Plattenleger/in EFZ
Plattenlegerinnen und Plattenleger EFZ gestalten Böden, Wände und Treppen mit Platten aus Keramik, Ton, Naturstein oder Kunststein. Sie planen ihre Arbeiten, bereiten Untergründe vor, schneiden Platten auf das richtige Mass zu und verlegen sie fachgerecht.
Der Beruf verbindet Bauhandwerk, Gestaltung und präzises Arbeiten. Du setzt Pläne und Kundenwünsche um, arbeitest mit verschiedenen Materialien und sorgst dafür, dass fertige Flächen technisch sauber und optisch ansprechend ausgeführt sind.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Plattenleger/in EFZ begleitest du einen Auftrag von der Planung bis zur fertigen Wand- oder Bodenfläche.
Du misst Räume aus, berechnest Material, bereitest Untergründe vor und entscheidest, welche Verlegeart geeignet ist.
Anschliessend schneidest du die Platten zu, verlegst sie mit Kleber, füllst die Fugen und kontrollierst das Endergebnis.
Pläne und Zeichnungen lesen
Vor Arbeitsbeginn studierst du Baupläne und technische Zeichnungen.
Darin erkennst du beispielsweise Masse, Flächen, Anschlüsse und die gewünschte Gestaltung.
Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir, die Pläne auf die Baustelle zu übertragen.
Kundinnen und Kunden beraten
Du besprichst mit der Kundschaft, welche Gestaltung gewünscht ist.
Dabei berätst du zu geeigneten Materialien, Formen und Mustern.
Du suchst Lösungen, die optisch gefallen und technisch sinnvoll umgesetzt werden können.
Materialien auswählen
Je nach Raum und gewünschtem Ergebnis kommen unterschiedliche Platten infrage.
Du arbeitest beispielsweise mit Keramik, Ton, Naturstein oder Kunststein.
Bei der Auswahl berücksichtigst du sowohl Gestaltung als auch die Anforderungen an die Fläche.
Formen und Muster planen
Platten können in unterschiedlichen Grössen und Mustern verlegt werden.
Du planst, wie die einzelnen Elemente angeordnet werden sollen.
Dabei achtest du darauf, dass das Muster zur Fläche und zum Kundenwunsch passt.
Flächen ausmessen
Vor dem Verlegen misst du Wände, Böden oder Treppen genau aus.
Du ermittelst Länge, Breite und weitere wichtige Masse.
Diese Angaben brauchst du für die Materialberechnung und die Planung der Verlegung.
Materialbedarf berechnen
Aus den gemessenen Flächen berechnest du, wie viele Platten und wie viel weiteres Material benötigt werden.
Dabei berücksichtigst du auch Zuschnitte und mögliche Materialverluste.
Ein gutes Flair für Zahlen ist dafür hilfreich.
Kosten berechnen
Für einen Auftrag müssen Material- und Arbeitskosten eingeschätzt werden.
Du hilfst dabei, die benötigten Mengen und den Arbeitsaufwand zu berechnen.
Diese Angaben bilden die Grundlage für eine Offerte.
Offerten erstellen
Du erstellst oder unterstützt bei der Erstellung von Offerten.
Darin werden die vorgesehenen Arbeiten und Kosten festgehalten.
Die Angaben müssen möglichst realistisch und nachvollziehbar sein.
Arbeiten planen
Du legst die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte fest.
Dazu gehören beispielsweise Vorbereitung des Untergrunds, Zuschneiden, Kleben, Verlegen und Verfugen.
Eine gute Planung hilft, den Auftrag effizient auszuführen.
Material zur Baustelle transportieren
Die benötigten Platten, Kleber und weiteren Materialien bringst du zur Baustelle.
Du achtest darauf, empfindliche Platten vor Beschädigungen zu schützen.
Je nach Material können die Pakete schwer sein.
Material bereitstellen
Auf der Baustelle ordnest du die benötigten Materialien so, dass du effizient arbeiten kannst.
Du kontrollierst, ob Platten, Werkzeuge und Hilfsmittel vollständig vorhanden sind.
Eine gute Organisation erleichtert die folgenden Arbeitsschritte.
Untergründe prüfen
Bevor Platten verlegt werden, beurteilst du den vorhandenen Untergrund.
Du kontrollierst, ob er ausreichend eben und für die vorgesehene Verlegung geeignet ist.
Probleme müssen vor dem Verlegen behoben werden.
Untergründe vorbereiten
Du bereitest Böden und Wände so vor, dass der Plattenbelag dauerhaft hält.
Dabei beseitigst du je nach Situation Unebenheiten oder alte Rückstände.
Die Oberfläche muss für den vorgesehenen Aufbau geeignet sein.
Passende Verlegeart wählen
Je nach Untergrund, Material und Einsatzbereich wählst du selbstständig die geeignete Verlegeart.
Dabei berücksichtigst du technische Anforderungen und das gewünschte Erscheinungsbild.
Diese Entscheidung verlangt Erfahrung und Fachwissen.
Plattenkleber vorbereiten
Vor dem Verlegen bereitest du den benötigten Kleber vor.
Du verwendest das passende Produkt für Untergrund und Plattenmaterial.
Dabei hältst du dich an die entsprechenden Verarbeitungsvorgaben.
Plattenkleber anmischen
Du mischst den Kleber in der richtigen Konsistenz an.
Dafür müssen Wasser- und Materialmenge stimmen.
Eine falsche Mischung kann die Verarbeitung und Haftung beeinträchtigen.
Platten ausmessen
Nicht jede Platte kann in voller Grösse verlegt werden.
Du misst deshalb genau aus, welche Abmessungen für Randbereiche, Ecken oder Anschlüsse benötigt werden.
Die Masse überträgst du auf die Platte.
Platten zuschneiden
Du schneidest Platten passend auf das benötigte Mass zu.
Dafür verwendest du geeignete Werkzeuge oder Maschinen.
Die Schnittkanten müssen sauber und möglichst genau sein.
Ausschnitte herstellen
Für Rohre, Steckdosen oder andere Anschlüsse können besondere Ausschnitte nötig sein.
Du zeichnest die Position an und schneidest die entsprechende Form aus.
Dabei ist präzises Arbeiten besonders wichtig.
Kleber auf Böden auftragen
Bei Bodenarbeiten verteilst du den vorbereiteten Kleber auf dem Untergrund.
Du trägst ihn gleichmässig auf und bereitest nur so viel Fläche vor, wie rechtzeitig belegt werden kann.
Damit die Platten gut haften, muss die Kleberschicht passend ausgeführt sein.
Kleber auf Wände auftragen
Auch bei Wandbelägen trägst du den Kleber sorgfältig auf.
Du arbeitest abschnittsweise und achtest auf eine gleichmässige Verteilung.
Danach werden die Platten in das Kleberbett eingesetzt.
Platten verlegen
Du setzt die Platten einzeln auf den vorbereiteten Untergrund.
Dabei orientierst du dich an der geplanten Anordnung und den vorgesehenen Fugen.
Jede Platte muss richtig sitzen.
Platten ausrichten
Nach dem Einsetzen kontrollierst du Lage und Höhe der Platten.
Du korrigierst sie, solange der Kleber noch verarbeitet werden kann.
So entsteht eine gerade und gleichmässige Fläche.
Fugenbreiten einhalten
Zwischen den Platten bleiben bewusst Abstände für die späteren Fugen.
Du sorgst dafür, dass diese möglichst gleichmässig verlaufen.
Saubere Fugen tragen stark zum optischen Ergebnis bei.
Muster sauber umsetzen
Bei dekorativen oder geometrischen Verlegemustern ist besondere Genauigkeit nötig.
Du kontrollierst laufend, ob Reihen, Linien und Formen richtig verlaufen.
Fehler fallen bei solchen Flächen besonders schnell auf.
Fertige Flächen kontrollieren
Nach dem Verlegen überprüfst du die Fläche selbstständig.
Du kontrollierst Ausrichtung, Fugen, Übergänge und sichtbare Oberflächen.
Unstimmigkeiten werden möglichst vor dem endgültigen Abschluss korrigiert.
Fugenmörtel vorbereiten
Nach dem Aushärten des Belags bereitest du den Fugenmörtel vor.
Du mischst ihn entsprechend den Verarbeitungsvorgaben an.
Farbe und Art des Materials können je nach Gestaltung unterschiedlich sein.
Fugen füllen
Du arbeitest den Fugenmörtel zwischen die einzelnen Platten ein.
Die Fugen müssen vollständig und gleichmässig gefüllt werden.
Damit wird die Fläche sauber abgeschlossen.
Überschüssiges Material entfernen
Nach dem Verfugen bleibt Mörtel auf den Platten zurück.
Du entfernst diesen mit einem Schwamm.
Dabei achtest du darauf, die frisch gefüllten Fugen nicht wieder auszuwaschen.
Platten reinigen
Zum Abschluss reinigst du die verlegte Oberfläche sorgfältig.
Du entfernst Rückstände von Kleber oder Fugenmaterial.
Die fertige Fläche soll sauber übergeben werden können.
Endkontrolle durchführen
Nach Abschluss aller Arbeiten beurteilst du die Fläche nochmals.
Du prüfst beispielsweise Fugen, Ausrichtung, Übergänge und die allgemeine Optik.
Damit stellst du sicher, dass der Auftrag den vorgesehenen Anforderungen entspricht.
Arbeitsplatz aufräumen
Nach der Arbeit räumst du Werkzeuge, Maschinen und Material weg.
Du hinterlässt den Arbeitsbereich möglichst sauber und sicher.
Besonders bei Renovationen arbeitest du häufig in Gebäuden, die bereits genutzt werden.
Abfälle trennen
Beim Zuschneiden und Entfernen alter Beläge entstehen unterschiedliche Abfälle.
Du trennst diese entsprechend den betrieblichen Vorgaben.
Wiederverwertbare Materialien werden nach Möglichkeit separat gesammelt.
Abfälle umweltgerecht entsorgen
Materialreste und alte Baustoffe werden fachgerecht entsorgt.
Du hältst dich dabei an die entsprechenden Umwelt- und Sicherheitsvorschriften.
Ordnung auf der Baustelle gehört ebenfalls zum professionellen Arbeiten.
Beschädigte Platten entfernen
Bei Reparaturen entfernst du einzelne beschädigte Platten.
Dabei versuchst du, die umliegenden Elemente möglichst nicht zu beschädigen.
Anschliessend wird der Untergrund für die Ersatzplatte vorbereitet.
Platten ersetzen
Nach dem Entfernen setzt du eine passende neue Platte ein.
Sie muss in Höhe, Position und Fugenbild zur bestehenden Fläche passen.
Gerade bei Reparaturen ist sehr genaues Arbeiten gefragt.
Alte Plattenbeläge entfernen
Bei Renovationen werden teilweise ganze Flächen erneuert.
Du entfernst den bestehenden Plattenbelag und beseitigst Materialreste.
Anschliessend kann der Untergrund neu aufgebaut werden.
Untergrund bei Renovationen erneuern
Nach dem Entfernen alter Platten kontrollierst du den darunterliegenden Untergrund.
Du bereitest ihn erneut für den neuen Belag vor.
Unebenheiten oder beschädigte Bereiche müssen vorher behoben werden.
Neue Platten bei Renovationen verlegen
Auf dem vorbereiteten Untergrund verlegst du den neuen Belag.
Dabei kannst du die Gestaltung vollständig verändern oder dich an bestehenden Flächen orientieren.
Du arbeitest nach Plan und Kundenwunsch.
Mosaike verlegen
Mosaike bestehen aus vielen kleinen Elementen.
Du verlegst sie so, dass Muster und Fugen sauber wirken.
Diese Arbeit verlangt besonders viel Geduld und Genauigkeit.
Besondere Platten verlegen
Je nach Auftrag arbeitest du mit speziellen Formaten, Materialien oder Oberflächen.
Du passt deine Arbeitsweise an die Eigenschaften der jeweiligen Platte an.
Dabei ist Erfahrung mit unterschiedlichen Materialien hilfreich.
Treppen mit Platten gestalten
Neben Böden und Wänden verkleidest du auch Treppen.
Du misst Tritte und Kanten genau aus und schneidest die Platten passend zu.
Die Übergänge müssen sauber und stabil ausgeführt sein.
Mit anderen Fachleuten zusammenarbeiten
Auf Baustellen arbeitest du mit verschiedenen Berufsleuten zusammen.
Du stimmst deine Arbeiten beispielsweise mit anderen Ausbau- oder Gebäudetechnikberufen ab.
So können die einzelnen Bauarbeiten in der richtigen Reihenfolge ausgeführt werden.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Plattenleger/in EFZ arbeitest du vor allem in Neubauten und Gebäuden, die renoviert werden. Dazu gehören beispielsweise Wohnhäuser und Industriegebäude.
Du arbeitest im Team, führst aber viele Aufgaben selbstständig aus. Auf der Baustelle stimmst du dich regelmässig mit anderen Fachleuten ab.
Die Arbeit findet meistens drinnen statt. Du bist viel in Bewegung, arbeitest häufig kniend und bewegst Platten und Baumaterial.
Je nach Tätigkeit trägst du Helm, Schutzbrille, Maske, Handschuhe und Knieschoner. Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.
Was solltest du mitbringen?
- Eine sorgfältige und exakte Arbeitsweise brauchst du für gerade Flächen, saubere Fugen und präzise Zuschnitte.
- Körperliche Belastbarkeit ist wichtig, weil du viel kniest, Material bewegst und praktisch arbeitest.
- Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir beim Lesen von Plänen und beim Gestalten von Flächen und Treppen.
- Manuelles Geschick brauchst du beim Zuschneiden, Verlegen und Ausrichten der Platten.
- Ein Sinn für Ästhetik hilft dir bei Farben, Formen, Mustern und sichtbaren Übergängen.
- Ein Flair für Zahlen ist wichtig beim Ausmessen und Berechnen von Material und Kosten.
- Eine selbstständige Arbeitsweise hilft dir, geeignete Verlegearten auszuwählen und deine Arbeit selbst zu kontrollieren.
In der Schule helfen dir besonders Mathematik, Werken sowie Natur und Technik. Wichtig sind vor allem räumliches Denken, Genauigkeit, handwerkliches Geschick und Freude an Gestaltung.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre.
Die praktische Ausbildung absolvierst du in einem Plattenlegerbetrieb. In der Regel arbeitest du dort 4 Tage pro Woche.
Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche an einer kantonalen Berufsfachschule.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in mehreren Kantonen. Diese dauern insgesamt 65 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Plattenleger/in EFZ.
Als zweijährige Ausbildung im gleichen Berufsfeld gibt es ausserdem Plattenlegerpraktiker/in EBA.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 750.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1200.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'500 - 5'000
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du Fachkurse des Verbands Ceruniq besuchen und dein Wissen zu Materialien, Verlegetechniken und Ausführung vertiefen.
In der Regel kannst du ausserdem eine verkürzte Zusatzlehre als Ofenbauer/in EFZ absolvieren.
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich als Plattenlegerchef/in BP weiterbilden. Damit kannst du mehr Verantwortung auf Baustellen und bei der Führung von Mitarbeitenden übernehmen.
Auf Stufe höhere Fachprüfung ist der Abschluss als Plattenlegermeister/in HFP möglich.
Wo kannst du später arbeiten?
Plattenlegerinnen und Plattenleger EFZ arbeiten hauptsächlich in kleinen und mittleren Plattenlegerbetrieben.
Du bist auf unterschiedlichen Baustellen tätig, beispielsweise in Wohnhäusern, Gewerbe- oder Industriegebäuden sowie bei Renovationen.
Mit zunehmender Berufserfahrung kannst du anspruchsvollere Aufträge übernehmen und mehr Verantwortung tragen.
Mit entsprechender Erfahrung und Weiterbildung kannst du beispielsweise ein Team leiten.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne mit den Händen arbeitest und Freude daran hast, Räume sichtbar zu gestalten. Du solltest genau arbeiten können und ein Auge für gerade Linien, saubere Fugen, Formen und Muster haben.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du körperliche Arbeit oder häufiges Knien vermeiden möchtest. Auch Staub, Lärm und wechselnde Baustellen gehören je nach Auftrag zum Alltag.
Wenn du Bauhandwerk, Gestaltung, Materialien wie Keramik und Naturstein und präzise Arbeit miteinander verbinden möchtest, kann Plattenleger/in EFZ gut zu dir passen.
