Wohntextilgestalter/in EFZ
Wohntextilgestalterinnen und Wohntextilgestalter EFZ gestalten und fertigen textile Produkte für Innenräume. Dazu gehören beispielsweise Vorhänge, Kissen, Bettbezüge, Servietten, Decken und verschiedene Accessoires.
Der Beruf verbindet Textilverarbeitung, Gestaltung und Kundenberatung. Du besprichst Wünsche, misst Räume und Produkte aus, berechnest Stoffmengen, nähst und verzierst Textilien und montierst die fertigen Produkte bei der Kundschaft.
Was machst du in diesem Beruf?
Als Wohntextilgestalter/in EFZ begleitest du einen Auftrag von der ersten Beratung bis zur fertigen Installation.
Du berätst Kundinnen und Kunden zu Farben, Stoffen und Stil, nimmst Masse, bestellst Material und fertigst daraus individuelle textile Produkte.
Zum Schluss montierst du die fertigen Textilien vor Ort und erklärst, wie sie richtig gepflegt und gereinigt werden.
Kundenwünsche besprechen
Zu Beginn eines Auftrags sprichst du mit der Kundschaft über ihre Vorstellungen.
Dabei klärst du, welche Produkte gewünscht sind und wie der Raum gestaltet werden soll.
Du hörst genau zu und entwickelst daraus eine passende Lösung.
Zu Produkten beraten
Du erklärst, welche textilen Produkte für den jeweiligen Raum infrage kommen.
Dazu können beispielsweise Vorhänge, Kissen, Bettbezüge oder dekorative Accessoires gehören.
Die Auswahl richtet sich nach Nutzung, Gestaltung und Kundenwunsch.
Zu Farben beraten
Du hilfst bei der Auswahl geeigneter Farben.
Dabei berücksichtigst du vorhandene Möbel, Wände und weitere Elemente im Raum.
Ein gutes Farbgefühl ist für diese Aufgabe wichtig.
Zum Stil beraten
Du berätst die Kundschaft dazu, welche Stoffe und Produkte zum gewünschten Einrichtungsstil passen.
Dabei kombinierst du Farben, Muster und Materialien.
Ziel ist ein stimmiges Gesamtbild.
Masse nehmen
Vor der Herstellung misst du die benötigten Flächen und Längen genau aus.
Bei Vorhängen sind beispielsweise Fenster und gewünschte Stofflängen wichtig.
Fehler beim Messen können später zu unpassenden Produkten führen.
Stoffmengen berechnen
Auf Grundlage der Masse berechnest du, wie viel Stoff benötigt wird.
Dabei berücksichtigst du Form und Ausführung des geplanten Produkts.
Ein Flair für Zahlen hilft dir bei diesen Berechnungen.
Stoff bestellen
Wenn Material und Menge feststehen, bestellst du die benötigten Stoffe.
Dabei achtest du auf Farbe, Qualität und ausreichende Menge.
Nach der Lieferung kontrollierst du das Material.
Offerten erstellen
Du stellst die voraussichtlichen Kosten eines Auftrags zusammen.
Dabei berücksichtigst du Material und geplante Arbeiten.
Die Offerte gibt der Kundschaft einen Überblick über den Auftrag.
Termine festlegen
Du vereinbarst mit der Kundschaft, wann die Arbeiten ausgeführt werden sollen.
Dabei berücksichtigst du Herstellung und Montage.
Eine gute Planung hilft, zugesagte Termine einzuhalten.
Skizzen erstellen
Vor der Herstellung zeichnest du je nach Auftrag Skizzen.
Damit stellst du Form und Gestaltung des Produkts dar.
Die Skizzen helfen bei der weiteren Planung.
Zeichnungen erstellen
Du erstellst Zeichnungen, in denen wichtige Angaben festgehalten werden.
Dabei berücksichtigst du Masse und weitere Vorgaben.
Genaues Zeichnen unterstützt die anschliessende Verarbeitung.
Masse in Zeichnungen berücksichtigen
Die zuvor aufgenommenen Masse überträgst du auf deine Planung.
So stellst du sicher, dass das fertige Produkt in den vorgesehenen Raum passt.
Eine sorgfältige Arbeitsweise ist dabei besonders wichtig.
Stoffe von Hand zuschneiden
Du schneidest Stoffe je nach Produkt von Hand zu.
Dabei orientierst du dich an den berechneten Massen.
Gerade bei empfindlichen oder gemusterten Stoffen musst du sehr genau arbeiten.
Stoffe mit Maschinen zuschneiden
Für bestimmte Arbeiten verwendest du geeignete Maschinen.
Damit lassen sich Stoffe sauber und effizient zuschneiden.
Du achtest darauf, die vorgesehenen Masse einzuhalten.
Stoffe füllen
Bei bestimmten Produkten wird eine textile Hülle mit Füllmaterial versehen.
Du verteilst das Material möglichst gleichmässig.
So erhält das Produkt die gewünschte Form.
Textilien mit Federn füllen
Kissen oder ähnliche Produkte können mit Federn gefüllt werden.
Du bringst die vorgesehene Menge in die textile Hülle ein.
Danach wird das Produkt fertig verschlossen.
Textilien mit Schaumstoff ausstopfen
Je nach Produkt verwendest du Schaumstoff als Füllmaterial.
Du passt ihn an die benötigte Form an.
Anschliessend wird der textile Bezug darüber verarbeitet.
Vorhänge nähen
Ein wichtiger Teil des Berufs ist die Herstellung verschiedener Vorhangarten.
Du schneidest die Stoffe zu und nähst sie entsprechend der gewünschten Form.
Dabei arbeitest du mit Nähmaschinen und weiteren Werkzeugen.
Fliessende Vorhänge herstellen
Du nähst Vorhänge, die weich und locker fallen sollen.
Dabei muss der Stoff so verarbeitet werden, dass der gewünschte Fall entsteht.
Die genaue Ausführung richtet sich nach dem Auftrag.
Straffe Vorhänge herstellen
Andere Vorhangarten sollen klarer und straffer wirken.
Du verarbeitest den Stoff entsprechend.
Dabei achtest du auf gerade Linien und genaue Masse.
Drapierte Vorhänge herstellen
Du fertigst auch dekorativ gelegte oder drapierte Vorhänge an.
Dabei wird der Stoff bewusst in bestimmte Formen gelegt.
Diese Arbeiten verlangen räumliches Vorstellungsvermögen und Genauigkeit.
Volants herstellen
Zu den möglichen Produkten gehören kreisförmig zugeschnittene textile Elemente, sogenannte Volants.
Du schneidest und nähst sie entsprechend der gewünschten Form.
Sie können dekorativ eingesetzt werden.
Kissen herstellen
Du fertigst Kissen nach Kundenwunsch an.
Dafür schneidest du Stoffe zu, nähst sie zusammen und füllst sie je nach Produkt.
Auch dekorative Elemente können angebracht werden.
Bettbezüge herstellen
Je nach Betrieb stellst du auch textile Produkte für Betten her.
Du arbeitest nach den vorgesehenen Massen.
Dabei ist eine saubere und exakte Verarbeitung wichtig.
Servietten herstellen
Auch kleinere Wohntextilien wie Servietten können Teil deiner Arbeit sein.
Du schneidest Stoffe zu und verarbeitest die Kanten.
Form und Material richten sich nach dem Auftrag.
Decken herstellen
Du fertigst je nach Betrieb auch textile Decken an.
Dabei kombinierst du geeignete Stoffe und Verarbeitungsmethoden.
Das Produkt wird anschliessend kontrolliert und fertiggestellt.
Wohnaccessoires herstellen
Neben klassischen Produkten kannst du verschiedene textile Accessoires anfertigen.
Dabei arbeitest du nach den Vorstellungen der Kundschaft.
Gestaltung und saubere Verarbeitung sind besonders wichtig.
Produkte fertigstellen
Nach dem Nähen kontrollierst du, ob noch letzte Arbeiten nötig sind.
Dazu können Abschlüsse, Verzierungen oder Befestigungselemente gehören.
Erst danach ist das Produkt bereit für die Montage oder den Versand.
Möbel verzieren
Je nach Auftrag bringst du textile Verzierungen an Möbeln an.
Dabei können beispielsweise Rüschen oder Schnüre verwendet werden.
Die Gestaltung wird auf den jeweiligen Einrichtungsstil abgestimmt.
Vorhänge verzieren
Auch Vorhänge können zusätzliche dekorative Elemente erhalten.
Du nähst oder befestigst diese passend zum Entwurf.
Dabei arbeitest du besonders sauber.
Kissen verzieren
Kissen können mit unterschiedlichen dekorativen Details gestaltet werden.
Du bringst diese nach Kundenwunsch an.
So entstehen individuelle Produkte.
Rüschen anbringen
Rüschen können als dekorativer Abschluss verwendet werden.
Du nähst sie gleichmässig an das textile Produkt.
Dafür musst du Stoffmenge und Falten sorgfältig verteilen.
Schnüre anbringen
Du verwendest je nach Gestaltung dekorative Schnüre.
Diese werden beispielsweise an Kanten oder Abschlüssen befestigt.
Sie müssen sauber und gleichmässig verarbeitet sein.
Haken an Vorhängen anbringen
Damit Vorhänge aufgehängt werden können, montierst du geeignete Haken.
Du befestigst sie in den vorgesehenen Abständen.
Dadurch hängt der Vorhang später richtig.
Ringe an Vorhängen anbringen
Je nach Aufhängung verwendest du statt Haken auch Ringe.
Du bringst sie sorgfältig am Vorhang an.
Dabei achtest du auf regelmässige Abstände.
Fertige Textilien bügeln
Nach dem Nähen werden die fertigen Produkte geglättet.
Du bügelst die Stoffe entsprechend ihren Eigenschaften.
Dadurch erhält das Produkt ein sauberes Erscheinungsbild.
Produkte für den Versand vorbereiten
Wenn ein Produkt nicht direkt montiert wird, bereitest du es für den Versand vor.
Dabei sorgst du dafür, dass es geschützt und ordentlich verpackt ist.
So soll es unbeschädigt bei der Kundschaft ankommen.
Textile Produkte bei der Kundschaft installieren
Viele fertige Produkte bringst du selbst vor Ort an.
Dazu gehören beispielsweise Vorhänge.
Du kontrollierst dabei, ob alles richtig sitzt und wie geplant aussieht.
Vorhänge montieren
Du hängst die fertigen Vorhänge bei der Kundschaft auf.
Dabei achtest du auf Höhe, Fall und gleichmässige Ausrichtung.
Bei Bedarf nimmst du kleinere Anpassungen vor.
Pflege erklären
Nach der Montage erklärst du der Kundschaft, wie die verwendeten Stoffe gepflegt werden sollen.
Die richtige Pflege hängt vom jeweiligen Material ab.
So sollen die Produkte möglichst lange schön bleiben.
Reinigung erklären
Du informierst darüber, wie Vorhänge, Kissen oder andere Textilien gereinigt werden können.
Dabei orientierst du dich an den Eigenschaften des jeweiligen Stoffes.
So lassen sich Schäden durch falsche Reinigung vermeiden.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Als Wohntextilgestalter/in EFZ arbeitest du hauptsächlich in einem Atelier oder Innendekorationsbetrieb. Je nach Auftrag bist du auch bei Kundinnen und Kunden vor Ort.
Beim Zuschneiden grosser Stoffbahnen arbeitest du häufig im Stehen. Beim Nähen sitzt du an der Nähmaschine und führst viele genaue Arbeitsschritte aus.
Du arbeitest meist in kleinen Teams und teilweise gemeinsam mit Raumausstatterinnen und Raumausstattern.
Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmässig.
Was solltest du mitbringen?
- Manuelles Geschick brauchst du beim Zuschneiden, Nähen, Verzieren und Montieren.
- Ein Sinn für Ästhetik hilft dir bei Farben, Stoffen, Mustern und Einrichtungsstilen.
- Eine sorgfältige und exakte Arbeitsweise ist besonders beim Messen und Zuschneiden wichtig.
- Freude an Verkauf und Beratung brauchst du im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden.
- Zeichnerische Begabung hilft dir beim Erstellen von Skizzen und Entwürfen.
- Räumliches Vorstellungsvermögen unterstützt dich bei Vorhängen und der Gestaltung ganzer Räume.
- Ein Flair für Zahlen brauchst du beim Berechnen von Massen und Stoffmengen.
- Du solltest keine Farbsehstörung haben, weil Farben und Farbkombinationen eine wichtige Rolle spielen.
In der Schule helfen dir besonders Werken, Bildnerisches Gestalten und Mathematik. Wichtig sind vor allem Freude an Textilien, ein gutes Farb- und Formgefühl, Genauigkeit und Interesse an Gestaltung und Kundenberatung.
Ausbildung
Die Lehre dauert 3 Jahre.
Die praktische Ausbildung absolvierst du in einem Innendekorationsbetrieb.
Die Berufsfachschule besuchst du in Blockkursen von 8 Wochen pro Jahr an der Berufsfachschule Solothurn.
Zusätzlich absolvierst du überbetriebliche Kurse in Solothurn. Diese dauern insgesamt 15 Tage während 3 Jahren.
Für die Ausbildung brauchst du die abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen zusätzlich einen Eignungstest.
Wenn deine schulischen Leistungen sehr gut sind, kannst du während der Grundbildung zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Nach bestandener Ausbildung erhältst du den Abschluss Wohntextilgestalter/in EFZ.
Lohn
Lohn während der Lehre:
- 1. Lehrjahr: CHF 650.–
- 2. Lehrjahr: CHF 850.–
- 3. Lehrjahr: CHF 1100.–
Einstiegslohn nach der Lehre: CHF 3'000 - 4'333
Dein Lohn ist so individuell wie dein Weg: Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Betrieb, Kanton, Branche und Funktion variieren.
Weiterbildung und Entwicklung
Mit einer Berufsprüfung kannst du dich als Bereichsleiter/in Raumausstattung BP weiterbilden. Eine weitere Möglichkeit ist die Berufsprüfung als Einrichtungsplaner/in BP.
Auf Stufe höhere Fachprüfung ist der Abschluss als Raumausstattermeister/in HFP möglich.
An einer Höheren Fachschule kannst du dich beispielsweise als Kommunikationsdesigner/in HF weiterbilden.
Mit entsprechender Vorbildung und je nach Zulassungsbedingungen ist an einer Fachhochschule ein Bachelor of Arts in Produkt- und Industriedesign möglich.
Wo kannst du später arbeiten?
Wohntextilgestalterinnen und Wohntextilgestalter EFZ arbeiten hauptsächlich in Innendekorationsbetrieben.
Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in Waren- und Möbelhäusern mit eigenem Nähatelier sowie in Betrieben, die Möbel und Textilien herstellen.
Je nach Betrieb kannst du stärker in Beratung, Herstellung oder Montage tätig sein.
Nach einigen Jahren Berufserfahrung besteht die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen.
Passt dieser Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne mit Stoffen arbeitest, Farben und Einrichtungen spannend findest und sowohl kreativ als auch sehr genau arbeiten kannst. Du solltest Freude daran haben, Kundinnen und Kunden zu beraten und ihre Vorstellungen handwerklich umzusetzen.
Weniger passend ist der Beruf, wenn du ungern nähst, lange konzentrierte Handarbeit nicht magst oder möglichst keinen Kundenkontakt haben möchtest. Exaktes Messen, Zuschneiden und wiederholte Näharbeiten gehören fest zum Alltag.
Wenn du Textilien, Gestaltung, Handwerk und Inneneinrichtung miteinander verbinden möchtest, kann Wohntextilgestalter/in EFZ gut zu dir passen.
