Landwirt/in EFZ - lehrstellencheck.ch
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        Landwirt/in EFZ

        Landwirtinnen und Landwirte EFZ produzieren pflanzliche oder tierische Lebensmittel. Sie bauen beispielsweise Getreide, Kartoffeln oder Raps an, halten Nutztiere wie Kühe, Schweine oder Geflügel und kümmern sich darum, dass Böden, Tiere und Maschinen fachgerecht bewirtschaftet werden.

        Der Beruf verbindet Arbeit in der Natur, Tierhaltung, Pflanzenbau, Maschinen und Betriebsführung. Du arbeitest viel draussen, bist körperlich aktiv und verwendest gleichzeitig moderne Technik und digitale Hilfsmittel. Je nach Fachrichtung spezialisierst du dich stärker auf Pflanzenbau, Tierhaltung oder die Landwirtschaft im Berggebiet.

        Was machst du in diesem Beruf?

        Als Landwirt/in EFZ begleitest du die Produktion von Lebensmitteln von der Planung bis zur Ernte oder Vermarktung.

        Je nach Betrieb bewirtschaftest du Felder und Grünflächen, hältst Nutztiere oder kombinierst mehrere Produktionszweige.

        Zusätzlich arbeitest du mit landwirtschaftlichen Maschinen, wartest Gebäude und Anlagen und erledigst administrative Aufgaben wie Buchhaltung und Produktionsplanung.

        Für fruchtbare Böden sorgen

        Ein gesunder Boden ist die Grundlage für den Pflanzenbau.

        Du planst deshalb, welche Flächen für Ackerbau, Futterproduktion oder Weiden verwendet werden.

        Durch einen sinnvollen Wechsel verschiedener Nutzungen trägst du dazu bei, die Fruchtbarkeit des Bodens langfristig zu erhalten.

        Biodiversität fördern

        Neben produktiven Feldern kümmerst du dich auch um Flächen, die für die Artenvielfalt wichtig sind.

        Dazu gehören beispielsweise Wiesen, Hecken oder Blumenflächen.

        Du integrierst solche Lebensräume in den Landwirtschaftsbetrieb und trägst damit zur Erhaltung der Biodiversität bei.

        Kulturen anbauen

        Je nach Betrieb baust du unterschiedliche Nutzpflanzen an.

        Dazu gehören beispielsweise Getreide, Kartoffeln oder Raps.

        Du begleitest die Pflanzen von der Vorbereitung des Bodens über das Wachstum bis zur Ernte.

        Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen schützen

        Während der Wachstumsphase kontrollierst du regelmässig den Zustand der Kulturen.

        Du erkennst Krankheiten oder Schädlingsbefall und leitest geeignete Massnahmen ein.

        Dabei arbeitest du nach den Vorgaben der jeweiligen Produktionsweise.

        Unterschiedliche Produktionsweisen anwenden

        Landwirtschaftliche Produkte können nach verschiedenen Methoden erzeugt werden.

        Du arbeitest beispielsweise nach den Grundsätzen der integrierten oder biologischen Produktion.

        Welche Produktionsweise angewendet wird, hängt vom Betrieb und seiner Ausrichtung ab.

        Düngepläne erstellen

        Pflanzen benötigen Nährstoffe, um sich gut entwickeln zu können.

        Du planst deshalb, wann und in welchen Mengen gedüngt werden soll.

        Düngemittel setzt du fachgerecht und möglichst umweltschonend ein.

        Feldfrüchte ernten

        Wenn die Pflanzen erntereif sind, beginnt eine besonders intensive Phase des Landwirtschaftsjahres.

        Du setzt geeignete Maschinen und Geräte ein und achtest darauf, die Produkte zum richtigen Zeitpunkt zu ernten.

        Wetter und Reifegrad bestimmen dabei häufig, wann genau gearbeitet werden kann.

        Ernte lagern und vermarkten

        Nach der Ernte bereitest du die landwirtschaftlichen Produkte für Lagerung oder Verkauf vor.

        Du achtest auf geeignete Lagerbedingungen, damit die Qualität möglichst erhalten bleibt.

        Je nach Betrieb werden Produkte direkt verkauft oder an andere Unternehmen zur Weiterverarbeitung geliefert.

        Nutztiere halten

        In Betrieben mit Tierhaltung kümmerst du dich beispielsweise um Milchkühe, Rinder, Schweine oder Geflügel.

        Du fütterst und betreust die Tiere und beobachtest täglich ihr Verhalten und ihren Gesundheitszustand.

        Die Betreuung der Tiere fällt jeden Tag an, unabhängig von Wochenende oder Wetter.

        Jungtiere aufziehen

        Je nach Betrieb kümmerst du dich auch um die Aufzucht von Jungtieren.

        Du sorgst für geeignete Fütterung, Haltung und Betreuung und beobachtest ihre Entwicklung.

        Eine gute Beobachtungsgabe hilft dir dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen.

        Futter produzieren

        Viele Landwirtschaftsbetriebe produzieren einen Teil des Tierfutters selbst.

        Du bewirtschaftest dafür Grünflächen und bereitest Futter für die spätere Verwendung vor.

        So hängen Pflanzenbau und Tierhaltung auf vielen Betrieben eng zusammen.

        Futtervorräte verwalten

        Du kontrollierst, welche Futtermittel vorhanden sind und wie lange die Vorräte reichen.

        Besonders für Zeiten, in denen Tiere nicht direkt auf der Weide fressen können, muss genügend Futter eingelagert sein.

        Eine gute Planung ist deshalb wichtig.

        Für das Wohlbefinden der Tiere sorgen

        Du achtest darauf, dass Nutztiere entsprechend ihren Bedürfnissen gehalten werden.

        Dazu gehören beispielsweise ausreichend Bewegung, Weidegang und eine ausgewogene Fütterung.

        Die geltenden Tierschutzvorschriften musst du konsequent einhalten.

        Tiere für die Zucht auswählen

        In Zuchtbetrieben entscheidest du mit, welche Tiere sich für die weitere Zucht eignen.

        Dabei werden verschiedene Eigenschaften der Tiere berücksichtigt.

        Ziel ist eine gesunde und zum Betrieb passende Tierhaltung.

        Tiergesundheit überwachen

        Du beobachtest deine Tiere täglich und achtest auf Veränderungen im Verhalten oder körperliche Auffälligkeiten.

        Dadurch können gesundheitliche Probleme möglichst früh erkannt werden.

        Auch vorbeugende Massnahmen gegen Tierseuchen gehören zur Tierhaltung.

        Tierkrankheiten vorbeugen

        Du hilfst dabei, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

        Dazu gehören je nach Tierart beispielsweise Impfungen und weitere vorbeugende Massnahmen.

        Hygiene und sorgfältige Beobachtung spielen dabei eine wichtige Rolle.

        Tierische Lebensmittel vorbereiten

        Landwirtschaftsbetriebe erzeugen je nach Ausrichtung beispielsweise Milch, Fleisch oder Eier.

        Einige Betriebe stellen daraus auch Produkte wie Joghurt oder Käse her.

        Du lagerst und verpackst die Produkte für den Direktverkauf oder die weitere Verarbeitung.

        Landmaschinen einsetzen

        Ein grosser Teil moderner Landwirtschaft wird mit Maschinen erledigt.

        Du arbeitest beispielsweise mit Traktoren und verschiedenen landwirtschaftlichen Geräten.

        Dabei musst du die Maschinen sicher bedienen und die geltenden Sicherheitsvorschriften beachten.

        Digitale Hilfsmittel einsetzen

        Auch digitale Technik gehört heute zur Landwirtschaft.

        Du verwendest beispielsweise digitale Hilfsmittel und Smart-Farming-Instrumente.

        Damit können Arbeiten geplant, Daten erfasst oder landwirtschaftliche Prozesse unterstützt werden.

        Maschinen und Geräte warten

        Landwirtschaftliche Maschinen müssen zuverlässig funktionieren.

        Du kontrollierst und wartest Traktoren, Geräte und andere technische Anlagen regelmässig.

        Kleinere Arbeiten führst du je nach Situation selbst aus.

        Landwirtschaftliche Anlagen pflegen

        Neben Fahrzeugen gehören auch Anlagen zum Betrieb.

        Dazu können beispielsweise Hühnerställe, Gewächshäuser oder Silos gehören.

        Du kontrollierst und wartest diese Einrichtungen, damit sie zuverlässig genutzt werden können.

        Gebäude instand halten

        Auf einem Landwirtschaftsbetrieb müssen auch Ställe, Scheunen und andere Gebäude gepflegt werden.

        Du führst Instandhaltungsarbeiten durch und arbeitest bei Renovationen mit.

        Je nach Betrieb bist du auch an Bau- oder Modernisierungsprojekten beteiligt.

        Produktionspläne erstellen

        Landwirtschaft muss langfristig geplant werden.

        Du erstellst Produktionspläne und entscheidest, welche Arbeiten zu welchem Zeitpunkt anstehen.

        Dabei spielen Jahreszeit, Wetter, verfügbare Flächen, Tiere und wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle.

        Buchhaltung führen

        Auch kaufmännische Aufgaben gehören zum Beruf.

        Du führst die Buchhaltung des Betriebs und behältst Einnahmen und Ausgaben im Blick.

        Gerade wenn du später einen eigenen Hof führst, ist wirtschaftliches Denken wichtig.

        Betriebsdaten erfassen

        Du erfasst verschiedene Informationen zum Landwirtschaftsbetrieb und hältst sie aktuell.

        Dazu gehören beispielsweise Daten zu Produktion und Bewirtschaftung.

        Digitale Systeme spielen bei dieser Dokumentation eine zunehmend wichtige Rolle.

        Unterlagen an Behörden übermitteln

        Landwirtschaftsbetriebe müssen unterschiedliche gesetzliche und administrative Vorgaben erfüllen.

        Du stellst die notwendigen Unterlagen und Dokumentationen zusammen und übermittelst sie an die zuständigen Behörden.

        Damit gehört auch Büroarbeit fest zum landwirtschaftlichen Beruf.

        Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

        Als Landwirt/in EFZ arbeitest du viel draussen, in Ställen, auf Feldern und mit Maschinen. Gleichzeitig verbringst du auch Zeit mit Planung und administrativen Aufgaben.

        Der Arbeitsalltag hängt stark von Jahreszeit, Wetter und Produktionsrichtung ab. Im Pflanzenbau bestimmt beispielsweise das Wetter, wann gesät, gepflegt oder geerntet werden kann.

        Wenn Tiere zum Betrieb gehören, müssen sie jeden Tag versorgt werden. Deshalb sind Einsätze an Wochenenden oder ausserhalb fester Arbeitszeiten normal.

        In der Alp- und Berglandwirtschaft kommen steiles Gelände und teilweise rauere Wetterbedingungen hinzu.

        Was solltest du mitbringen?

        • Du solltest selbstständig arbeiten und Verantwortung für Tiere, Pflanzen und Arbeitsabläufe übernehmen können.
        • Manuelles Geschick ist bei Reparaturen, Maschinenarbeit und vielen praktischen Tätigkeiten wichtig.
        • Körperliche Belastbarkeit brauchst du für die Arbeit im Freien, im Stall und auf dem Feld.
        • Du solltest bereit sein, bei Bedarf auch ausserhalb normaler Arbeitszeiten zu arbeiten.
        • Einfallsreichtum ist hilfreich, weil auf einem Hof immer wieder praktische Probleme gelöst werden müssen.
        • Eigeninitiative ist wichtig, weil viele Aufgaben selbstständig erkannt und erledigt werden müssen.
        • Eine gute Beobachtungsgabe hilft dir, Veränderungen bei Tieren, Pflanzen oder Maschinen früh zu erkennen.
        • Du solltest mit typischen Gerüchen aus Tierhaltung, Stall und Landwirtschaft umgehen können.

        In der Schule helfen dir besonders Natur und Technik, Mathematik sowie Wirtschaft und Arbeit. Wichtig sind vor allem Interesse an Pflanzen, Tieren und Maschinen sowie die Bereitschaft, viel praktisch und draussen zu arbeiten.

        Ausbildung

        Die Lehre dauert 3 Jahre und wird in einem landwirtschaftlichen Betrieb absolviert.

        Die praktische Ausbildung findet in der Regel an 4 Tagen pro Woche im Lehrbetrieb statt.

        Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche an einer kantonalen Berufsfachschule.

        Die Ausbildung wird in sechs Fachrichtungen angeboten:

        • Ackerbau
        • Alp- und Berglandwirtschaft
        • Biologischer Pflanzenbau
        • Rindviehhaltung
        • Geflügelhaltung
        • Schweinehaltung

        In der Fachrichtung Rindviehhaltung absolvierst du insgesamt 11 Tage überbetriebliche Kurse während 3 Jahren. In den anderen Fachrichtungen sind es 12 Tage während 3 Jahren.

        Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule.

        Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

        Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Landwirt/in EFZ.

        Als zweijährige Ausbildung im gleichen Berufsfeld gibt es ausserdem Agrarpraktiker/in EBA.

        Lohn

        Lohn während der Lehre:

        • 1. Lehrjahr: CHF 1200.– bis 1500.–
        • 2. Lehrjahr: CHF 1400.– bis 1600.–
        • 3. Lehrjahr: CHF 1250.– bis 1750.–

        Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 3'500 - 4'500

        Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.

        Weiterbildung und Entwicklung

        Nach der Lehre kannst du Kurse an landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentren besuchen und dein Wissen in verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft vertiefen.

        In der Regel kannst du eine verkürzte Zusatzausbildung in einem anderen landwirtschaftlichen Beruf absolvieren, beispielsweise als Gemüsegärtner/in EFZ, Obstfachmann/-frau EFZ oder Weinfachmann/-frau EFZ.

        Mit einer Berufsprüfung kannst du dich als Betriebsleiter/in Landwirtschaft BP, Bäuerlicher Haushaltleiter/Bäuerin BP oder Fachmann/-frau in biologisch-dynamischer Landwirtschaft BP weiterbilden.

        Mit der höheren Fachprüfung als Meisterlandwirt/in HFP kannst du deine fachlichen und unternehmerischen Kompetenzen weiter vertiefen.

        An einer Höheren Fachschule sind Weiterbildungen als Agro-Kaufmann/-frau HF oder Agro-Techniker/in HF möglich.

        Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Agrarwissenschaften, Biotechnologie oder Lebensmittelwissenschaften absolvieren.

        Wo kannst du später arbeiten?

        Viele Landwirtinnen und Landwirte bewirtschaften einen eigenen oder gepachteten Hof und arbeiten in einem Familienbetrieb.

        Klassische Anstellungen sind vergleichsweise selten und vor allem auf grösseren Landwirtschaftsbetrieben oder bei Lohnunternehmen zu finden, die Arbeiten für andere Betriebe übernehmen.

        Weitere Möglichkeiten gibt es in Bereichen mit engem Bezug zur Landwirtschaft, beispielsweise bei Saatgutlieferanten, landwirtschaftlichen Genossenschaften oder Unternehmen, die Produkte für die Landwirtschaft anbieten.

        Viele Betriebe ergänzen ihr Einkommen durch Direktverkauf von Hofprodukten, Agrotourismus oder eine zusätzliche Tätigkeit ausserhalb der Landwirtschaft.

        Da die Anzahl Landwirtschaftsbetriebe zurückgeht und wirtschaftlicher Druck besteht, sind Flexibilität und unternehmerisches Denken im Beruf besonders wichtig.

        Passt dieser Beruf zu dir?

        Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne draussen arbeitest, Tiere und Pflanzen spannend findest und keine reine Büroarbeit möchtest. Du solltest selbstständig Verantwortung übernehmen können und Freude an Maschinen und praktischer Arbeit haben.

        Weniger passend ist der Beruf, wenn du unbedingt geregelte Arbeitszeiten möchtest oder Wetter, körperliche Arbeit und tägliche Tierbetreuung vermeiden willst. Gerade bei Tierhaltung richtet sich die Arbeit nicht nach Wochenende oder Feiertagen.

        Wenn du Natur, Tiere, Pflanzen, Maschinen und selbstständiges Arbeiten miteinander verbinden möchtest, kann Landwirt/in EFZ gut zu dir passen.