen gestalten

        Du dekorierst keramische Gegenstände auf unterschiedliche Weise.

        Dafür verwendest du beispielsweise Pinsel, Stempel oder Folien, mit denen Motive auf die Oberfläche übertragen werden können.

        Je nach Entwurf arbeitest du zurückhaltend oder sehr dekorativ.

        Keramik glasieren

        Viele Keramikgegenstände erhalten eine Glasur.

        Du überziehst die Oberfläche mit einer transparenten oder farbigen Glasur und brennst das Werkstück anschliessend entsprechend weiter.

        Die Glasur beeinflusst sowohl das Aussehen als auch die Oberfläche des fertigen Produkts.

        Qualität kontrollieren

        Nach den einzelnen Produktionsschritten überprüfst du die Qualität deiner Arbeiten.

        Du kontrollierst beispielsweise Form, Oberfläche und Verarbeitung und suchst nach Fehlern.

        Wenn möglich, passt du das Werkstück oder den Herstellungsprozess entsprechend an.

        Produkte für die Präsentation vorbereiten

        Zu deinem Beruf gehört nicht nur die Herstellung.

        Du erstellst auch Unterlagen, mit denen deine Produkte präsentiert werden können.

        Dabei überlegst du, wie deine Arbeiten möglichst ansprechend und verständlich gezeigt werden.

        Produkte fotografieren

        Für Prospekte, Webseiten oder andere Präsentationen fotografierst du deine Keramik.

        Du stellst die Produkte passend auf und achtest darauf, dass Form, Farbe und Details gut sichtbar sind.

        Die Bilder können später für Werbung oder Verkauf eingesetzt werden.

        Keramik verkaufen

        Viele Keramikerinnen und Keramiker verkaufen ihre Werke direkt an Kundinnen und Kunden.

        Du präsentierst deine Produkte beispielsweise an Ausstellungen, Messen oder Märkten.

        Dabei erklärst du deine Arbeiten, beantwortest Fragen und berätst Interessierte.

        Werkstatt und Lager organisieren

        In der Werkstatt kontrollierst du regelmässig die vorhandenen Materialien.

        Du bestellst Rohstoffe nach und lagerst sowohl Materialien als auch fertige Gegenstände fachgerecht.

        Eine gute Organisation hilft dir, den Überblick über laufende Projekte und Vorräte zu behalten.

        Werkzeuge und Materialien pflegen

        Du hältst deine Werkzeuge und Arbeitsmaterialien instand.

        Nach der Arbeit reinigst und pflegst du beispielsweise Geräte, Formen und andere Arbeitsmittel.

        So bleiben sie möglichst lange einsatzbereit.

        Umweltvorschriften beachten

        Beim Arbeiten mit Ton, Glasuren und anderen Materialien entstehen Reste und Abfälle.

        Du beachtest die geltenden Umweltvorschriften und entsorgst Materialien richtig.

        Auch ein sorgfältiger Umgang mit Rohstoffen gehört zum professionellen Arbeiten.

        Buchhaltung führen und Preise berechnen

        Besonders wenn du selbstständig arbeitest, gehören auch kaufmännische Aufgaben zum Beruf.

        Du berechnest beispielsweise Ausgaben und bestimmst Verkaufspreise für deine Produkte.

        Damit musst du neben der Gestaltung auch wirtschaftlich denken können.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Keramiker/in EFZ arbeitest du meistens in einer eigenen Werkstatt oder in einer Gemeinschaftswerkstatt.

        Je nach Auftrag arbeitest du allein oder gemeinsam mit anderen Fachpersonen, beispielsweise Schmuckherstellern, Designerinnen, Floristen oder Architektinnen.

        Ein grosser Teil des Tages besteht aus praktischer Handarbeit. Gleichzeitig gehören Zeichnen, Planen, Fotografieren, Präsentieren und teilweise Buchhaltung dazu.

        Viele Keramikerinnen und Keramiker sind selbstständig erwerbend. Deshalb musst du nicht nur gute Produkte herstellen, sondern deine Arbeiten auch bekannt machen und verkaufen können.

        Was solltest du mitbringen?

        • Manuelles Geschick ist wichtig beim Formen, Dekorieren und Bearbeiten von Keramik.
        • Du solltest selbstständig arbeiten und eigene Projekte organisieren können.
        • Künstlerisches Talent hilft dir beim Entwickeln von Formen, Farben und Oberflächen.
        • Kreativität ist wichtig, um eigene Ideen und Produkte zu entwickeln.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, weil kleine Fehler beim Formen oder Brennen das Ergebnis beeinflussen können.
        • Kontaktfreudigkeit hilft dir beim Verkauf und bei der Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen.
        • Freude an Verkauf und Beratung ist besonders wichtig, wenn du deine Produkte selbst vermarktest.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir beim Entwerfen und Formen dreidimensionaler Gegenstände.

        In der Schule helfen dir besonders Gestalten, Zeichnen und Werken. Auch Mathematik kann bei Massen, Mengen und Kalkulationen hilfreich sein. Entscheidend sind vor allem Kreativität, handwerkliches Geschick und Freude an der Arbeit mit Ton und Formen.

        Ausbildung

        Die Ausbildung dauert 4 Jahre und kann als Lehre in einem Betrieb oder an einer Vollzeitschule absolviert werden.

        Bei der betrieblichen Ausbildung arbeitest du in einem keramischen Betrieb. In der Regel verbringst du dort 3 bis 3,5 Tage pro Woche.

        Die Schule besuchst du 1,5 bis 2 Tage pro Woche an der Schule für Gestaltung in Stettlen (BE).

        Die Ausbildung wird auch an einer Vollzeitschule angeboten.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Keramiker/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        1. Lehrjahr: CHF 440
        2. Lehrjahr: CHF 530
        3. Lehrjahr: CHF 620
        4. Lehrjahr: CHF 710

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'575 - 5'000

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du dich an einer Höheren Fachschule im Bereich Produktdesign HF weiterbilden und deine gestalterischen und konzeptionellen Fähigkeiten vertiefen.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Arts in Design absolvieren.

        Auch Weiterbildungen im Ausland sind möglich. Dazu gehören beispielsweise Bachelor- und Masterstudiengänge in Freie Kunst Keramik an der Hochschule Koblenz in Deutschland.

        Eine weitere Möglichkeit ist die Weiterbildung als Keramikermeister/in an der Staatlichen Fachschule für Keramik in Landshut in Deutschland.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Keramikerinnen und Keramiker EFZ arbeiten häufig in einer eigenen Werkstatt oder in einer Gemeinschaftswerkstatt.

        Du kannst Alltagskeramik, dekorative Objekte oder künstlerische Arbeiten entwickeln und herstellen.

        Je nach Projekten arbeitest du auch mit anderen Gestaltungsberufen zusammen, beispielsweise mit Schmuckherstellern, Designerinnen, Floristen oder Architektinnen.

        Viele Berufsleute sind selbstständig erwerbend. Dafür brauchst du neben handwerklichem und künstlerischem Können auch viel Eigeninitiative und unternehmerisches Flair.

        Du musst deine Arbeiten beispielsweise über Webseiten, Märkte, Ausstellungen oder Messen bekannt machen und Kundschaft für deine Produkte gewinnen.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne mit den Händen arbeitest und gleichzeitig eigene gestalterische Ideen entwickeln möchtest. Du solltest Geduld haben, genau arbeiten und Freude daran haben, ein Produkt vom ersten Entwurf bis zum fertigen Stück selbst zu begleiten.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du möglichst klare und immer gleiche Arbeitsabläufe suchst oder dich Verkauf und Selbstvermarktung überhaupt nicht interessieren. Gerade bei einer selbstständigen Tätigkeit gehören diese Aufgaben deutlich zum Berufsalltag.

        Wenn du Kunst, Handwerk, Gestaltung und selbstständiges Arbeiten miteinander verbinden möchtest, kann Keramiker/in EFZ gut zu dir passen.