Motorgerätemechaniker/in EFZ
Motorgerätemechanikerinnen und Motorgerätemechaniker EFZ warten und reparieren motorbetriebene Maschinen und Geräte. Dazu gehören beispielsweise Motorhacken, Schneefräsen, Kehrmaschinen und weitere Geräte, die in Gärten und Pärken, bei der Strassenreinigung, der Schneeräumung oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden.
Der Beruf verbindet Mechanik, Elektrotechnik, Hydraulik, Pneumatik und Kundenkontakt. Du suchst Störungen, zerlegst Maschinen, reparierst oder ersetzt defekte Teile und prüfst am Ende, ob das Gerät wieder sicher und zuverlässig funktioniert.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Motorgerätemechaniker/in EFZ kümmerst du dich um Wartung, Diagnose und Reparatur verschiedenster motorbetriebener Geräte.
Du sprichst mit Kundinnen und Kunden über das Problem, untersuchst die Maschine systematisch und suchst nach der technischen Ursache.
Anschliessend führst du Reparaturen aus, prüfst unterschiedliche Maschinensysteme und berätst die Kundschaft bei technischen Fragen oder beim Kauf neuer Geräte.
Mit der Kundschaft über Störungen sprechen
Bevor du eine Maschine untersuchst, fragst du nach den beobachteten Problemen.
Die Kundschaft beschreibt dir beispielsweise ungewöhnliche Geräusche, Rauchentwicklung oder bestimmte Fehlfunktionen.
Diese Informationen helfen dir, die Fehlersuche einzugrenzen.
Fehlerbeschreibungen auswerten
Du prüfst die Angaben der Kundschaft und überlegst, welche technischen Ursachen infrage kommen.
Ein ungewohntes Geräusch kann beispielsweise auf andere Probleme hinweisen als ein Gerät, das gar nicht mehr startet.
Dafür brauchst du technisches Verständnis und Erfahrung mit verschiedenen Maschinentypen.
Maschinen gründlich untersuchen
Nach dem Gespräch kontrollierst du die Maschine oder das Gerät selbst.
Du untersuchst einzelne Komponenten und prüfst verschiedene Systeme.
Dabei gehst du systematisch vor, damit du die tatsächliche Ursache und nicht nur ein sichtbares Symptom findest.
Motoren warten
Regelmässige Wartung sorgt dafür, dass Motorgeräte zuverlässig funktionieren.
Du kontrollierst Motoren und führst die vorgesehenen Servicearbeiten aus.
Dabei orientierst du dich an den Angaben des Herstellers.
Öl wechseln
Zu den typischen Wartungsarbeiten gehört der Ölwechsel.
Du lässt altes Öl fachgerecht ab, ersetzt es durch geeignetes neues Öl und kontrollierst den entsprechenden Füllstand.
Dabei achtest du auf einen sauberen und umweltgerechten Umgang mit Betriebsstoffen.
Bremsflüssigkeit austauschen
Bei entsprechenden Maschinen kontrollierst und wechselst du die Bremsflüssigkeit.
Diese Arbeiten gehören zur Wartung von sicherheitsrelevanten Systemen.
Du hältst dich dabei genau an die technischen Vorgaben.
Motoren überprüfen und einstellen
Du kontrollierst, ob ein Motor korrekt läuft und die vorgesehenen Werte erreicht.
Falls nötig, nimmst du Einstellungen vor.
Ziel ist ein zuverlässiger und möglichst störungsfreier Betrieb.
Geräte zerlegen
Um an defekte Bauteile zu gelangen, musst du Maschinen teilweise auseinandernehmen.
Du demontierst die betroffenen Komponenten sorgfältig und merkst dir beziehungsweise dokumentierst den Aufbau.
So kannst du das Gerät später wieder korrekt zusammensetzen.
Defekte Teile reparieren
Nicht jedes beschädigte Bauteil muss sofort ersetzt werden.
Wenn eine Reparatur sinnvoll ist, setzt du das Teil wieder instand.
Dabei verwendest du unterschiedliche Werkzeuge und Bearbeitungsverfahren.
Bauteile ersetzen
Stark verschlissene oder beschädigte Komponenten ersetzt du durch passende Ersatzteile.
Du achtest darauf, dass das neue Teil zum jeweiligen Gerät und System passt.
Anschliessend überprüfst du seine korrekte Funktion.
Metall sägen
Für Reparaturen oder Anpassungen bearbeitest du verschiedene Materialien.
Du sägst beispielsweise Stahl, Gusseisen oder Aluminium auf die benötigten Masse zu.
Dabei musst du genau und sicher arbeiten.
Material schneiden
Je nach Reparatur schneidest du Metall oder Kunststoff in die gewünschte Form.
Du verwendest dafür geeignete Werkzeuge und Maschinen.
Die Teile müssen später exakt in die Maschine passen.
Löcher bohren
Bei Reparaturen und Anpassungsarbeiten stellst du Bohrungen her.
Du markierst die vorgesehenen Stellen und bohrst mit geeigneten Maschinen.
Genauigkeit ist wichtig, damit Schrauben oder andere Verbindungen korrekt passen.
Bauteile schweissen
Beschädigte oder neu angefertigte Metallteile können durch Schweissen verbunden werden.
Du bereitest die Stellen vor und führst die Schweissarbeiten aus.
Dabei hältst du die entsprechenden Sicherheitsvorschriften ein.
Material biegen
Bestimmte Teile bringst du durch Biegen in die gewünschte Form.
Du arbeitest beispielsweise mit Stahl, Aluminium oder anderen geeigneten Materialien.
Dabei musst du Materialeigenschaften und benötigte Masse berücksichtigen.
Mit Kunststoff arbeiten
Neben Metallen kommen bei Motorgeräten auch Kunststoffteile vor.
Du bearbeitest diese je nach Reparaturauftrag durch Schneiden, Bohren oder andere Verfahren.
Die Bearbeitung muss zum jeweiligen Material passen.
Maschinen wieder zusammenbauen
Nach der Reparatur setzt du die zerlegten Komponenten wieder zusammen.
Dabei orientierst du dich an den technischen Unterlagen und Anweisungen des Herstellers.
Alle Teile müssen korrekt montiert und befestigt sein.
Funktion prüfen
Nach jeder Reparatur kontrollierst du, ob die Maschine wieder einwandfrei arbeitet.
Du startest das Gerät und überprüfst die wichtigsten Funktionen.
Falls weiterhin Probleme auftreten, setzt du die Fehlersuche fort.
Verkehrstauglichkeit kontrollieren
Bestimmte Maschinen und Fahrzeuge müssen den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
Du überprüfst, ob sie nach der Reparatur verkehrstauglich sind.
Damit spielt neben Funktion auch Sicherheit eine wichtige Rolle.
Elektrotechnische Systeme prüfen
Moderne Motorgeräte besitzen auch elektrische und elektronische Komponenten.
Du prüfst diese Systeme gemäss den Angaben des Herstellers und reparierst sie bei Bedarf.
Dafür brauchst du neben Mechanik auch Kenntnisse in Elektrotechnik.
Hydraulische Systeme reparieren
Viele Maschinen nutzen Hydraulik, um Kräfte zu übertragen und Bauteile zu bewegen.
Du kontrollierst hydraulische Systeme und suchst nach Fehlern oder undichten Stellen.
Defekte Komponenten werden repariert oder ersetzt.
Pneumatische Systeme überprüfen
Je nach Gerät arbeitest du auch mit pneumatischen Systemen.
Diese nutzen Druckluft für bestimmte Funktionen.
Du prüfst die entsprechenden Bauteile und behebst technische Störungen.
Kundinnen und Kunden technisch beraten
Zu deinem Beruf gehört auch direkter Kundenkontakt.
Du erklärst beispielsweise, wodurch eine Störung entstanden ist oder welche Wartungsarbeiten sinnvoll sind.
Dafür musst du technische Informationen verständlich vermitteln können.
Beim Kauf von Maschinen beraten
Du unterstützt Kundinnen und Kunden auch bei der Auswahl neuer Motorgeräte.
Dabei erklärst du Unterschiede zwischen verschiedenen Maschinen und ihren Einsatzmöglichkeiten.
Freude an Beratung und Verkauf ist deshalb für den Beruf wichtig.
Beim richtigen Einsatz beraten
Du erklärst, wie eine Maschine sinnvoll und sicher verwendet wird.
Dabei berücksichtigst du den vorgesehenen Einsatzbereich und die Bedürfnisse der Kundschaft.
Eine gute Beratung kann auch helfen, unnötigen Verschleiss oder falsche Nutzung zu vermeiden.
Maschinen an Kundenbedürfnisse anpassen
Nicht jedes Standardgerät passt genau zum vorgesehenen Einsatz.
Du passt Maschinen deshalb bei Bedarf an die Wünsche oder Anforderungen der Kundschaft an.
Dabei können mechanische oder technische Änderungen nötig sein.
Ersatzteile bestellen
Für Reparaturen brauchst du passende Original- oder Ersatzteile.
Du bestimmst, welches Teil benötigt wird, und bestellst es.
Dabei ist wichtig, die genaue Maschine und Ausführung richtig zuzuordnen.
Ersatzteillager verwalten
Häufig benötigte Teile werden in der Werkstatt gelagert.
Du hilfst dabei, den Bestand zu kontrollieren und das Lager übersichtlich zu führen.
So stehen wichtige Ersatzteile bei Reparaturen möglichst schnell zur Verfügung.
Reparaturen direkt bei der Kundschaft durchführen
Manche Maschinen lassen sich nicht einfach in die Werkstatt transportieren.
In solchen Fällen fährst du direkt zur Kundschaft und führst die Diagnose oder Reparatur vor Ort durch.
Dabei musst du selbstständig arbeiten und die benötigten Werkzeuge und Ersatzteile gut vorbereiten.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Motorgerätemechaniker/in EFZ arbeitest du hauptsächlich in Reparaturwerkstätten. Dort arbeitest du entweder selbstständig oder in einem kleinen Team.
Ein Teil der Arbeit findet direkt bei der Kundschaft statt, besonders wenn grosse oder beschädigte Maschinen nicht transportiert werden können.
Die Arbeit kann körperlich anstrengend und laut sein. Du bewegst schwere Bauteile, arbeitest an Motoren und Maschinen und verwendest unterschiedliche Handwerkzeuge und technische Geräte.
Die Arbeitszeiten können saisonal schwanken. Im Sommer sind sie gemäss den vorliegenden Angaben häufig länger als im Winter.
Was solltest du mitbringen?
- Manuelles Geschick brauchst du beim Zerlegen, Reparieren und Zusammenbauen von Maschinen.
- Eine selbstständige Arbeitsweise ist wichtig, besonders bei Reparatureinsätzen direkt bei der Kundschaft.
- Technisches Verständnis brauchst du für Motoren, elektrische Anlagen, Hydraulik und Pneumatik.
- Eine systematische Arbeitsweise hilft dir bei der Fehlersuche.
- Körperliche Belastbarkeit ist wichtig für die praktische Arbeit mit Maschinen und Bauteilen.
- Eine hohe Lärmtoleranz hilft dir bei der Arbeit in Werkstätten und mit laufenden Motoren.
- Freude an Verkauf und Beratung ist wichtig für den direkten Kontakt mit der Kundschaft.
- Ein Flair für Zahlen hilft dir bei technischen Angaben, Massen und Berechnungen.
In der Schule helfen dir besonders Mathematik sowie Natur und Technik. Wichtig sind vor allem technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Freude an Motoren, Maschinen und praktischer Fehlersuche.
Ausbildung
Die Lehre dauert 4 Jahre.
Die praktische Ausbildung absolvierst du in einer Reparaturwerkstatt. In der Regel arbeitest du dort 4 Tage pro Woche.
Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche an einer kantonalen Berufsfachschule.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse am Bildungszentrum Aarberg im Kanton Bern. Diese dauern insgesamt 37 Tage während 4 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Motorgerätemechaniker/in EFZ.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 700.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1100.–
- 4. Lehrjahr: CHF 1300.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'290 - 4'400
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du dein Fachwissen mit Kursen von AM Suisse und Agrotec erweitern.
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich als Diagnosetechniker/in Motorgeräte BP weiterbilden und dich stärker auf anspruchsvolle Fehlersuche und Diagnose spezialisieren.
Eine weitere Möglichkeit ist die Berufsprüfung als Technische/r Kaufmann/-frau BP, die technisches Wissen mit kaufmännischen und organisatorischen Aufgaben verbindet.
Auf Stufe höhere Fachprüfung kannst du den Abschluss als Motorgerätemechanikermeister/in HFP erwerben.
An einer Höheren Fachschule ist eine Weiterbildung als Maschinenbautechniker/in HF möglich.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen kannst du an einer Fachhochschule einen Bachelor of Science in Automobil- und Fahrzeugtechnik absolvieren.
Wo kannst du später arbeiten?
Motorgerätemechanikerinnen und Motorgerätemechaniker EFZ arbeiten vor allem in Betrieben, die Motorgeräte herstellen, verkaufen, warten oder reparieren.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten gibt es bei Gemeinde- und Kantonsverwaltungen sowie in Garagen für Lastwagen oder Baumaschinen.
Mit zunehmender Berufserfahrung kannst du mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise eine Werkstatt leiten.
Auch eine spätere Selbstständigkeit ist möglich.
Da nur wenige Betriebe Lernende ausbilden, ist die Zahl der Lehrstellen im Vergleich zu vielen anderen technischen Berufen begrenzt.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne Motoren und Maschinen auseinanderbaust, technische Probleme suchst und praktisch an Lösungen arbeitest. Du solltest Freude an Mechanik haben und gleichzeitig bereit sein, dich mit Elektrotechnik, Hydraulik und Pneumatik zu beschäftigen.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du körperliche oder schmutzige Werkstattarbeit möglichst vermeiden möchtest oder Lärm schlecht verträgst. Auch Kundenkontakt, Beratung und teilweise längere Arbeitszeiten in der Hauptsaison gehören dazu.
Wenn du Motoren, Maschinen, Fehlersuche und handwerkliche Reparaturarbeit miteinander verbinden möchtest, kann Motorgerätemechaniker/in EFZ gut zu dir passen.
