Maler/in EFZ
Malerinnen und Maler EFZ gestalten und schützen Oberflächen an Gebäuden. Sie tragen Farben und Lacke auf Wände, Decken, Böden, Fenster und andere Bauteile auf, bringen Tapeten und weitere Wandbeläge an und sorgen dafür, dass Flächen sauber, haltbar und optisch passend ausgeführt sind.
Der Beruf verbindet Handwerk, Gestaltung und Baustellenarbeit. Du arbeitest viel praktisch, bist häufig unterwegs und musst Farben, Materialien und Untergründe gut beurteilen können. Neben dem eigentlichen Streichen gehören auch Vorbereitung, Berechnungen, Kundenaufträge und die Zusammenarbeit mit anderen Baufachleuten dazu.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Maler/in EFZ bereitest du Oberflächen vor, schützt angrenzende Bereiche und bringst Farben, Lacke, Verputze oder Wandbeläge auf.
Du beurteilst zuerst den Untergrund und entscheidest, welche Arbeitsschritte und Materialien nötig sind.
Je nach Auftrag arbeitest du an Neubauten, Renovationen oder bereits bewohnten Gebäuden.
Oberflächen ausmessen
Vor Beginn eines Auftrags berechnest du, wie gross die zu bearbeitenden Flächen sind.
Damit kannst du abschätzen, wie viel Farbe, Lack, Verputz oder anderes Material benötigt wird.
Genaues Messen hilft dabei, unnötige Materialkosten zu vermeiden.
Untergrund beurteilen
Du schaust dir die vorhandene Oberfläche genau an.
Dabei prüfst du, aus welchem Material sie besteht und in welchem Zustand sie ist.
Je nach Untergrund entscheidest du, welche Vorbehandlung und welcher Anstrich geeignet sind.
Farben und Anstriche auswählen
Du bestimmst, welche Farbe oder welcher Lack verwendet werden soll.
Dabei legst du auch fest, wie viele Schichten nötig sind.
Die Auswahl hängt unter anderem vom Untergrund, der Nutzung und dem gewünschten Aussehen ab.
Kosten schätzen und Offerten erstellen
Vor einem Auftrag schätzt du den Arbeits- und Materialaufwand.
Auf dieser Grundlage können die Kosten berechnet und Offerten erstellt werden.
Dafür brauchst du ein gutes Zahlenverständnis und musst die einzelnen Arbeitsschritte realistisch einschätzen können.
Farben bestellen und mischen
Du bestellst benötigte Farben und Lacke oder mischst sie selbst.
Dabei arbeitest du so lange, bis der gewünschte Farbton erreicht ist.
Ein gutes Farbempfinden und genaues Arbeiten sind dafür besonders wichtig.
Arbeiten mit anderen Fachpersonen koordinieren
Auf Baustellen arbeitest du nicht allein.
Du sprichst dich beispielsweise mit Architektinnen, Bauherren, Schreinerinnen oder Elektrikern ab.
Damit wird verhindert, dass sich verschiedene Arbeiten gegenseitig behindern.
Baustelle einrichten
Bevor du mit dem Malen beginnst, richtest du deinen Arbeitsplatz ein.
Dazu gehören je nach Auftrag Leitern, Böcke, Arbeitsbrücken oder Gerüste.
Du achtest darauf, dass du sicher arbeiten kannst und alle benötigten Materialien erreichbar sind.
Böden und Bauteile abdecken
Flächen, die nicht gestrichen werden sollen, müssen geschützt werden.
Du deckst beispielsweise Böden, Fenster oder Möbel mit Karton oder Kunststofffolie ab.
Sauberes Abdecken spart später viel Reinigungsarbeit.
Alte Tapeten entfernen
Bei Renovationen entfernst du häufig alte Wandbeläge.
Du löst Tapeten mit geeigneten Werkzeugen und bereitest den Untergrund anschliessend für die neue Gestaltung vor.
Dabei musst du darauf achten, die Wand möglichst wenig zu beschädigen.
Alte Farbschichten entfernen
Beschädigte oder ungeeignete Farbschichten werden vor einem neuen Anstrich entfernt.
Dafür verwendest du beispielsweise Spachtel, Bürsten oder andere Werkzeuge.
Je sauberer der Untergrund vorbereitet ist, desto besser wird später das Ergebnis.
Rost entfernen
Bei Metallteilen kann Rost vorhanden sein.
Du entfernst ihn mit geeigneten Werkzeugen und bereitest die Oberfläche für einen neuen Schutzanstrich vor.
So kann das Metall besser vor weiteren Schäden geschützt werden.
Löcher und Risse füllen
Bevor eine Fläche gestrichen wird, müssen Beschädigungen ausgebessert werden.
Du füllst Löcher und Risse und sorgst dafür, dass die Oberfläche möglichst eben wird.
Diese Vorarbeit ist entscheidend für ein sauberes Endergebnis.
Oberflächen schleifen
Unebenheiten bearbeitest du durch Schleifen.
Dadurch entsteht eine glatte Fläche, auf der Farbe oder andere Beschichtungen gleichmässiger haften.
Anschliessend entfernst du den entstandenen Staub sorgfältig.
Untergrund auf Trockenheit prüfen
Vor dem Anstrich muss die Oberfläche ausreichend trocken sein.
Du kontrollierst deshalb, ob der Untergrund für die weitere Bearbeitung geeignet ist.
Feuchte Flächen können die Qualität und Haltbarkeit eines Anstrichs beeinträchtigen.
Mit Pinsel arbeiten
Für kleinere Flächen, Kanten und Details verwendest du häufig einen Pinsel.
Du trägst Farbe oder Lack möglichst gleichmässig auf.
Dabei ist eine ruhige und präzise Hand wichtig.
Mit der Rolle streichen
Grössere Wand- und Deckenflächen bearbeitest du oft mit Farbrollen.
Du verteilst die Farbe gleichmässig und achtest darauf, dass keine sichtbaren Ansätze entstehen.
Je nach Oberfläche sind mehrere Schichten nötig.
Farbe spritzen
Bestimmte Flächen werden mit Spritzverfahren beschichtet.
Du bereitest die Umgebung sorgfältig vor und trägst Farbe oder Lack gleichmässig mit dem entsprechenden Gerät auf.
Dabei müssen Sicherheits- und Schutzmassnahmen besonders genau eingehalten werden.
Mehrere Farbschichten auftragen
Ein einziger Anstrich reicht nicht immer aus.
Je nach Untergrund und gewünschtem Ergebnis trägst du mehrere Schichten auf.
Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten musst du die notwendigen Trocknungszeiten beachten.
Verputz auftragen
Du trägst je nach Auftrag auch Verputz auf Wände oder andere Oberflächen auf.
Dabei verteilst du das Material gleichmässig und bearbeitest es entsprechend der gewünschten Oberfläche.
So können glatte oder bewusst strukturierte Flächen entstehen.
Oberflächen strukturieren
Nicht jede Wand soll vollkommen glatt sein.
Du kannst Verputz oder andere Materialien so bearbeiten, dass eine bestimmte Struktur entsteht.
Damit hat deine Arbeit auch einen gestalterischen Anteil.
Tapeten anbringen
Du bringst Tapeten auf vorbereitete Wände auf.
Dabei misst und schneidest du die Bahnen passend zu und klebst sie sauber an.
Bei Mustertapeten musst du besonders darauf achten, dass die Übergänge stimmen.
Stoffe und andere Wandbeläge montieren
Neben klassischen Tapeten arbeitest du auch mit Stoffen oder anderen Wandbelägen.
Du bereitest die Fläche vor, schneidest das Material passend zu und befestigst es.
Genaues Arbeiten ist wichtig, damit das Ergebnis sauber und gleichmässig aussieht.
Flächen dekorieren
Du gestaltest Oberflächen auch dekorativ.
Dazu können Muster, Verzierungen oder andere gestalterische Elemente gehören.
Ein gutes Gespür für Farben, Formen und Ästhetik hilft dir dabei.
Werkzeuge reinigen
Nach der Arbeit reinigst du Pinsel, Rollen, Geräte und andere Werkzeuge.
Dadurch bleiben sie länger einsatzfähig und können beim nächsten Auftrag wieder verwendet werden.
Du achtest dabei auch auf die richtige Behandlung von Farb- und Lackresten.
Arbeitsplatz aufräumen
Nach Abschluss der Arbeiten entfernst du Schutzmaterialien und räumst die Baustelle auf.
Du hinterlässt den Arbeitsbereich sauber und ordentlich.
Gerade in bewohnten Gebäuden ist ein sorgfältiger Umgang mit Räumen und Einrichtungen besonders wichtig.
Abfälle richtig entsorgen
Bei Malerarbeiten entstehen verschiedene Abfälle wie Verpackungen, Farbreste oder alte Wandbeläge.
Du trennst und entsorgst diese nach den geltenden Vorgaben.
Dabei achtest du auf Umwelt- und Sicherheitsvorschriften.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Maler/in EFZ arbeitest du meistens auf Baustellen und bist deshalb häufig an unterschiedlichen Orten unterwegs.
Fenster und andere kleinere Bauteile können auch in einer Werkstatt gestrichen werden. Teilweise arbeitest du in Gebäuden, die während der Arbeiten weiterhin bewohnt sind.
Du arbeitest allein oder im Team. Je nach Auftrag bist du auf Leitern oder Gerüsten, in engen Räumen oder in staubiger und lauter Umgebung tätig.
Die Arbeit kann vom Wetter beeinflusst werden, besonders bei Fassadenarbeiten. Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.
Was solltest du mitbringen?
- Manuelles Geschick brauchst du beim Streichen, Spachteln, Tapezieren und Gestalten.
- Körperliche Belastbarkeit ist wichtig, weil du viel stehst, dich bewegst und teilweise über Kopf arbeitest.
- Schwindelfreiheit brauchst du für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten.
- Eine sorgfältige und exakte Arbeitsweise ist wichtig für saubere Kanten und gleichmässige Oberflächen.
- Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir beim Planen und Gestalten von Flächen.
- Ein Sinn für Ästhetik unterstützt dich bei Farben, Mustern und dekorativen Arbeiten.
- Du solltest keine Farbsehstörung haben, damit du Farbtöne zuverlässig unterscheiden kannst.
- Teamfähigkeit brauchst du für die Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen auf Baustellen.
In der Schule helfen dir besonders Werken und Gestalten, Mathematik sowie Natur und Technik. Wichtig sind vor allem handwerkliches Geschick, ein gutes Farbgefühl und Freude daran, sichtbare Ergebnisse zu gestalten.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre und wird in einem Malerbetrieb absolviert.
Die praktische Ausbildung findet in der Regel an 4 Tagen pro Woche im Betrieb statt.
Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche an einer kantonalen Berufsfachschule.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in mehreren Kantonen. Diese dauern insgesamt 32 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Maler/in EFZ.
Als zweijährige Ausbildung im gleichen Berufsfeld gibt es ausserdem Malerpraktiker/in EBA.
Für den Beruf Maler/in EFZ tritt am 1. Januar 2027 eine neue Bildungsverordnung in Kraft.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 700.– bis 750.–
- 2. Lehrjahr: CHF 820.– bis 1020.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1530.– bis 1730.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4’350 - 4’850
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du dein Fachwissen mit Kursen des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands erweitern.
In der Regel kannst du eine verkürzte Zusatzlehre als Gipser/in-Trockenbauer/in EFZ absolvieren und dadurch dein Wissen im Innenausbau erweitern.
Mit der Berufsprüfung als Projektleiter/in Farbe BP kannst du dich stärker auf Planung, Organisation und Verantwortung bei Malerarbeiten ausrichten.
Eine weitere Möglichkeit ist die Berufsprüfung als Handwerker/in in der Denkmalpflege BP. Damit kannst du dich auf Arbeiten an historischen und schützenswerten Bauten spezialisieren.
Mit der höheren Fachprüfung als Malermeister/in HFP kannst du dich auf anspruchsvolle Fach-, Führungs- und Betriebsaufgaben vorbereiten.
Wo kannst du später arbeiten?
Malerinnen und Maler EFZ arbeiten hauptsächlich in kleinen und mittleren Malerbetrieben.
Je nach Betrieb bist du auf Neubauten, bei Renovationen, an Fassaden oder in Innenräumen tätig.
Mit Berufserfahrung und Weiterbildung kannst du zusätzliche Verantwortung übernehmen und beispielsweise ein Team führen.
Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Malerbetrieb ist möglich.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne mit den Händen arbeitest, Farben und Gestaltung magst und am Ende des Tages sehen möchtest, was du gemacht hast. Du solltest kein Problem damit haben, auf Baustellen und an wechselnden Orten zu arbeiten.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du Höhen, Staub oder körperliche Arbeit möglichst vermeiden möchtest. Auch sorgfältige Vorarbeiten wie Abdecken, Schleifen und Reinigen gehören genauso zum Beruf wie das eigentliche Streichen.
Wenn du Handwerk, Gestaltung, Farben und praktische Baustellenarbeit miteinander verbinden möchtest, kann Maler/in EFZ gut zu dir passen.
