Polisseur/-euse EBA
Polisseusen und Polisseure EBA bearbeiten Metallteile für Uhren, Schmuck und andere hochwertige Produkte. Sie entfernen Bearbeitungsspuren, schleifen und polieren Oberflächen und sorgen dafür, dass einzelne Teile matt, glänzend oder auf Hochglanz ausgeführt werden.
Der Beruf verbindet Mikrotechnik, Metallbearbeitung und sehr präzise Handarbeit. Du arbeitest mit kleinen Teilen, speziellen Schleifmitteln und Maschinen und kontrollierst nach jedem Arbeitsschritt, ob Form, Masse und Oberfläche den Vorgaben entsprechen.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Polisseur/-euse EBA bearbeitest du Oberflächen von Metallteilen und gibst ihnen das gewünschte Aussehen.
Du bereitest die Teile vor, schleifst und polierst sie, reinigst sie anschliessend und überprüfst laufend die Qualität.
Dabei arbeitest du nach den Anweisungen deiner Vorgesetzten und hältst dich genau an technische Vorgaben und Arbeitsunterlagen.
Unebenheiten entfernen
Vor dem eigentlichen Polieren kontrollierst du die Oberfläche eines Werkstücks.
Du entfernst kleine Unebenheiten, damit die Fläche möglichst gleichmässig wird.
Gerade bei sichtbaren Teilen von Uhren oder Schmuck ist diese Vorbereitung besonders wichtig.
Schweissspuren entfernen
Nach vorherigen Herstellungsschritten können Schweissspuren sichtbar sein.
Du bearbeitest diese Stellen sorgfältig, bis sie nicht mehr störend auffallen.
Dabei darf die Form des Werkstücks nicht unnötig verändert werden.
Bearbeitungsspuren beseitigen
Auch Fräs-, Schleif- oder andere Bearbeitungsspuren können auf Metallteilen zurückbleiben.
Du entfernst sie mit geeigneten Werkzeugen und Schleifmitteln.
Die Oberfläche wird dadurch auf die weitere Veredelung vorbereitet.
Gehäuseböden bearbeiten
Zu den typischen Werkstücken können Gehäuseböden von Uhren gehören.
Du bearbeitest deren sichtbare und vorgesehene Flächen entsprechend den Vorgaben.
Dabei musst du sehr genau arbeiten, weil bereits kleine Fehler auffallen können.
Armbänder bearbeiten
Auch Metallarmbänder von Uhren können poliert oder mattiert werden.
Du bearbeitest einzelne Elemente und achtest auf ein gleichmässiges Erscheinungsbild.
Die verschiedenen Flächen müssen sauber zueinander passen.
Verschlüsse bearbeiten
Verschlüsse gehören ebenfalls zu den möglichen Werkstücken.
Du entfernst Bearbeitungsspuren und stellst die gewünschte Oberflächenstruktur her.
Besonders Kanten und Übergänge verlangen viel Genauigkeit.
Teile entgraten
Nach der Herstellung können an Metallteilen scharfe Kanten oder kleine Grate zurückbleiben.
Du entfernst diese vorsichtig.
So werden die Teile sauberer, sicherer und für die weitere Bearbeitung vorbereitet.
Teile schleifen
Beim Schleifen trägst du sehr kleine Mengen Material von der Oberfläche ab.
Du beseitigst Unebenheiten und bereitest die Oberfläche für das spätere Polieren vor.
Dabei musst du darauf achten, nicht zu viel Material abzutragen.
Teile feilen
Mit Feilen bearbeitest du einzelne Stellen besonders gezielt.
Du korrigierst Kanten, Übergänge oder kleine Unebenheiten.
Diese Arbeit verlangt gutes Fingerspitzengefühl.
Von Hand arbeiten
Viele Arbeitsschritte führst du direkt von Hand aus.
Dabei spürst du, wie sich die Oberfläche verändert und wie viel Material abgetragen wird.
Manuelles Geschick ist deshalb eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Beruf.
Mit Maschinen arbeiten
Für andere Arbeitsschritte verwendest du spezielle Maschinen.
Du stellst sie entsprechend dem Material und dem gewünschten Ergebnis ein.
Auch bei Maschinenarbeit musst du das Werkstück laufend kontrollieren.
Matte Flächen festlegen
Nicht jede Stelle eines Werkstücks soll glänzen.
Nach den vorgegebenen Unterlagen entscheidest beziehungsweise erkennst du, welche Bereiche matt bleiben sollen.
Du bearbeitest diese Flächen entsprechend.
Kanten betonen
Bestimmte Kanten sollen bei hochwertigen Metallteilen besonders sichtbar bleiben.
Du bearbeitest die angrenzenden Flächen so, dass diese Gestaltung erhalten bleibt.
Dafür ist ein gutes Auge für Formen und Ästhetik wichtig.
Nichtmetallische Teile schützen
Ein Werkstück kann auch Bestandteile enthalten, die nicht aus Metall bestehen.
Du schützt diese Bereiche, damit sie beim Schleifen oder Polieren nicht beschädigt werden.
Die Vorbereitung muss deshalb sorgfältig erfolgen.
Werkzeuge auswählen
Je nach Material und Form brauchst du unterschiedliche Werkzeuge.
Du wählst das geeignete Werkzeug entsprechend den Arbeitsunterlagen und Anweisungen aus.
Die richtige Auswahl beeinflusst das spätere Ergebnis stark.
Schleifmittel auswählen
Auch Schleifmittel unterscheiden sich in ihrer Wirkung.
Du wählst das passende Mittel für das jeweilige Material und den gewünschten Arbeitsschritt.
Zu grobe oder ungeeignete Mittel könnten die Oberfläche beschädigen.
Maschinen einstellen
Vor der Bearbeitung stellst du die Maschine auf den jeweiligen Auftrag ein.
Dabei hältst du dich an die technischen Unterlagen und Anweisungen.
Die Einstellungen müssen zum Werkstück und zur gewünschten Oberfläche passen.
Drehzahl einstellen
Bei rotierenden Maschinen spielt die richtige Drehzahl eine wichtige Rolle.
Du stellst sie entsprechend dem Werkstück und dem Bearbeitungsschritt ein.
Eine falsche Geschwindigkeit kann das Material oder die Oberfläche beschädigen.
Metallteile schleifen
Du behandelst Metallteile mit geeigneten Schleifmitteln.
Dabei entfernst du gezielt Material und bereitest die Oberfläche auf den nächsten Schritt vor.
Du kontrollierst das Werkstück regelmässig, damit seine Form erhalten bleibt.
Metallteile polieren
Beim Polieren wird die Oberfläche weiter verfeinert.
Du verwendest dafür spezielle Maschinen und Poliermittel.
Ziel ist eine glatte und optisch hochwertige Oberfläche.
Glänzende Oberflächen herstellen
Viele Uhren- und Schmuckteile sollen sichtbar glänzen.
Du polierst die vorgesehenen Flächen so lange, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.
Dabei musst du auf ein gleichmässiges Erscheinungsbild achten.
Matte Oberflächen herstellen
Andere Teile oder Teilflächen sollen bewusst matt aussehen.
Du bearbeitest sie mit den dafür vorgesehenen Werkzeugen und Schleifmitteln.
Die matte Struktur muss gleichmässig wirken.
Auf Hochglanz polieren
Bei bestimmten Werkstücken wird eine besonders stark glänzende Oberfläche verlangt.
Du polierst diese Flächen sehr fein und sorgfältig.
Kleinste Kratzer können bei Hochglanz besonders gut sichtbar sein.
Masse kontrollieren
Durch Schleifen und Polieren wird immer etwas Material abgetragen.
Deshalb kontrollierst du nach den einzelnen Arbeitsschritten, ob die vorgesehenen Masse noch stimmen.
Das Werkstück darf durch die Oberflächenbearbeitung seine notwendige Form nicht verlieren.
Optisches Ergebnis kontrollieren
Nach jedem Bearbeitungsschritt prüfst du die Oberfläche genau.
Du achtest beispielsweise auf Kratzer, ungleichmässige Stellen oder unerwünschte Übergänge.
Ein gutes Sehvermögen ist dafür besonders wichtig.
Arbeitsschritte wiederholen
Wenn die Oberfläche noch nicht den Vorgaben entspricht, wird ein Arbeitsschritt erneut ausgeführt.
Du arbeitest weiter, bis das Ergebnis stimmt.
Dafür brauchst du Geduld und Durchhaltevermögen.
Reinigungsmittel auswählen
Nach der Bearbeitung müssen Rückstände von Schleif- und Poliermitteln entfernt werden.
Du wählst ein geeignetes Reinigungsmittel für das jeweilige Werkstück.
Dabei berücksichtigst du das Material und die vorgesehenen Arbeitsanweisungen.
Mit Seife reinigen
Je nach Werkstück kann eine Reinigung mit Seife vorgesehen sein.
Du entfernst damit Verschmutzungen und Rückstände.
Anschliessend wird das Teil gründlich gespült.
Mit Lösungsmitteln reinigen
Bei bestimmten Rückständen kommen Lösungsmittel zum Einsatz.
Du verwendest sie nach den vorgegebenen Sicherheitsregeln.
Dabei schützt du dich mit der vorgesehenen Ausrüstung.
Mit Säuren arbeiten
Je nach Reinigungsverfahren können auch Säuren eingesetzt werden.
Du gehst damit besonders sorgfältig um und hältst alle Sicherheitsvorschriften ein.
Gefährliche Stoffe werden nur entsprechend den betrieblichen Vorgaben verwendet.
Teile waschen
Nach der Oberflächenbearbeitung wäschst du die Werkstücke gründlich.
Dadurch entfernst du Schleifstaub, Poliermittel und andere Rückstände.
Die Teile müssen anschliessend sauber weiterverarbeitet werden können.
Teile spülen
Nach dem Waschen spülst du die Werkstücke sorgfältig.
Damit entfernst du verbleibende Reinigungsmittel.
Es dürfen möglichst keine Rückstände auf der Oberfläche bleiben.
Teile trocknen
Zum Abschluss werden die Werkstücke vollständig getrocknet.
Du achtest darauf, dass dabei keine neuen Flecken oder Verunreinigungen entstehen.
Danach können die Teile kontrolliert oder weiterverarbeitet werden.
Sicherheitsvorschriften einhalten
Bei der Arbeit mit Maschinen musst du die vorgeschriebenen Sicherheitsregeln beachten.
Du verwendest Geräte nur entsprechend den vorgesehenen Anweisungen.
Damit reduzierst du das Risiko von Verletzungen.
Gefährliche Stoffe sicher verwenden
Einige Reinigungs- oder Bearbeitungsmittel können gesundheitsschädlich sein.
Du hältst dich deshalb an die entsprechenden Schutz- und Handhabungsvorschriften.
Besonders beim Umgang mit Lösungsmitteln oder Säuren ist Sorgfalt wichtig.
Arbeitsplatz pflegen
Dein Arbeitsplatz muss sauber und gut organisiert sein.
Du entfernst regelmässig Staub und Materialreste.
Ordnung hilft dir dabei, kleine Werkstücke und Werkzeuge sicher zu bearbeiten.
Maschinen reinigen
Die verwendeten Maschinen werden regelmässig gereinigt.
Du entfernst Schleifstaub und Polierreste.
So bleiben die Geräte in gutem Zustand und einsatzbereit.
Werkzeuge pflegen
Auch Handwerkzeuge und andere Hilfsmittel müssen sauber gehalten werden.
Du kontrollierst ihren Zustand und bewahrst sie richtig auf.
Gut gepflegte Werkzeuge unterstützen präzises Arbeiten.
Abfälle richtig entsorgen
Bei Schleif-, Polier- und Reinigungsarbeiten entstehen verschiedene Abfälle.
Du entsorgst diese nach den betrieblichen und gesetzlichen Vorgaben.
Besonders bei Stoffen aus Reinigungsprozessen musst du die entsprechenden Regeln beachten.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Polisseur/-euse EBA arbeitest du hauptsächlich in Ateliers und sitzt häufig an einer Werkbank.
Du bearbeitest kleine Werkstücke über längere Zeit sehr konzentriert. Viele Arbeitsschritte wiederholen sich, wobei du trotzdem bei jedem Teil genau kontrollieren musst, ob das Ergebnis stimmt.
Während der Arbeit trägst du Schutzhandschuhe. Je nach Tätigkeit gelten zusätzliche Schutz- und Sicherheitsvorschriften.
Du arbeitest mit anderen Fachpersonen zusammen, beispielsweise mit Mikromechanikerinnen und Mikromechanikern oder Oberflächenveredlerinnen und Oberflächenveredlern.
Was solltest du mitbringen?
- Manuelles Geschick brauchst du für die präzise Bearbeitung kleiner Metallteile.
- Eine sorgfältige und exakte Arbeitsweise ist wichtig, weil bereits kleine Fehler auf hochwertigen Oberflächen sichtbar sein können.
- Gutes Sehvermögen hilft dir, Kratzer, Unebenheiten und Unterschiede in der Oberfläche zu erkennen.
- Du solltest trotz hoher Genauigkeit zügig arbeiten können.
- Genauigkeit ist besonders wichtig, damit Masse, Formen und Kanten erhalten bleiben.
- Ausdauer und Durchhaltevermögen brauchst du für wiederholte und sehr konzentrierte Arbeitsschritte.
- Konzentrationsfähigkeit hilft dir, auch bei ähnlichen Werkstücken konstant sorgfältig zu arbeiten.
- Ein Sinn für Ästhetik ist wichtig, weil das sichtbare Erscheinungsbild der Oberfläche ein zentraler Teil deiner Arbeit ist.
In der Schule helfen dir besonders Werken, Mathematik sowie Natur und Technik. Wichtig sind vor allem handwerkliches Geschick, gutes Sehvermögen, Konzentration und Interesse an Metall, Technik und sehr genauer Arbeit.
Ausbildung
Die Lehre dauert 2 Jahre.
Die praktische Ausbildung absolvierst du in einem Polieratelier oder in einer Uhren-, Goldschmiede- oder Schmuckfabrik. In der Regel arbeitest du dort 4 Tage pro Woche.
Die Berufsfachschule besuchst du 1 Tag pro Woche an der Cité des Microtechniques in Porrentruy im Kanton Jura.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Bassecourt im Kanton Jura oder in Plan-les-Ouates im Kanton Genf. Diese dauern insgesamt 10 Tage während 2 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Polisseur/-euse EBA.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 596–894.–
- 2. Lehrjahr: CHF 894–1192.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 3'800 - 4'500
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Nach der Lehre kannst du Weiterbildungskurse des Arbeitgeberverbands der Schweizerischen Uhrenindustrie besuchen und deine Kenntnisse in der Oberflächenbearbeitung weiter vertiefen.
Als Polisseur/-euse EBA kannst du in der Regel eine verkürzte Lehre als Oberflächenveredler/in Uhren und Schmuck EFZ absolvieren.
Damit erweiterst du deine Kenntnisse und kannst anspruchsvollere Aufgaben in der Herstellung und Veredelung von Oberflächen übernehmen.
Wo kannst du später arbeiten?
Polisseusen und Polisseure EBA arbeiten hauptsächlich in Betrieben der Uhren- und Schmuckindustrie.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten gibt es in der Maschinenindustrie, im medizinischen Bereich, in der Mobiltelefonie sowie in der Luft- und Raumfahrt.
Die Zahl der Lehrbetriebe ist eher klein.
Mit Berufserfahrung kannst du mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise als Teamleiter/in oder Qualitätsprüfer/in arbeiten.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne sehr genau mit den Händen arbeitest, kleine Details bemerkst und Freude daran hast, Metalloberflächen sichtbar zu verbessern.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du ungern längere Zeit konzentriert an einer Werkbank sitzt oder dich wiederholende, sehr präzise Arbeitsschritte schnell langweilen. Auch der Umgang mit Maschinen, Schleifstaub und verschiedenen Reinigungsmitteln gehört zum Alltag.
Wenn du Mikrotechnik, Metallbearbeitung, Ästhetik und präzise Handarbeit miteinander verbinden möchtest, kann Polisseur/-euse EBA gut zu dir passen.
