Kunststoffpraktiker/in EBA - lehrstellencheck.ch
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        Kunststoffpraktiker/in EBA

        Kunststoffpraktikerinnen und Kunststoffpraktiker EBA stellen Produkte aus Kunststoff her und bedienen dafür verschiedene Maschinen und Anlagen. Sie bereiten Rohmaterial vor, starten die Produktion nach Anweisung, kontrollieren die Qualität der hergestellten Teile und sorgen dafür, dass Maschinen und Arbeitsplatz sauber und einsatzbereit bleiben.

        Der Beruf verbindet praktische Arbeit, Maschinenbedienung und Qualitätskontrolle. Du arbeitest hauptsächlich in Produktionshallen, bist viel auf den Beinen und lernst unterschiedliche Verfahren wie Spritzguss, 3D-Druck, Laminieren oder Schweissen kennen.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Als Kunststoffpraktiker/in EBA arbeitest du an der Herstellung von Kunststoffprodukten mit.

        Du bereitest Materialien und Maschinen vor, stellst die Anlagen ein und überwachst die laufende Produktion.

        Am Ende kontrollierst du die Produkte, dokumentierst wichtige Angaben und kümmerst dich um Verpackung, Reinigung und Entsorgung.

        Rohmaterial auswählen

        Vor Produktionsbeginn wählst du das benötigte Kunststoffmaterial aus.

        Dabei beachtest du wichtige Eigenschaften wie die vorgesehene Schmelztemperatur oder Abkühlzeit.

        Das Material muss zum Produkt und zum verwendeten Herstellungsverfahren passen.

        Material vorbereiten und mischen

        Je nach Auftrag bereitest du das Kunststoffmaterial weiter vor.

        Du mischst es beispielsweise mit Zusatzstoffen.

        Dabei arbeitest du nach den Vorgaben deiner Vorgesetzten und hältst dich an die vorgesehenen Mengen.

        Arbeitsplatz vorbereiten

        Bevor die Produktion startet, richtest du deinen Arbeitsplatz ein.

        Du stellst das nötige Werkzeug bereit und kontrollierst, ob alles vollständig und einsatzbereit ist.

        Eine sorgfältige Vorbereitung hilft, Unterbrüche während der Produktion zu vermeiden.

        Maschinen vorbereiten

        Du bereitest die benötigten Maschinen und automatisierten Anlagen für den Produktionsauftrag vor.

        Dabei kontrollierst du, ob sie richtig eingerichtet sind.

        Die genaue Vorgehensweise richtet sich nach dem Produkt und den Anweisungen im Betrieb.

        Produktionsanlagen einstellen

        Du stellst wichtige Werte an der Maschine ein.

        Dazu können beispielsweise Druck, Temperatur, Produktionsdauer oder Geschwindigkeit gehören.

        Diese Einstellungen beeinflussen direkt, ob das fertige Kunststoffteil die gewünschten Eigenschaften erreicht.

        Produktion starten

        Wenn Material, Werkzeug und Anlage vorbereitet sind, startest du die Produktion.

        Dabei arbeitest du nach den Anweisungen deiner Vorgesetzten und beobachtest, ob die Maschine wie vorgesehen läuft.

        Bei Abweichungen musst du reagieren oder die zuständige Person informieren.

        Kunststoffprodukte herstellen

        Je nach Unternehmen stellst du sehr unterschiedliche Produkte her.

        Dazu können beispielsweise Verpackungen, Teile für Haushaltsgeräte oder Komponenten für Autos und Flugzeuge gehören.

        In anderen Betrieben entstehen beispielsweise Baumaterialien, Medizinprodukte oder Sportartikel.

        Mit Spritzguss arbeiten

        Ein mögliches Herstellungsverfahren ist der Spritzguss.

        Dabei wird Kunststoff mit einer Maschine verarbeitet und in die vorgesehene Form gebracht.

        Du bereitest die Anlage vor, überwachst den Prozess und kontrollierst die entstandenen Teile.

        Mit 3D-Druck arbeiten

        Kunststoffteile können auch mithilfe von 3D-Druck hergestellt werden.

        Du bereitest Material und Anlage entsprechend vor und überwachst die Herstellung.

        Damit arbeitest du auch mit modernen digitalen Produktionsverfahren.

        Kunststoff laminieren

        Je nach Betrieb und Produkt arbeitest du mit Laminierverfahren.

        Dabei werden Kunststoffmaterialien nach den vorgegebenen Arbeitsschritten verarbeitet.

        Du achtest darauf, dass die Verarbeitung sauber ausgeführt wird und das Ergebnis den Anforderungen entspricht.

        Kunststoff schweissen

        Bestimmte Kunststoffteile werden durch Schweissen miteinander verbunden.

        Du führst solche Arbeiten nach Anleitung durch und kontrollierst die Verbindung anschliessend.

        Manuelles Geschick und genaues Arbeiten sind dabei besonders wichtig.

        Produktion überwachen

        Während die Maschinen laufen, beobachtest du den Produktionsprozess.

        Du kontrollierst, ob die Anlagen korrekt funktionieren und die Kunststoffteile wie vorgesehen hergestellt werden.

        So können Fehler möglichst früh erkannt werden.

        Produktproben entnehmen

        Während oder nach der Produktion entnimmst du einzelne Teile als Proben.

        Diese werden genauer überprüft, damit festgestellt werden kann, ob die Produktion die geforderte Qualität erreicht.

        Du vergleichst die Produkte mit den vorgegebenen Anforderungen.

        Grösse und Masse kontrollieren

        Bei der Qualitätskontrolle überprüfst du beispielsweise Grösse und Masse der hergestellten Teile.

        Die Werte müssen innerhalb der vorgesehenen Vorgaben liegen.

        Genaues Arbeiten ist wichtig, weil bereits kleine Abweichungen ein Produkt unbrauchbar machen können.

        Dichte und Festigkeit prüfen

        Je nach Produkt kontrollierst du auch technische Eigenschaften wie Dichte und Festigkeit.

        Diese Prüfungen zeigen, ob Material und Produktionsprozess richtig zusammenpassen.

        Wenn die Werte nicht stimmen, muss die Ursache gesucht werden.

        Farbe kontrollieren

        Bei Produkten mit bestimmten Farbvorgaben überprüfst du auch das Aussehen.

        Du kontrollierst, ob die hergestellten Teile farblich den Anforderungen entsprechen.

        Abweichungen meldest du oder hilfst dabei, die Einstellungen anzupassen.

        Störungen erkennen und melden

        Du kontrollierst laufend, ob die Maschinen und Anlagen richtig funktionieren.

        Einfache Probleme kannst du im Rahmen deiner Aufgaben beheben.

        Bei grösseren Störungen informierst du die zuständige Fachperson.

        Produktion dokumentieren

        Am Ende eines Produktionsauftrags hältst du wichtige Angaben fest.

        Du dokumentierst beispielsweise Daten zur Qualität und legst vorgesehene Listen und Unterlagen ab.

        Damit bleibt nachvollziehbar, wie die Produktion abgelaufen ist.

        Produkte verpacken und registrieren

        Fertige Kunststoffprodukte nimmst du aus den Maschinen und bereitest sie für die weitere Verwendung vor.

        Du verpackst die Teile und registrierst sie nach den Vorgaben des Betriebs.

        Dabei achtest du darauf, dass die Produkte nicht beschädigt werden.

        Materialabfälle entsorgen

        Bei der Kunststoffverarbeitung entstehen Materialreste.

        Du entsorgst oder recycelst diese nach den geltenden Vorgaben.

        Damit hilfst du, Materialien möglichst sinnvoll weiterzuverwenden und Abfälle korrekt zu behandeln.

        Chemikalien korrekt entsorgen

        Je nach Produktionsverfahren arbeitest du auch mit Stoffen, die besonders behandelt werden müssen.

        Chemikalien entsorgst du deshalb nach den vorgesehenen Sicherheits- und Umweltregeln.

        Dabei hältst du dich genau an die Anweisungen im Betrieb.

        Maschinen warten und reinigen

        Nach der Produktion reinigst du Maschinen und Anlagen.

        Du führst vorgesehene Wartungsarbeiten durch und sorgst dafür, dass die Geräte für den nächsten Auftrag bereit sind.

        Regelmässige Pflege hilft dabei, Störungen und Ausfälle zu vermeiden.

        Bauteile für Anlagen skizzieren

        Du stellst teilweise auch Kunststoffteile für Produktionsanlagen her.

        Dafür zeichnest du zuerst einfache Skizzen der benötigten Bauteile, beispielsweise für eine Roboterzange.

        Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir dabei, die Form des späteren Bauteils zu verstehen.

        Bauteile aus Kunststoff herstellen

        Anhand der Vorgaben stellst du die benötigten Bauteile aus Kunststoff her.

        Du bearbeitest sie so, dass sie später für die vorgesehene Anlage verwendet werden können.

        Dabei kombinierst du Maschinenarbeit mit handwerklichen Tätigkeiten.

        Bauteile für die Montage vorbereiten

        Nach der Herstellung bereitest du die Teile für den Einbau vor.

        Du kontrollierst, ob Form und Bearbeitung stimmen und ob das Teil an der vorgesehenen Stelle eingesetzt werden kann.

        Bei Bedarf führst du weitere Bearbeitungsschritte durch.

        Bei Montagearbeiten mithelfen

        Du hilfst dabei, Kunststoffteile an Maschinen oder Anlagen zu montieren.

        Je nach Konstruktion werden Komponenten beispielsweise geklebt, geschweisst oder verschraubt.

        Dabei arbeitest du nach klaren Vorgaben und gemeinsam mit anderen Fachpersonen.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Kunststoffpraktiker/in EBA arbeitest du hauptsächlich in Produktionshallen und bist während der Arbeit viel auf den Beinen.

        Die Umgebung kann laut sein. Bei der Verarbeitung von Kunststoffen entstehen ausserdem Wärme und teilweise unangenehme Gerüche.

        Du arbeitest mit Maschinen und automatisierten Anlagen und bist häufig Teil eines Produktionsteams.

        Schichtarbeit ist in diesem Beruf verbreitet. Je nach Betrieb können deine Arbeitszeiten deshalb früh morgens, spät am Abend oder zu anderen wechselnden Zeiten liegen.

        Was solltest du mitbringen?

        • Manuelles Geschick brauchst du beim Vorbereiten, Bearbeiten und Montieren von Kunststoffteilen.
        • Eine hohe Lärmtoleranz ist wichtig, weil Produktionshallen laut sein können.
        • Du solltest mit den Gerüchen umgehen können, die bei der Kunststoffverarbeitung entstehen.
        • Eine sorgfältige und exakte Arbeitsweise ist bei Maschineneinstellungen und Qualitätskontrollen wichtig.
        • Eine systematische Arbeitsweise hilft dir bei Produktionsabläufen und Störungen.
        • Teamfähigkeit brauchst du für die Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitenden in der Produktion.
        • Du solltest bereit sein, dich an neue Maschinen und Technologien anzupassen.
        • Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir beim Herstellen und Montieren von Bauteilen.

        In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Natur und Technik sowie Werken. Wichtig sind vor allem technisches Interesse, praktisches Geschick und Freude daran, mit Maschinen und verschiedenen Materialien zu arbeiten.

        Ausbildung

        Die Ausbildung dauert 2 Jahre und wird als Lehre in einem Betrieb absolviert.

        Deine praktische Ausbildung machst du in einem Unternehmen der Kunststoffindustrie. In der Regel arbeitest du dort 4 Tage pro Woche.

        Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche an einer kantonalen Berufsfachschule.

        Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in mehreren Kantonen. Diese dauern insgesamt 22 Tage während 2 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.

        Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Kunststoffpraktiker/in EBA.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 650.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 840.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: ca. CHF 4'370

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Ausbildung kannst du dein Wissen mit Kursen von KUNSTSTOFF.swiss erweitern.

        In der Regel kannst du eine verkürzte Zusatzlehre als Kunststofftechnologe/-login EFZ absolvieren.

        Mit dem EFZ-Abschluss vertiefst du deine Kenntnisse in der Planung und Steuerung von Produktionsprozessen, der Qualitätskontrolle und der Weiterentwicklung von Kunststoffprodukten und erhältst Zugang zu weiteren Weiterbildungen.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Kunststoffpraktikerinnen und Kunststoffpraktiker EBA arbeiten in kleinen, mittleren oder grossen Unternehmen der Kunststoffindustrie.

        Je nach Betrieb stellst du beispielsweise Verpackungen, Baumaterialien, Medizinprodukte oder Sportartikel her.

        Auch Unternehmen mit internationaler Tätigkeit bieten Arbeitsmöglichkeiten.

        Mit einer verkürzten Zusatzlehre als Kunststofftechnologe/-login EFZ kannst du dein Tätigkeitsfeld später erweitern und anspruchsvollere Aufgaben in Produktion und Technik übernehmen.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne praktisch arbeitest, Maschinen spannend findest und technische Abläufe lieber direkt in einer Produktionshalle als in einem Büro kennenlernst. Du solltest sorgfältig arbeiten und dich an klare Produktionsvorgaben halten können.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du Lärm, Wärme, Gerüche oder Schichtarbeit möglichst vermeiden möchtest. Auch wiederkehrende Produktionskontrollen und Arbeiten an Maschinen gehören fest zum Alltag.

        Wenn du einen praktischen Einstieg in die Kunststoffindustrie suchst und Maschinen, Technik und Produktion spannend findest, kann Kunststoffpraktiker/in EBA gut zu dir passen.