Podologe/-login EFZ
Podologinnen und Podologen EFZ pflegen und behandeln die Füsse von Menschen aller Altersgruppen. Sie kümmern sich um Haut, Zehen und Nägel, entfernen Hornhaut, legen Verbände an und helfen dabei, Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.
Der Beruf verbindet Gesundheit, Körperpflege, präzise Handarbeit und persönlichen Kontakt. Du untersuchst Füsse, führst einfache Messungen und Tests durch, planst Behandlungen und berätst Patientinnen und Patienten zu passenden Massnahmen und Produkten.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Podologe/-login EFZ begleitest du Patientinnen und Patienten von der ersten Untersuchung bis zur Behandlung und Beratung.
Du schaust dir Haut, Nägel und Fussstellung genau an, dokumentierst deine Beobachtungen und führst geeignete Behandlungen durch.
Unter der Aufsicht von Podologinnen und Podologen HF betreust du auch Personen mit besonderen Bedürfnissen, beispielsweise Diabetikerinnen und Diabetiker.
Patientinnen und Patienten empfangen
Zu Beginn einer Behandlung begrüsst du die Patientin oder den Patienten und klärst das Anliegen.
Dabei geht es beispielsweise um Schmerzen, Hautprobleme, Beschwerden an den Nägeln oder Schwierigkeiten beim Gehen.
Ein freundlicher und respektvoller Umgang ist dabei besonders wichtig.
Lebensstil erfragen
Du informierst dich über den Alltag der Person.
Dazu können Bewegung, Beruf, Schuhe oder andere Faktoren gehören, die für Fussbeschwerden eine Rolle spielen können.
Diese Informationen helfen dir bei der Einschätzung der Situation.
Gesundheitszustand erfassen
Vor einer Behandlung fragst du nach wichtigen gesundheitlichen Informationen.
Damit kannst du mögliche Risiken besser einschätzen.
Besonders bei Personen mit speziellen gesundheitlichen Bedürfnissen ist eine sorgfältige Abklärung wichtig.
Füsse untersuchen
Du schaust dir die Füsse genau an.
Dabei kontrollierst du Haut, Nägel, Zehen und weitere auffällige Bereiche.
Eine gute Beobachtungsgabe hilft dir, Veränderungen früh zu erkennen.
Fehlstellungen erkennen
Du prüfst, ob eine auffällige Stellung des Fusses oder der Zehen besteht.
Dabei beobachtest du Form und Belastung.
Die Ergebnisse fliessen in die weitere Behandlungsplanung ein.
Messungen durchführen
Je nach Situation führst du verschiedene Messungen durch.
Damit sammelst du zusätzliche Informationen über den Zustand des Fusses.
Die Ergebnisse werden sorgfältig dokumentiert.
Tests durchführen
Du führst einfache Tests durch, um Beschwerden oder Auffälligkeiten genauer zu beurteilen.
Dabei hältst du dich an die vorgesehenen Abläufe.
Die Resultate helfen bei der Wahl der passenden Behandlung.
Ergebnisse dokumentieren
Mess- und Testergebnisse hältst du schriftlich fest.
Auch Beobachtungen während der Untersuchung werden dokumentiert.
So kann die Behandlung später nachvollzogen und angepasst werden.
Medizinische Diagnosen verstehen
Du musst einfache medizinische Diagnosen lesen und verstehen können.
Damit kannst du die Fussbehandlung auf bestehende gesundheitliche Probleme abstimmen.
Bei komplexeren Situationen arbeitest du mit entsprechend ausgebildeten Fachpersonen zusammen.
Rezepte verstehen
Je nach Behandlung arbeitest du mit medizinischen Rezepten oder Verordnungen.
Du liest die Angaben und setzt sie im Rahmen deiner Kompetenzen um.
Unklarheiten müssen vor der Behandlung geklärt werden.
Patientenakten anlegen
Für neue Patientinnen und Patienten erstellst du eine Akte.
Darin werden wichtige Angaben zu Gesundheit, Beschwerden und Behandlungen festgehalten.
Mit diesen Informationen gehst du vertraulich um.
Behandlung vorschlagen
Nach der Untersuchung schlägst du eine passende Behandlung vor.
Dabei orientierst du dich an den festgestellten Beschwerden und den vorhandenen medizinischen Informationen.
Die Behandlung wird verständlich erklärt.
Nägel behandeln
Ein wichtiger Teil deiner Arbeit ist die fachgerechte Nagelpflege.
Du bearbeitest Nägel sorgfältig und achtest auf Veränderungen oder Beschwerden.
Dabei arbeitest du mit geeigneten Instrumenten und Geräten.
Hornhaut entfernen
Verdickte Hornhaut kann Druckstellen oder Schmerzen verursachen.
Du entfernst sie vorsichtig von Hand oder mit geeigneten Geräten.
Dabei musst du sehr kontrolliert und exakt arbeiten.
Hautverdickungen behandeln
Neben Hornhaut behandelst du weitere verdickte Hautstellen.
Du entfernst überschüssiges Material so, dass die betroffene Stelle entlastet wird.
Ein ausgeprägter Tastsinn hilft dir dabei.
Mit Handinstrumenten arbeiten
Viele Behandlungen führst du direkt mit speziellen Handinstrumenten aus.
Dabei arbeitest du auf kleinen Flächen und sehr nah an empfindlicher Haut.
Manuelles Geschick und Konzentration sind deshalb besonders wichtig.
Mit Geräten arbeiten
Bei bestimmten Behandlungen setzt du technische Geräte ein.
Du verwendest sie beispielsweise zur Bearbeitung von Nägeln oder Hautverdickungen.
Dabei hältst du die entsprechenden Sicherheits- und Hygienevorgaben ein.
Verbände anlegen
Je nach Beschwerden legst du einen geeigneten Verband an.
Dieser kann empfindliche oder behandelte Stellen schützen.
Du achtest darauf, dass er korrekt sitzt und die betroffene Stelle nicht zusätzlich belastet.
Druckpolster anlegen
Druckpolster helfen dabei, bestimmte Bereiche des Fusses zu entlasten.
Du platzierst sie gezielt an der entsprechenden Stelle.
Sie müssen passend sitzen und dürfen keine zusätzlichen Beschwerden verursachen.
Füsse massieren
Je nach Behandlung massierst du die Füsse.
Das kann dazu beitragen, dass sich die Patientin oder der Patient wohler fühlt.
Du arbeitest dabei mit kontrollierten Handgriffen.
Knöchel massieren
Auch die Knöchel können in eine Massage einbezogen werden.
Du passt die Behandlung an die jeweilige Person an.
Dabei beobachtest du, wie die Patientin oder der Patient reagiert.
Personen mit besonderen Bedürfnissen betreuen
Unter der Aufsicht von Podologinnen und Podologen HF arbeitest du auch mit Patientinnen und Patienten, bei denen besondere gesundheitliche Risiken bestehen.
Dazu können beispielsweise Menschen mit Diabetes gehören.
Hier ist besonders vorsichtiges und genaues Arbeiten notwendig.
Ratschläge gegen Fussschmerzen geben
Nach Untersuchung und Behandlung erklärst du, was die Person selbst gegen Beschwerden tun kann.
Du gibst Hinweise, die zur jeweiligen Situation passen.
Dabei bleibst du innerhalb deines fachlichen Aufgabenbereichs.
Zu Fussbeschwerden beraten
Du erklärst mögliche Massnahmen bei verschiedenen Beschwerden an den Füssen.
Die Beratung kann Behandlung, Pflege oder geeignete Produkte betreffen.
Einfühlungsvermögen und verständliche Kommunikation sind dabei wichtig.
Behandlungsmöglichkeiten erklären
Du stellst verschiedene mögliche Behandlungen vor.
Dabei erklärst du der Patientin oder dem Patienten, was gemacht wird und welches Ziel damit verfolgt wird.
So kann die Person die Behandlung besser nachvollziehen.
Produkte empfehlen
Je nach Beschwerde schlägst du passende Produkte für Pflege oder Unterstützung vor.
Du erklärst, wie die Produkte angewendet werden.
Dabei orientierst du dich an den individuellen Bedürfnissen.
Vor- und Nachteile von Produkten erklären
Nicht jedes Produkt eignet sich für jede Person gleich gut.
Du erklärst deshalb mögliche Vor- und Nachteile verschiedener Optionen.
Damit unterstützt du die Patientin oder den Patienten bei der Auswahl.
Patientenakten aktualisieren
Nach einer Behandlung ergänzt du die Patientenakte.
Du hältst fest, welche Arbeiten durchgeführt wurden und welche Beobachtungen wichtig waren.
Aktuelle Unterlagen erleichtern spätere Behandlungen.
Terminkalender verwalten
Du planst und koordinierst Termine.
Dabei achtest du darauf, genügend Zeit für die einzelnen Behandlungen einzuplanen.
Eine gute Organisation sorgt für einen reibungslosen Praxisalltag.
Telefonieren
Du nimmst Anrufe entgegen und vereinbarst beispielsweise Termine.
Auch Fragen von Patientinnen und Patienten können telefonisch eingehen.
Dabei kommunizierst du freundlich und diskret.
E-Mails schreiben
Ein Teil der Kommunikation läuft schriftlich.
Du beantwortest Anfragen oder verschickst organisatorische Informationen.
Dabei achtest du auf einen professionellen Umgang mit persönlichen Daten.
Rechnungen erstellen
Nach Behandlungen werden Leistungen administrativ erfasst.
Du erstellst die entsprechenden Rechnungen.
Dabei müssen die Angaben vollständig und korrekt sein.
Material bestellen
Für die tägliche Arbeit werden Instrumente, Pflegeprodukte und Verbrauchsmaterial benötigt.
Du kontrollierst den Bestand und bestellst fehlendes Material.
So bleibt die Praxis arbeitsbereit.
Lieferungen kontrollieren
Neu geliefertes Material wird von dir geprüft.
Du kontrollierst, ob Menge und Produkte mit der Bestellung übereinstimmen.
Fehlende oder beschädigte Lieferungen meldest du.
Instrumente sterilisieren
Die verwendeten Instrumente müssen hygienisch aufbereitet werden.
Du sterilisierst sie entsprechend den vorgeschriebenen Abläufen.
Damit werden Keime reduziert und Infektionen verhindert.
Arbeitsplatz desinfizieren
Nach Behandlungen reinigst und desinfizierst du den Arbeitsplatz.
Auch Flächen und Geräte müssen hygienisch sauber bleiben.
Ein ausgeprägter Sinn für Hygiene gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen des Berufs.
Hygienevorschriften einhalten
Bei allen Behandlungen gelten klare Hygienevorgaben.
Du arbeitest mit gereinigten oder sterilisierten Instrumenten und hältst den Behandlungsplatz sauber.
Damit schützt du sowohl die Patientinnen und Patienten als auch dich selbst.
Abfälle richtig entsorgen
Nach Behandlungen entstehen verschiedene Abfälle.
Du entsorgst sie entsprechend den vorgesehenen Regeln.
Dabei werden Hygiene- und Umweltvorgaben berücksichtigt.
Abfälle recyceln
Wo es möglich und vorgesehen ist, trennst du wiederverwertbare Materialien.
Du ordnest Abfälle den entsprechenden Sammelstellen zu.
So unterstützt du eine korrekte und umweltbewusste Entsorgung.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Podologe/-login EFZ arbeitest du hauptsächlich in Podologiepraxen unter der Leitung von Fachpersonen.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten gibt es in Spitälern sowie Alters- und Pflegezentren. Dort arbeitest du mit anderen Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen zusammen.
Während der Behandlungen trägst du einen Kittel, Handschuhe und Mundschutz. Sauberkeit und Hygiene sind während des gesamten Arbeitstags besonders wichtig.
Die Arbeitszeiten sind meistens regelmässig. Ein grosser Teil des Tages besteht aus direktem Kontakt mit Patientinnen und Patienten und sehr genauer Handarbeit.
Was solltest du mitbringen?
- Ein ausgeprägter Sinn für Hygiene und Sauberkeit ist wichtig, weil du direkt an Haut und Nägeln arbeitest.
- Manuelles Geschick brauchst du für präzise Behandlungen auf kleinen Flächen.
- Ein guter Tastsinn hilft dir, Veränderungen und unterschiedliche Hautstrukturen wahrzunehmen.
- Eine sorgfältige und exakte Arbeitsweise ist wichtig, damit du empfindliche Bereiche sicher behandeln kannst.
- Höflichkeit und Fingerspitzengefühl brauchst du im engen persönlichen Kontakt mit Patientinnen und Patienten.
- Einfühlungsvermögen hilft dir im Umgang mit Menschen, die Schmerzen oder gesundheitliche Einschränkungen haben.
- Diskretion ist wichtig, weil du mit persönlichen und gesundheitlichen Informationen arbeitest.
- Planungs- und Organisationsfähigkeit brauchst du für Termine, Material und Patientenakten.
In der Schule helfen dir besonders Biologie, Natur und Technik sowie Deutsch. Wichtig sind vor allem Interesse an Gesundheit, genauer Handarbeit und direktem Kontakt mit Menschen.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre.
Die praktische Ausbildung absolvierst du in einer Podologiepraxis. In der Regel arbeitest du dort 4 Tage pro Woche.
Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche in Zofingen im Kanton Aargau.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Zofingen. Diese dauern insgesamt 18 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Lehre zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Podologe/-login EFZ.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 700.–
- 2. Lehrjahr: CHF 900.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1100.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 4'000 - 4'909
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du Fachkurse des Schweizerischen Podologen-Verbands besuchen und dein Wissen zu Behandlung, Hygiene und Fussgesundheit erweitern.
Mit einer Berufsprüfung ist eine Weiterbildung als Medizinische/r Masseur/in BP möglich.
Eine besonders naheliegende Weiterbildung ist die Ausbildung als Podologe/-login HF an einer Höheren Fachschule. Damit vertiefst du dein Fachwissen und kannst zusätzliche Verantwortung übernehmen.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist an einer Fachhochschule ein Bachelor of Science in Physiotherapie möglich.
Wo kannst du später arbeiten?
Podologinnen und Podologen EFZ arbeiten hauptsächlich in Podologiepraxen.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten gibt es in Spitälern sowie Alters- und Pflegezentren, wo du mit anderen Gesundheitsfachpersonen zusammenarbeitest.
Wenn du später eine eigene Praxis eröffnen möchtest, solltest du die Ausbildung an einer Höheren Fachschule absolvieren. Zusätzlich benötigst du eine Bewilligung der zuständigen kantonalen Gesundheitsdirektion.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne Menschen hilfst, sehr genau mit den Händen arbeitest und dich für Gesundheit und Fussbeschwerden interessierst. Du solltest dich auch im engen persönlichen Kontakt wohlfühlen.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du ungern Haut, Nägel oder Fussprobleme behandelst oder wenn sehr präzise Arbeiten über längere Zeit für dich anstrengend sind. Hygiene und sorgfältiges Arbeiten spielen jeden Tag eine zentrale Rolle.
Wenn du Gesundheit, Körperpflege, Handarbeit und persönliche Beratung miteinander verbinden möchtest, kann Podologe/-login EFZ gut zu dir passen.
