Lackierassistent/in EBA
Lackierassistentinnen und Lackierassistenten EBA bereiten Oberflächen vor und tragen Lacke und Farben auf. Je nach Schwerpunkt arbeiten sie an Fahrzeugen oder an Maschinen, Werkzeugen und anderen Werkstücken in Industriebetrieben.
Der Beruf verbindet handwerkliche Arbeit, Maschinenbedienung und genaues Arbeiten. Du schleifst, reinigst und grundierst Oberflächen, mischst Lacke, lackierst Bauteile und sorgst dafür, dass die fertige Oberfläche sauber aussieht und vor Abnutzung, Beschädigungen oder Witterung geschützt ist.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Lackierassistent/in EBA arbeitest du an der Vorbereitung, Lackierung und Nachbearbeitung verschiedener Oberflächen.
Du unterstützt Fachpersonen in der Carrosserie- oder Industrielackierung und übernimmst viele praktische Arbeiten selbstständig nach Vorgaben.
Je nach Schwerpunkt unterscheiden sich deine Aufgaben deutlich: In der Carrosserie arbeitest du an Fahrzeugen, in der Industrie an Maschinen, Werkzeugen oder anderen Werkstücken.
Arbeitsplatz vorbereiten
Bevor du mit der Lackierung beginnst, richtest du deinen Arbeitsplatz ein.
Du stellst die benötigten Werkzeuge, Maschinen und Materialien bereit und sorgst dafür, dass der Arbeitsbereich sauber und sicher ist.
Eine gute Vorbereitung ist wichtig, damit die einzelnen Arbeitsschritte ohne unnötige Unterbrechungen ausgeführt werden können.
Oberflächen schleifen
Vor dem Lackieren müssen Oberflächen sorgfältig vorbereitet werden.
Du schleifst sie von Hand oder mit geeigneten Maschinen, damit Unebenheiten entfernt werden und der spätere Lack gut haftet.
Dabei ist genaues Arbeiten wichtig, weil Fehler nach dem Lackieren sichtbar bleiben können.
Oberflächen mit Sandstrahl vorbehandeln
Je nach Werkstück verwendest du auch Maschinen, die einen Sandstrahl erzeugen.
Damit können Oberflächen gereinigt oder für die weitere Beschichtung vorbereitet werden.
Du arbeitest nach klaren Sicherheitsvorgaben und trägst dabei die notwendige Schutzausrüstung.
Oberflächen chemisch vorbehandeln
Bestimmte Werkstücke werden vor dem Lackieren mit chemischen Verfahren behandelt.
Dazu gehört beispielsweise das Beizen.
Du arbeitest dabei sorgfältig und hältst die vorgeschriebenen Sicherheits- und Umweltschutzregeln ein.
Oberflächen entfetten
Fett, Schmutz und andere Rückstände können verhindern, dass Lack richtig haftet.
Deshalb entfettest du die zu lackierenden Flächen gründlich.
Eine saubere Oberfläche ist die Grundlage für ein gleichmässiges und haltbares Ergebnis.
Grundierung auftragen
Nach der Vorbereitung trägst du je nach Auftrag eine Grundierung auf.
Sie bildet die Basis für die weitere Lackierung und hilft dabei, die Oberfläche zu schützen.
Du achtest darauf, dass die Grundierung gleichmässig aufgetragen wird.
Lack vorbereiten und mischen
Vor dem Lackieren bereitest du die benötigten Farben und Lacke vor.
Du mischst sie nach den vorgesehenen Angaben und achtest darauf, dass das Material für den jeweiligen Auftrag geeignet ist.
Da Farbunterschiede sichtbar sein können, musst du sehr sorgfältig arbeiten.
Lackmenge berechnen
Du berechnest, wie viel Lack für ein bestimmtes Objekt oder Werkstück benötigt wird.
Dabei berücksichtigst du die Grösse der Fläche und den geplanten Arbeitsauftrag.
Eine möglichst genaue Berechnung hilft dabei, Materialverschwendung zu vermeiden.
Mit Spritzpistolen lackieren
Viele Oberflächen werden mit einer Spritzpistole lackiert.
Du trägst den Lack möglichst gleichmässig auf und achtest darauf, dass keine sichtbaren Fehler entstehen.
Dafür brauchst du eine ruhige Hand und ein gutes Gefühl für Abstand und Bewegung.
Mit Maschinen lackieren
Je nach Betrieb werden Werkstücke auch mit speziellen Lackieranlagen oder Maschinen beschichtet.
Du bereitest die Anlagen vor und arbeitest nach den vorgesehenen Einstellungen.
Dabei kontrollierst du, ob das Ergebnis den Anforderungen entspricht.
Arbeitsschutz beachten
Beim Lackieren arbeitest du mit Stoffen, die Haut oder Atemwege belasten können.
Du trägst deshalb je nach Arbeit Handschuhe, Atemschutzmasken oder weitere Schutzausrüstung.
Die vorgeschriebenen Sicherheitsregeln musst du konsequent einhalten.
Umweltschutzvorschriften einhalten
Lacke, Lösungsmittel und andere Materialien dürfen nicht beliebig entsorgt werden.
Du hältst dich an die geltenden Umweltschutzvorschriften und gehst sorgfältig mit den verwendeten Stoffen um.
Damit hilfst du, Belastungen für Mensch und Umwelt zu vermeiden.
Lackierte Teile trocknen
Nach dem Lackieren müssen Fahrzeuge, Maschinen oder einzelne Bauteile trocknen.
Du sorgst dafür, dass die Teile entsprechend dem vorgesehenen Verfahren weiterbehandelt werden.
Erst nach ausreichender Trocknung kann die Oberfläche weiterbearbeitet oder ausgeliefert werden.
Schwerpunkt Industrie: Nicht zu lackierende Bereiche schützen
Im Schwerpunkt Industrie bereitest du Werkstücke so vor, dass nur die vorgesehenen Flächen beschichtet werden.
Bereiche, die nicht lackiert werden sollen, schützt du entsprechend.
Dadurch bleiben beispielsweise Anschlüsse, Gewinde oder bestimmte Oberflächen frei von Lack.
Schwerpunkt Industrie: Aufhängevorrichtungen entfernen
Werkstücke werden während der Beschichtung teilweise an speziellen Vorrichtungen aufgehängt.
Nach der Lackierung entfernst du diese Aufhängevorrichtungen und weitere Hilfsmittel wie Isolierungen.
Dabei achtest du darauf, die fertige Oberfläche nicht zu beschädigen.
Schwerpunkt Industrie: Werkstücke verpacken
Nach der Fertigstellung bereitest du die lackierten Teile für den Versand vor.
Du verpackst die Werkstücke und stapelst sie bei Bedarf auf Paletten.
Dabei sorgst du dafür, dass die Oberflächen während Transport und Lagerung geschützt bleiben.
Schwerpunkt Industrie: Maschinen und Werkzeuge warten
Du reinigst und pflegst die verwendeten Maschinen und Arbeitsmittel.
Regelmässige Wartung hilft dabei, dass Spritzpistolen, Lackieranlagen und weitere Werkzeuge zuverlässig funktionieren.
Störungen oder Schäden meldest du der zuständigen Fachperson.
Schwerpunkt Carrosserie: Fahrzeuge polieren
Im Schwerpunkt Carrosserie arbeitest du an Fahrzeugoberflächen.
Du polierst lackierte Karosserien und sorgst dafür, dass die Oberfläche möglichst sauber und gleichmässig aussieht.
Dabei musst du vorsichtig arbeiten, damit der Lack nicht beschädigt wird.
Schwerpunkt Carrosserie: Fahrzeugteile ausbauen
Vor bestimmten Lackier- oder Reparaturarbeiten müssen einzelne Fahrzeugteile entfernt werden.
Du baust diese Teile aus und montierst sie nach Abschluss der Arbeiten wieder.
Dabei arbeitest du nach den Vorgaben des Betriebs und der zuständigen Fachpersonen.
Schwerpunkt Carrosserie: Räder wechseln
Je nach Auftrag wechselst du auch Räder an Fahrzeugen.
Du entfernst die Räder und montierst sie später wieder korrekt.
Diese Arbeiten gehören zu den praktischen Unterstützungsaufgaben im Carrosseriebetrieb.
Schwerpunkt Carrosserie: Bei Scheibenarbeiten unterstützen
Du unterstützt Carrosserielackiererinnen und Carrosserielackierer beim Austausch oder bei der Reparatur von Fahrzeugscheiben.
Dabei führst du vorbereitende und unterstützende Arbeiten nach Anweisung aus.
Du musst sorgfältig arbeiten, damit Fahrzeug und neue Bauteile nicht beschädigt werden.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Lackierassistent/in EBA arbeitest du je nach Schwerpunkt in einer Werkstatt oder Produktionshalle.
Du bist praktisch tätig, stehst viel und arbeitest mit Werkzeugen, Maschinen, Spritzpistolen und verschiedenen Beschichtungsstoffen.
Während der Arbeit trägst du je nach Aufgabe Schutzausrüstung wie Handschuhe oder Atemschutzmasken.
Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.
Was solltest du mitbringen?
- Manuelles Geschick brauchst du beim Schleifen, Lackieren, Polieren und bei Montagearbeiten.
- Du solltest keine Farbsehstörungen haben, weil Farbtöne und Lackierergebnisse genau beurteilt werden müssen.
- Eine sorgfältige und exakte Arbeitsweise ist wichtig, damit Oberflächen gleichmässig und sauber werden.
- Ein Sinn für Ästhetik hilft dir dabei, die Qualität der fertigen Oberfläche zu beurteilen.
- Ein guter Sinn für Hygiene und Sauberkeit ist wichtig, weil Staub und Schmutz das Lackierergebnis beeinträchtigen können.
- Eine systematische Arbeitsweise hilft dir, die einzelnen Vorbereitungsschritte in der richtigen Reihenfolge auszuführen.
- Körperliche Belastbarkeit ist wichtig, weil du viel stehst und praktisch arbeitest.
- Du solltest mit unangenehmen Gerüchen von Lacken und anderen Stoffen umgehen können.
In der Schule helfen dir besonders Werken, Mathematik sowie Natur und Technik. Wichtig sind vor allem handwerkliches Geschick, Genauigkeit und Freude daran, mit Maschinen, Metall und Farben zu arbeiten.
Ausbildung
Die Ausbildung dauert 2 Jahre.
Die praktische Ausbildung absolvierst du beispielsweise in einem Autolackierbetrieb, einem Lackier- oder Beschichtungswerk oder in der Lackierabteilung eines Industriebetriebs. In der Regel arbeitest du dort 4 Tage pro Woche.
Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche an einer kantonalen Berufsfachschule.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in mehreren Kantonen. Diese dauern insgesamt 14 Tage während 2 Jahren.
Die Ausbildung wird in zwei Schwerpunkten angeboten:
- Carrosserie
- Industrie
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Lackierassistent/in EBA.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 750.– bis 850.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.– bis 1000.–
Einstiegslohn nach der Lehre: ca. CHF 4'200.-
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Ausbildung kannst du dein Fachwissen mit Kursen von Carrosserie Suisse erweitern.
Als Lackierassistent/in EBA kannst du in der Regel eine verkürzte Zusatzlehre als Carrosserielackierer/in EFZ oder Industrielackierer/in EFZ absolvieren.
Damit kannst du deine Kenntnisse in Lackiertechnik, Oberflächenbehandlung und Reparatur vertiefen und später anspruchsvollere Aufgaben übernehmen.
Wo kannst du später arbeiten?
Lackierassistentinnen und Lackierassistenten EBA arbeiten je nach Schwerpunkt in industriellen Lackierbetrieben oder in Carrosseriewerkstätten.
Im Schwerpunkt Industrie bearbeitest du beispielsweise Maschinen, Werkzeuge und andere Werkstücke.
Im Schwerpunkt Carrosserie arbeitest du an Fahrzeugen und unterstützt bei Lackier-, Montage- und Reparaturarbeiten.
Mit einer verkürzten Zusatzlehre kannst du dich später zum Carrosserielackierer/in EFZ oder Industrielackierer/in EFZ weiterentwickeln.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne praktisch mit den Händen arbeitest, Farben und Oberflächen spannend findest und Freude an sichtbaren Arbeitsergebnissen hast. Du solltest sorgfältig arbeiten und auch bei wiederkehrenden Vorbereitungsschritten konzentriert bleiben.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du empfindlich auf Lackgerüche reagierst, Farbunterschiede schlecht erkennen kannst oder möglichst wenig in Werkstätten und Produktionshallen arbeiten möchtest.
Wenn du einen praktischen Einstieg in die Fahrzeug- oder Industrielackierung suchst und gerne mit Maschinen, Farben und verschiedenen Oberflächen arbeitest, kann Lackierassistent/in EBA gut zu dir passen.
