Küfer/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Küfer/in EFZ

        Küferinnen und Küfer EFZ stellen Holzfässer und andere Gefässe her, die vor allem im Weinbau oder als dekorative Objekte eingesetzt werden. Sie bearbeiten Holz, formen Dauben, montieren Metallreifen und bauen komplette Fässer vom ersten Entwurf bis zum fertigen Produkt.

        Der Beruf verbindet traditionelles Holzhandwerk, Weinwissen und Kundenberatung. Du arbeitest mit Maschinen und Werkzeugen, bist körperlich aktiv und übernimmst je nach Betrieb auch Aufgaben in Verkauf, Werbung und Administration.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Als Küfer/in EFZ stellst du Fässer und andere Gefässe aus Holz her und reparierst bestehende Produkte.

        Du planst Form und Grösse, wählst das passende Holz, bearbeitest die einzelnen Teile und setzt sie zu einem stabilen Gefäss zusammen.

        Weil viele Fässer für die Weinherstellung bestimmt sind, kennst du dich auch mit wichtigen Arbeitsschritten der Weinproduktion aus.

        Kundenanfragen prüfen

        Am Anfang eines Auftrags klärst du mit der Kundschaft, welches Produkt benötigt wird.

        Du berätst beispielsweise Winzerinnen und Winzer bei der Wahl eines geeigneten Fasses.

        Dabei musst du verstehen, welchen Zweck das Gefäss erfüllen soll und welche Anforderungen daran gestellt werden.

        Arbeitsaufwand und Preise berechnen

        Du schätzt ab, wie viel Zeit für einen Auftrag benötigt wird und welche Kosten entstehen.

        Auf dieser Grundlage berechnest du den Preis und erstellst eine Offerte.

        Dafür musst du sowohl den Arbeitsaufwand als auch Materialkosten realistisch einschätzen können.

        Passendes Holz auswählen

        Für die Herstellung eines Gefässes wählst du ein geeignetes Holz aus.

        Zum Einsatz kommen beispielsweise Eiche, Kastanie oder Lärche.

        Welche Holzart geeignet ist, hängt unter anderem vom geplanten Produkt und seiner Verwendung ab.

        Holz bestellen und lagern

        Du bestellst das benötigte Holz und sorgst dafür, dass es richtig gelagert wird.

        Dabei beachtest du sowohl die Materialkosten als auch Umweltaspekte.

        Eine fachgerechte Lagerung ist wichtig, damit das Holz später gut verarbeitet werden kann.

        Gefässe planen und berechnen

        Bevor du mit der Herstellung beginnst, bestimmst du Grösse und Form des geplanten Gefässes.

        Du misst das Holz aus, zeichnest Skizzen und führst die notwendigen Berechnungen durch.

        Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir dabei, aus einzelnen Holzteilen eine dreidimensionale Form zu planen.

        Material vorbereiten

        Du bereitest das benötigte Holz und weitere Materialien für die Verarbeitung vor.

        Dabei kontrollierst du die Qualität und weichst das Holz bei Bedarf ein.

        So lässt sich das Material später besser formen und bearbeiten.

        Formen und Schablonen vorbereiten

        Für die Herstellung verwendest du je nach Auftrag verschiedene Hilfsmittel.

        Dazu gehören beispielsweise Formen und Schablonen.

        Sie helfen dir dabei, die einzelnen Teile genau nach den vorgesehenen Massen herzustellen.

        Dauben herstellen

        Die gebogenen Holzteile eines Fasses werden Dauben genannt.

        Du misst das Holz, schneidest es zu und bearbeitest es mit dem Hobel, bis die gewünschte Form entsteht.

        Die Dauben müssen sehr genau gearbeitet sein, damit sie später dicht zusammengesetzt werden können.

        Dauben zusammensetzen

        Die vorbereiteten Dauben stellst du zu einem Fasskörper zusammen.

        Metallreifen halten die einzelnen Holzteile zunächst in Position.

        Dabei musst du genau darauf achten, dass die Form gleichmässig wird und die Teile richtig aneinanderliegen.

        Holz biegen

        Damit das Fass seine typische gebogene Form erhält, werden die Dauben gebogen.

        Dafür arbeitest du beispielsweise mit Feuer im Inneren des Fasskörpers und Wasser auf dem Holz.

        Durch Wärme und Feuchtigkeit lässt sich das Holz kontrolliert in die gewünschte Form bringen.

        Metallreifen herstellen und montieren

        Ein Fass wird durch mehrere Metallreifen zusammengehalten.

        Du stellst diese Bügel passend zur Grösse des Gefässes her und montierst sie am Fasskörper.

        Sie sorgen dafür, dass die Dauben fest zusammengepresst bleiben.

        Fassböden herstellen

        Für Ober- und Unterseite des Gefässes stellst du passende Fassböden her.

        Du bearbeitest die einzelnen Teile so, dass sie genau in den vorbereiteten Fasskörper passen.

        Anschliessend werden sie eingesetzt und befestigt.

        Hähne und Gestelle montieren

        Je nach Produkt montierst du zusätzlich Hähne oder andere Bestandteile.

        Du kannst auch Gestelle bauen, auf denen die Fässer später gelagert oder benutzt werden.

        Die zusätzlichen Elemente müssen stabil und zur Konstruktion des Gefässes passend ausgeführt sein.

        Oberflächen behandeln

        Nach der Herstellung bearbeitest du die Oberfläche des fertigen Produkts.

        Damit erhält das Holz die gewünschte Optik und wird je nach Verwendung geschützt.

        Ein sorgfältiges Finish ist besonders bei dekorativen Gefässen wichtig.

        Gefässe transportieren und montieren

        Fertige Fässer und andere Gefässe transportierst du zur Kundschaft.

        Je nach Grösse und Auftrag montierst du sie direkt am vorgesehenen Standort.

        Dadurch arbeitest du nicht ausschliesslich in der Werkstatt.

        Fässer reparieren

        Bestehende Gefässe müssen regelmässig instand gehalten werden.

        Du kontrollierst sie auf Schäden und führst notwendige Reparaturen aus, häufig direkt bei der Kundschaft.

        Dabei können beispielsweise einzelne Holzteile oder Verbindungen bearbeitet werden.

        Werkzeuge und Maschinen pflegen

        Bei der Arbeit verwendest du verschiedene Werkzeuge und Maschinen.

        Dazu gehören beispielsweise Sägen, Hobel und Schleifmaschinen.

        Du setzt sie fachgerecht ein und sorgst dafür, dass sie regelmässig gepflegt und instand gehalten werden.

        Gefässe für die Weinherstellung empfehlen

        Als Küfer/in kennst du nicht nur die Herstellung von Fässern, sondern auch deren Bedeutung für die Weinproduktion.

        Du berätst Winzerinnen und Winzer dazu, welches Gefäss für ihre Anforderungen geeignet ist.

        Dafür brauchst du Kenntnisse über die verschiedenen Schritte der Weinherstellung.

        Trauben pressen und Saft lagern

        Je nach Betrieb arbeitest du auch direkt bei der Weinproduktion mit.

        Du hilfst dabei, Trauben zu pressen und den gewonnenen Saft in geeigneten Fässern zu lagern.

        So lernst du praktisch, wie die von dir hergestellten Gefässe eingesetzt werden.

        Gärung und Reifung überwachen

        Du kannst an der Gärung des Weins mitarbeiten und die weitere Reifung überwachen.

        Dabei beobachtest du, wie sich das Produkt entwickelt.

        Das Fachwissen über die Weinherstellung hilft dir auch bei der Beratung der Kundschaft.

        Wein stabilisieren, filtern und abfüllen

        Im weiteren Produktionsprozess hilfst du dabei, den Wein zu stabilisieren und zu schützen.

        Du kannst ihn filtern und für die spätere Abfüllung vorbereiten.

        Je nach Betrieb arbeitest du auch beim eigentlichen Abfüllen mit.

        Fässer für Wein pflegen

        Weinfässer müssen sorgfältig gepflegt werden.

        Du kontrollierst ihren Zustand, hältst sie instand und führst bei Bedarf Reparaturen aus.

        Eine fachgerechte Pflege trägt dazu bei, dass die Gefässe länger genutzt werden können.

        Buchhaltung und Arbeitszeiten erfassen

        Neben dem Handwerk gehören administrative Aufgaben zum Beruf.

        Du führst Buchhaltung und notierst beispielsweise Arbeitszeiten und Kosten.

        Besonders in kleinen Betrieben oder bei selbstständiger Tätigkeit ist dieser Teil wichtig.

        Produkte bewerben und verkaufen

        Du präsentierst die hergestellten Produkte und verkaufst sie an Kundinnen und Kunden.

        Für das eigene Angebot machst du beispielsweise online oder an Ausstellungen Werbung.

        Gerade weil der Markt für klassische Holzfässer klein ist, spielt eine gute Präsentation des eigenen Angebots eine wichtige Rolle.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Küfer/in EFZ arbeitest du hauptsächlich in einer Werkstatt und bist dabei meistens auf den Beinen.

        Du arbeitest im Team und wechselst zwischen Planung, Holzverarbeitung, Maschinenarbeit und Montage.

        Für Reparaturen oder die Montage grösserer Gefässe bist du teilweise direkt bei Kundinnen und Kunden im Einsatz.

        Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.

        Was solltest du mitbringen?

        • Manuelles Geschick brauchst du beim Schneiden, Hobeln, Formen und Zusammensetzen der Holzteile.
        • Du solltest sorgfältig und exakt arbeiten, damit Fässer richtig zusammengesetzt werden können.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir dabei, Form und Grösse von Gefässen zu planen.
        • Ein Sinn für Ästhetik ist besonders bei dekorativen Produkten wichtig.
        • Einfallsreichtum hilft dir, praktische Lösungen für individuelle Aufträge und Reparaturen zu finden.
        • Du solltest selbstständig arbeiten und einzelne Arbeitsschritte gut organisieren können.
        • Körperliche Belastbarkeit ist wichtig, weil du viel stehst und mit Holz, Werkzeugen und Gefässen arbeitest.
        • Freude an Verkauf und Beratung hilft dir beim Kontakt mit Winzerinnen, Winzern und anderen Kundinnen und Kunden.

        In der Schule helfen dir besonders Werken, Mathematik und Natur und Technik. Wichtig sind vor allem Freude an Holz, handwerkliches Geschick, räumliches Denken und Interesse an Weinherstellung und traditionellem Handwerk.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre.

        Die praktische Ausbildung absolvierst du in einer Küferei oder bei einem Weinhersteller.

        Der schulische Unterricht findet in Blockkursen von 8 Wochen pro Jahr in Brienz (BE) statt.

        Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Brienz. Diese dauern insgesamt 21 Tage während 3 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Küfer/in EFZ.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        1. Lehrjahr: CHF 600 - 650
        2. Lehrjahr: CHF 800 - 850
        3. Lehrjahr: CHF 1'050 - 1'150

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'300 - 4'800

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du in der Regel eine verkürzte Zusatzlehre als Weinfachmann/-frau EFZ absolvieren.

        Damit kannst du dein Wissen über Weinproduktion vertiefen und den Bereich ergänzen, den du bereits während der Küferausbildung kennenlernst.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du ausserdem an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Holztechnik absolvieren.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Küferinnen und Küfer EFZ arbeiten hauptsächlich in Küfereien oder in Betrieben der Weinherstellung.

        Der Arbeitsmarkt ist allerdings sehr klein. In der Schweiz gibt es nur wenige klassische Stellen und nur wenige Betriebe bieten überhaupt Lehrstellen an.

        Holzfässer werden teilweise durch Gefässe aus anderen Materialien ersetzt oder aus dem Ausland importiert. Deshalb können nur wenige Berufsleute allein von der klassischen Küferei leben.

        Eine Möglichkeit ist, das Angebot zu erweitern und neben Weinfässern beispielsweise kleinere Behälter, Dekorationsfässer oder Pflanzenkübel herzustellen.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du sehr gerne mit Holz arbeitest und traditionelles Handwerk spannend findest. Du solltest Freude daran haben, aus einzelnen Holzteilen mit viel Genauigkeit ein funktionierendes und langlebiges Produkt entstehen zu lassen.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn dir ein grosser Arbeitsmarkt und sehr viele offene Stellen besonders wichtig sind. Die Küferei ist in der Schweiz ein kleiner Beruf und berufliche Möglichkeiten sind entsprechend begrenzt.

        Wenn du Holzhandwerk, Weinwissen, Kundenberatung und die Herstellung individueller Produkte miteinander verbinden möchtest, kann Küfer/in EFZ gut zu dir passen.